Es gibt einen kleinen Videoschnipsel wohl aus einem längerem Interview mit Ann Cotten. Sie wird dort gefragt, was denn Poesie eigentlich sei. Und sie macht einen Schlenker zu Vorgärten. Und wenn sich nun in einem Vorgarten etwas findet, was merkwürdig zugeschnitten ist oder wächst oder ein Gegendstand vielleicht und man es nicht so genau einordnern könne, der Gestaltungswille aber klar erkennbar sei, auch wenn sich mir der Sinn nicht erschließt, das Ding also unverstehbar bleibt, aber heischt, dass es vielleicht verstehbar sein könne – sofern ich sie halbwegs verstanden habe: dann sei das so, wie es sich auch mit einem guten Gedicht verhalte.

Das ist mir auf alle alle alle Fälle sehr viel sympathischer als die gestaltungswilligen Statements all der beflissenen Künstler*innen-Kolleger*innen, die immer so Dinge von sich geben: Ich beschäftige mich mit den Unwägbarkeiten von Blablablupp. All diese Erklärungen des gepflegten Kunstgewerbes.

Es gibt wahrscheinlich mehr Autos als Künstler*innen. Aber wahrscheinlich auch mehr Tankstellen als ebensolche. Was immer das auch heißt in Zeiten der Inflation.

windräder für lebenshilfe

Das waren dann die Versuche vom 1.5., die mir wesentlich besser gefallen haben. Sie werden dann auch Eingang in die Bühnenbild-Projektion finden. Es sei denn, es käme noch ein technisches Problem dazwischen.

windräder für lebenshilfe

Für eine Szene in dem Inklusionsmusical braucht es WIndräder, die kräftig angepustet werden. Dies war die letzte Stufe einer Zeichnung, die steti verändert wurde mit Kohle, später Tusche und am Schluss Sprühfarben.

3.5.26

ich esse kuchen und könnte genauso gut tot sein, kuchen essen und tot sein sind in solchen momenten identisch, sind ein und dasselbe, während sie in der kirche silbrig aufgeblasene kreuze als luftballons in die luft halten, man kann keine nägel reinhauen, genauso wenig, wie man sie reinhauen kann in einen solchen tag

30.4.26 wal-purgis-nacht 23ur37 bis 23UUR41

letzte woche hab ich die garage geöffnet. keller sind in filmen ja der ausdruck des unbewussten. hier ist das aber gar kein film, sondern das richtige leben und auch nicht der keller, sondern die garage (was nicht heißt, das es im keller gut ausgesehen hat), aber die garage hat es getoppt: irgendwo dort drin sollte sich eine kleine pferdekutsche befinden. sie ist allerdings überhaupt nicht zu sehen. du machst das garagentor auf und du siehst einfach nur müll. ich weiß gar nicht mehr, wie lange mein bruder und seine frau das obere stockwerk des hauses bewohnt haben. neun jahre oder sowas könnten es gewesen sein. und dann ein plötzlicher auszug. wobei das wort auszug ja oft mit dem wort besenrein verknüpft ist. hier allerdings nicht. der auszug war bereits im dezember 2024. jetzt bin ich nach all den dingen im letzten jahr so langsam in der lage, ein wenig klar schiff zu machen. mein bruder macht es nämlich nicht. und was hat man denn schon für möglichkeiten? ich werde ein foto machen von der garage. ich hatte die idee, dieses foto auf leinwand drucken zu lassen. einmal für mich als kunstwerk, und einmal für meinen bruder und seine frau als weihnachtsgeschenk. jetzt sehe ich heute aber eine werbung für foto-ausdrucke u.a. auch auf kissen, decken etc. und jetzt weiß ich:  2 kissenbezüge, vielleicht sogar mit den jeweiligen namen drauf (könnte ich ja als namensschilder mit in den müll stellen und mitfotografieren) als weihnachtsgeschenke. und für mich eins als kunstwerk.

abendspaziergang

die welt als riesengroßer schwachtisch, die traurigkeit des abgebauten kinderkarussels, abgebaut auf der wiese, verdreckt, plastik und metall, vielleicht auch holz, vortäuschung falscher tatsachen, jedesmal frage ich mich, ob das nur so vor sich hinrostet oder tatsächlich noch benutzt wird, ein jeep neben einem zaun, hinter dem leute sprechen, nachbarschaft, auch zeitungen haben ihre gerüche, manche mag ich, manche mag ich nicht, volks-lore, menschen, die in ihren garagen aus den autos steigen um ohne umherschweifen in ihre häuser zu krabbeln, hättest du für mich einen kalten bauch (?), eine ente quietscht in der luft, fliegt man besser, wenn man schreit (?), warum können pferde nicht gähnen (?), zu groß geratene hunde, die wie pferde aussehen, gleich hebt einer ab, ein baum klebt auf der wiese, die blumen kleben am himmel, nichts spiegelt sich und das internetz ist auch nichts anderes als eine zu groß geratene spinnenfalle für alltagsdumme, gefühlt ewig, wie heißt noch schnell die pflanze, die dich sticht (oder beißt, wie sagt man (?))(?), egal, sie riecht nach zwölf hunden mindestens und gleichzeit, riechen kann man aber nur nacheinander, meine mütze ist nicht verloren, mein ladekabel ist nicht verloren, eine freundin mit teilviel ahnung, kann man einen sonnenuntergang malen, der nicht kitschig ist, der sonnenuntergang unterhalb des weges gefällt uns besser als der oberhalb des weges, wir schweifen ab, ein extrem lauter vogel, bei vögeln erträgt man das, was man bei menschen furchtbar findet, im angesicht jedweder lüge ein doch ganz angenehmer abend

biieschen Glück

Manchmal gibt es ja doch Sachen, die einen freuen. Der VHS-Kurs am Samstag zum Beispiel. Mit einigen unerwarteten „Durchbrüchen“. Und der Betrachtung der kontinuierlich entstehenden kleinen Pflanzenstudien und -skizzen einer Teilnehmerin. Kleinode der Zeichenkunst. Sie beinhalten all das, was Zeichnen (für mich) ausmacht: Einfachheit der Mittel, Sensibilität und Beobachtung. Eine Annäherung an das jeweilige Objekt mit Respekt und Freude. Klarheit der Auseinandersetzung.

Und auch am Freitag gab es ein wenig Glück, als meine Ansätze für die Bühnenbilder des Lebenshilfe-Musicals mit Freude aufgenommen worden sind. Jetzt kann die Arbeit weitergehen.

Und eine Einladung zu einer Ausstellung der Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern. Ein sympathischer Verein, der schöne Ausstellungen macht. Und bei der nächsten darf ich wieder dabei sein. Seit gestern die Überlegungen: Was möchte (und könnte) ich in dem Zusammenhang denn gerne zeigen wollen?

Heute morgen beim Treppab-Steigen fällt mir dann ein Portrait auf aus den Zeichnungen und Malereien zu Daniel Osorios „Herz im Gegenlicht“. Und da dachte ich: das isses. Diese genial vertonte, genial aufgeführte und verfilmte und genial geschnittene Geschichte aus der chilenisch-kolonialen Vergangenheit mit Gewalt, Habgier und Völkermord passt in unsere Zeit wie keine zweite – so wollte ich schreiben – aber: sie passt in unsere Zeit wie leider auch viele andere.

Hier der Linke zum Film. Eines der besten Projekte, bei denen ich mitwirken durfte.  

Hier meine ausgesuchten Bilder.

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