weihnachtsgeschichte aus den anfängen des märz vor vier jahren…fotos von vorgestern:

flocke
schneelampe
An einem meiner Geburtstage, Anfang März 2005, war ich das letztemal in Paris. Schnee in Paris konnte ich mir überhaupt vorher nicht vorstellen. Ich war alleine dort und nachdem ich am ersten Abend mit Müh und Not ein Zimmer gefunden hatte, hab ich mich ziemlich verflucht: bescheuerte Idee – alleiner als alleine in Paris an einem verschneiten Abend kann man sich nun wirklich kaum vorkommen. Ich wackelte zum Platz de la Sorbonne, um dem I-Tüpfelchen ein weiteres Tüpfelchen aufzusetzen und einen fehlgeleiteten Doppelpunkt draus zu machen: denn mit diesem Platz verband mich eine schöne Erinnerung von vor ca. 18 Jahren. War aber gar nicht so schlimm wie ich dachte. Sah halt im Schnee alles anders aus als dunnemals im Sommerschein. Aber jetzt: Ich gucke in eine Buchhandlung und dort wird ein Sachbuch angepriesen eines französischen Sachbuchautoren (so lässt sich vermuten) und ich gucke zweimal und kanns nicht glauben: dort auf dem Buchumschlag bin ich selbst, um einiges dünner, ranker und schlanker, aber eindeutig ich selbst, am Strand stehend, Meer hinter mir, kein Schnee weit und breit, in der Rolle eines französischen Sachbuchautoren! Und jetzt kommst Du. Wenn man sich selbst im Schaufenster ansieht in einer Rolle, die man bisher noch nicht gekannt hat, dann ist man auf der Stelle nicht mehr alleine. Also zurück ins Hotelzimmer und geschlafen. Am nächsten Morgen Sonnenschein und leichter Schneefall. Und genauso, wie das wahr war, was oben geschrieben steht, ist es wahr, dass eine dieser leichten Schneeflocken, auf dem Weg zum Picasso-Museum, ganz in der Nähe des Centre Pompidou, von oben kommend eine 180-Grad-Wendung wieder nach oben und zurück macht und in meinem linken Nasenloch zärtlich entschwindet. Danach war ich unverwundbar. Jedenfalls für diese paar Tage in Paris im Schnee.
weihnachten

alle tage sind gezählt

peterweber
Peter war ein Traueranzeigen-Leser. Gäbe es eine überregionale Zeitung nur mit Traueranzeigen, dann hätte er sie abonniert. Gestern bei der Trauerfeier in der evangelischen Kirche in Wiebelskirchen, direkt neben dem Haus, in dem er gewohnt hat (nicht nur das: das Licht, das die Kirche abends beleuchtet hat, war zum Teil auf seinem Hausdach montiert), stand ein Foto auf dem Altar: so konnte er alle nochmal mit seiner nicht unterzukriegenden Lebensfreude, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht brechen ließ, anstrahlen. Und die Tatsache, dass er es (bisher) tatsächlich auf drei (in Worten: 3!) Traueranzeigen gebracht hat, hätte ihn sicher zum Lachen gebracht. Zumindest diebisch gefreut.
Im Jahre 2005 hat er mir für das Honecker-Museum zwei Geschichten erzählt. Hört zu. Und die, die Ihr nicht das Glück hattet, ihn zu kennen, trauert darum, dass Euch in Eurem Leben etwas Wichtiges entgangen ist.


Die Zeichnung oben stammt von Peter selbst. Sie ist wohl das ultimative Selbstportrait…

STILLE.

Die letzten Tage der Kunststoffe-Woche waren derart anstrenend, dass die täglichen Werkstattberichte dem Kraftverbrauch zum Opfer gefallen sind. Gerade haben wir uns nochmals den BLOW UP-Film im Kino 8 1/2 angesehen, die Räume sind geräumt und wir haben heute morgen eine schöne Lesung aufgeführt. Zum erstenmal absolut frei improvisiert, wie eine öffentliche Generalprobe. Jetzt wollte ich mich hinsetzen und die letzten Tage hier Revue passieren lassen, als mich die Nachricht erreicht, dass Peter Weber am Freitag überraschend verstorben ist. Das verbietet erst einmal alles Weitere.

kunststoffe werkbericht vierter tag

Immer wieder schade ist es, wenn gute Dinge nicht wahrgenommen werden. Zum Andersen-Vortrag von Prof. Dr. Heinz Günnewig kamen gerade mal etwas über eine handvoll Besucher. Zu einem energischen und mitreißenden und gleichwohl informativen wie unterhaltsamen Vortrag. An einer Stelle gab es sogar Szenenapplaus einer begeisterten Zuschauerin! Immerhin wurde daraufhin wenigstens ein Buch verkauft. Und ich selbst werde mir wohl auch eines leisten. Ich brauche ein Ladengeschäft! Wenn Leute kommen, und man denen etwas zeigen kann, an dem man selbst Vergnügen hat, dann macht das unendlich viel Spaß!
Heute waren allerdings nicht soviele Interessenten da. Eine Frau, von Julia Baur auf die Ausstellung hingewiesen, kommt rein und ruft: das ist doch Ute Thiel! Woher kennen Sie Ute Thiel?
Um 21 Uhr dann die Lesung von Bernadette Guesnard-Meisser, unterstützt von Bernhard Lins und mir. Nicht geprobt, zum erstenmal habe sich alle drei zusammen gesehen, quasi eine öffentlicheGeneralprobe: Aber selten war ein Auftritt so locker und unaufgeregt und hat soviel Spaß gemacht! Und anschließend noch eine kleine Küchenfete und Musik machen mit einem Profi! Yesjawoll!
andersenplakat
kleinesomelette

KUNSTSTOFFE VIERTER TAG

NEUNZEHN UHR (NICHT ZWANIG UHR)
Prof. Dr. Heinz Günnewig: Vortrag zu Hans-Christian Andersen.

