Heute (oder gestern) mal wieder ein Post von einer künstlernden Kollegin: Eine Aral-Tankstelle in Saarlouis mit aktuellem Spritkosten-Hochpreis-Status.

Früher hat sie sich sogar manchmal nicht entblödet, darunter dann noch: Frohes Wochenende zu schreiben. Hat sie diesmal nicht.

Trotzdem: Was will sie damit sagen? Dass das Benzin teuer ist, das wissen wir. Das wäre also ein schuldhafter Fall von Redundanz. Aber das scheint mir nicht gemeint. Aber es erfolgt auch keine Analyse, woher das jetzt alles so kömmt.

Heute in Völklingen dann ein Mann (eher Endfuffziger), der an einem vor dem alten Rathaus aufgestellten mobilen Geschwindigkeits-Messer (vulgo: Blitzer) posiert hat, als sei es ein erlegtes Großwild. Seine Frau musste das fotografieren.

Auch hier: Was will uns das sagen? Ich triumphiere zu Fuß über die Polizeigewalt?

Leute, ihr seid doof. Duch die Bank. Fast alle.

Mindestens mal 44% in Sachsen-Anhalt.

Da ist der hinterlassene Dreck meines Bruders wenigsten Dreck dagegen.

(keine Ahnung, was er wählt).

6. September 2026

Diese Datum bitte merken. Es ist ein weiteres Scheißdatum in der deutschen Geschichte. Vielleicht werden wir uns daran genauso erinnern irgendwann wie an den 8.11. (betreffendes Jahr frei wählbar). Kotzen und Fressen. Und es wird später niemand mehr erklären können, warum eine als rechtsextremistisch eingestufte Partei überhaupt zu einer Wahl antreten durfte. Ist gegen menschliche Dummheit denn wirklich keinerlei Kraut gewachsen? Wir holen uns unser Land zurück! Wo war es denn die ganze Zeit? Ich muss immer an Gregor Gysi denken, der mal gesagt hat:

„Wissen Sie, wenn so jemand kommt und mich das fragt, dann sage ich eigentlich immer: Wieso gehen Sie eigentlich davon aus, dass Sie mehr haben, wenn andere weniger haben?“

Und vielleicht noch schlimmer als die „Tatsache dass“, ist das Gefühl, von einem Riesenmeer an politischer Stamm-Steinzeithirn-Dummheit umgeben zu sein.

Übersprungshandlung

Direkt am Parkplatz am neuen Rathaus findet sich diese Bank, wo sich Vöklingen klar positioniert. Direkt dahinter ein Ort radikaler Gewalt an Gebäuden. Handelt es sich hier um eine Übersprungshandlung? Ich fand die Kombi der beiden tatsächlichen reale-Welt-Tatsachen recht aussagekräftig.

no AI

Diese Fotos sind nicht mit KI generiert. Sie sind auch kein Artwork. Sie sind Harth-Work. Denn auch mein Bruder hört auf diesen Nachnamen. Ich habe Freitag 2 Stunden und Samstag mindestens 6 Stunden damit zugebracht, einen 7-Kubikmeter Mischcontainer fast komplett mit Müll aus dieser Garage, dem Keller und der Wohnung zu füllen. Das meiste stammt aus Keller und Garage. Und während der Container nach getaner Arbeit aussieht, sieht die Garage weiterhin so aus, als sei fast nix passiert.

Auch ein Beitrag zur Reihe „Raumkonzepte“, wenn man so will.

Du stehst da drin und du verstehst es nicht.

Ein Nachbar hat gemeint: Es sammelt sich über die Jahre halt so einges an. Das ist eine völlig falsche Beschreibung. Hier hat sich nix angesammelt. Hier wurde alles auf’s Wildeste fallengelassen, durcheinandergeschmissen, noch während des Fallens vergessen. 14 Autoreifen! Mindestens 17 Felgenabdeckungen (oder wie die Dinger heißen), Säcke mit Arbeitsklammotten und Schuhen, nicht gereinigten Pinseln und sonstigem Arbeitsgerät, Werkzeuge, Schraubenschlüssel, Bohrmaschine, andere Geräte, die sich zwischen Altöl und unendlichen Mengen von Plastikflaschen finden. Ich gebrauche für mich selten das Wort „unbegreiflich“. Hier hab ich es ständig vor mich hingemurmelt.

Es lässt sich nur verstehen, wenn man es als Krankheit sehen kann. Was die Sache für einen selbst nicht besser macht. Aber wenigstens halbwegs erträglich.

Der Container kann abgeholt werden. Meine Arbeit ist noch lange nicht getan.

Sperrmüll als nächstes. Und die weiteren Sachen in der Garage sortieren nach den Dingen, die auf den Wertstoffhof müssen oder sonstwo hinkommen. Wer nimmt alte Reifen mit Felgen dran?

Irre.