“Der berühmteste Märchendichter bisheriger Zeiten hat durch sein schillerndes, öffentliches, Anerkennung, Glück und Liebe suchendes Leben und die einmalige Kunst seiner Märchen nicht wenige Zeitgenossen in Atem gehalten und posthum als Arbeitgeber einige, die sich mit all seinen Nachlässen befassten, zu höchsten Anstrengungen und Erquickungen geführt.“
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daran anschließend:
Bernadette Guesnard-Meisser: Lesung in deutscher und französischer Sprache.
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Saarbrücken als Stadt der Treppen und Übergänge,
deutsche und französische Eigenheiten im
Vergleich, französische und deutsche
Literaten, all dies kommt hier zur Sprache.

kunststoffe dritter tag werkbericht

Der Tag mit der größten Interessensbekundung bisher. Ein weiteres LUBOK-Buch verkauft, was mich besonders freut, weil ich die einfach so klasse finde. Zwei handgemachte Taschen von Gaby Marner-Büdel fanden ihre Liebhaberinnen. Viele Postkarten. Die Grußkarten von Julia Baur. Zur Lesung der Püttlinger Literatengruppe kamen ausreichend viele Menschen. Die lange Flommersfeld-Nacht war zwar nicht sooo lang, fand aber in äußerst angenehmer Runde statt. Und bei dieser Gelegenheit haben wir einige alte schöne Stücke wiederentdeckt. (Die Coverversion von: „Weine nicht, wenn der Regen kommt“, beispielsweise). Und wie ich heute morgen erfahre, gibt es mittlerweile auch Anmeldungen für den Fotokurs! (Gestern in der Ausstellung auch noch jemand…): „In the end everything is ok. If it’s not ok, it is not the end.“ (S.F.) Danke auch an Tarek Fathy.
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literaten

KUNSTSTOFFE DRITTER TAG

20 Uhr: Es liest: Die PÜTTLINGER LITERATENGRUPPE.
Margret Roeckner, Georg FOX, Eva Dörr-Vieregge und Vera Hewener.

22 Uhr: LANGE FLOMMERSFELD-NACHT.
Hörstücke, Texte und Filme mit Musik von Stephan Flommersfeld.
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Bild: Stephan Flommersfeld (bei den Abgebildeten handelt es sich NICHT um die Püttlinger Literatengruppe!!)

kunststoffe zweiter tag – werkbericht

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Ich entdecke ein Faible für die Schauwerbegestaltung. HEUTE ALLES. Das erste Buch aus dem LUBOK-Verlag verkauft! Und einen spannenden Vortrag von Alwin gehört. Und drei Karten von Julia Baur haben ebenfalls Verbreitung gefunden. Zwischen halb sechs und halb sieben Spaziergang durch Saarbrücken. Ganz alte Strecke über Charlottenstraße. Anno 1986 und so.

KUNSTSTOFFE der zweite Tag

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Dienstag, den 1. Dezember 2009, Beginn: 20 UHR:
KUNSTSTOFFE. ALWIN ALLES: Fotos zu Blow up.
3,- EUR Eintritt

Alwin Alles hat an Originalschauplätzen des Antonioni-Films Blow Up fotografiert.
Wie verändern sich Orte? Wie nehme ich diese wahr?
Welche Rolle für die Wahrnehmung dieser Orte spielt dabei die Kamera,
beziehungsweise die Wahrnehmung des zugrunde liegenden Films, der selbst
bereits (u.a.) das Verhältnis von Abbild und Wirklichkeit thematisiert hat.
Das Kino 8 1/2 ermöglicht, sich diesen Film zum Vergleich in den
darauffolgenden Tagen im Original anzusehen.
Machen Sie Sich selbst ein Bild!

kunststoffe erster tag werkbericht

Anreise 10 Uhr 20. Mit frischem Brot der Bäckerei Riefer aus Wemmetsweiler. Mit selbstgebackenem Kuchen. Ölen. Holunderlikören. Die Arbeiten hängen an den Wänden um 16Uhr20. Die Fotos laufen doch nicht automatisch in Endlosschleife…Erste frische Luft gegen 18 Uhr. Alwin Alles schreibt in der lichten Schulstunde auf die an die „Schüler“ ausgeteilten Zettel auf die Frage „Was ist Kunst“ den Satz: ALLES IST KUNST, was mich sehr zum Lachen brachte. Zurück gegen Mitternacht. Zwei verkaufte Postkarten und 16 Euro aus dem aufgestellten Spendentopf („Künstlersozialkasse“).img_4489

KUNSTSTOFFE. Der erste Tag.

Montag, den 30. November 2009, 20 UHR:
KUNSTSTOFFE. NAUWIESER NEUNZEHN, Nauwieser Straße 19, Saarbrücken.
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Eine lichte Schulstunde über Robert Gernhardt, gehalten von Manu Kleer. Ergänzt durch mundgeblasenes Kupferrohr (K. H.), Ausschnitte aus den „Hermann Dialogen“ („Hermanns-Erzählungen“ wär eigentlich der bessere Titel…) und ähnliche Geräusche. Energizing durch erprobtes pädagogisches
Personal. Life Gesang der Lehrerin zusammen mit Silvia Weißkircher.
Der Eintritt ist frei. Kuchen. Wein. Eine freiwillige Künstlerspende in der Höhe von 3,- EUR wird empfohlen.

nacht-29-11
Tusche, Öl, Wachskreiden auf Holz, 14,5x39cm, 29.11.09