(Erinnert mich an Rainald Götz‘ Buch „Irre“, auf dessen Taschenbuch-Rückseite gedruckt steht: Don’t cry – work)

der Eremit Pan Lang aus dem ostasiatischen Museum in Köln

Gestern und heute 2,5 Tonnen Holz verräumt. Irgendwie nicht vorstellbar. Von Schüttholzmeter-Unordnung in gestapelte Form gebracht. In Unordnung eine Form bringen. Früher dachte ich, das sei eigentlich auch die Arbeit als Zeichner, Maler, Musiker etc. Denke ich das immer noch? Dinge ordnen, in Form bringen. Sich informieren heißt ja auch nichts anderes, als seine Gedanken zu ordnen auf eine außer einem selbst liegende Methode, die man annimmt, um sie in eine andere Form zu bringen als gewohnt. Ist es nicht? Körperlich bin ich durch die zweieinhalb Tonnen ein wenig, aber wirklich nur ein wenig, außer Form gebracht. Müdigkeit in den Knochen, wo ansonsten vor allem meine Augen müde sind. Die Arbeit mit Holz ist an genehm. Ab morgen steht dort, wo heute das Holz in einem Netz unordentlich aufgeschüttet war, ein 7 Kubikmeter Container für Entrümpelungs-Müll. Arbeit mit brüderlich hinterlassener Hinterlassenschaft macht weniger Freude. Wahrscheinlich. Damit beschäftige ich mich ab morgen und Freitag und Samstag und vielleicht auch noch Montag. Dazwischen pinsele ich Aquarelle. Nach fast 14 Tagen, an denen ich überhaupt nicht zum Malen gekommen bin, kaum zum Skizzieren kostet es fast schon wieder so was wie Überwindung. Befreit mich aber sofort. Weltvergessen nur auf die Pinselbewegungen und Farbkleckse konzentriert sein. Musik hören dazu. Eine alte Platte von Tom Waits. Wurzeln sind wichtig. Am Sonntag Abend sogar ein wenig Fahrrad gefahren. Nicht um irgendwo hinzukommen, sondern um Fahrrad zu fahren. Am Wald gewesen, wo es letzens gebrannt hat. Vorne am Weg die Schneise, die die Feuerwehr geschlagen hat. Alles vertraut und anders. Ein Waldstück, wo wir nicht so oft waren. Der Weg vorne in dunkler Erinnerung. Erinnerung verloren. Nicht wieder auszugraben. Wie die dunkle Erinnerung an einen Abstecher während einer Reise. Erinnerung an enge Straße mit kleinem Dorf, dessen Häuser überwiegend als Ferienhäuser genutzt werden. Will ich tot sein? Heute abend grad nicht. Bin auch ein wenig weniger müde als sonst. Verbranntes Holz. Ich habe bei einer Ausschreibung gewonnen. Das dritte Mal in meinem Leben, wo ich was gewonnen habe. Es hat mich gefreut, auch wenn ich diese Arbeit jetzt auch noch an der Backe habe. Trotzdem: Wettbewerbe gehören abgeschafft. Preise gehören abgeschafft. Generell. Überhaupt. Konsequent. Jurys gehören abgeschafft. Die Studiengänge Kuratieren gehören abgeschafft. Und Kunsthistoriker*innen sind die natürlichen Feinde des Künstlers. Aber das ist ein  ganz anderes Thema. 😉 Die Mysterien finden am Hauptbahnhof statt. Oder im Badesee.

Wir fällen schon mal vorsichtshalber die Bäume, bevor sie dem nächsten Waldbrand zum Opfer fallen.

Herzliche Einladung!

Zu unserer Stadtlabor Eröffnung + Programm!

Am kommenden Wochenende startet das FREISTIL_STADTLABOR – und wir möchten Sie und euch ganz herzlich dazu einladen.

Das STADTLABOR lebt von den Menschen, Vereinen, Initiativen und Einrichtungen in Völklingen, die ihre Türen öffnen, ihre Perspektiven einbringen und gemeinsam mit uns ausprobieren, was entstehen kann, wenn Kunst mitten in die Stadt geht. Deshalb würden wir uns sehr freuen, gerade Sie und euch bei folgenden Veranstaltungen zu treffen:

Los geht es am Samstag, 5. September, um 15 Uhr mit

„LA RENCONTRE“ im Haus Afrika, Rathausstraße 37.

La Rencontre (Die Begegnung) ist ein Spiel, das seinen Namen zu Recht trägt:

Es wurde von der fabrique autonome des acteurs entwickelt, um zwei

Menschen zusammenzubringen, die sich nicht kennen, vielleicht sogar sehr

unterschiedliche Lebensrealitäten haben und glauben, nicht viel gemeinsam zu

haben.

LA RENCONTRE

Um 18 Uhr geht die Eröffnung mit

„SILHOUETTEN-GEFLÜSTER“ in der Eligiuskirche weiter.

Eine Tanz- und Musikperformance mit lyrischer Gebärdensprache

In dieser Performance verschmelzen Bewegung, Musik und Gebärdensprache

zu einer gemeinsamen künstlerischen Sprache. Hörende und gehörlose

Performer*innen erkunden gemeinsam die Rollen, Erwartungen und Masken,

die Menschen im Laufe ihres Lebens prägen – und die Frage, wie ein

authentisches Miteinander gelingen kann.

SILHOUETTEN-GEFLÜSTER

Am Sonntag, 6. September, um 15 Uhr heißt es dann

ZU BESUCH BEI VÖLKLINGER INITIATIVEN, Treffpunkt Haus Afrika,

Rathausstraße 37.

Gemeinsam mit Künstler*innen und Völklinger Vereinen geht es bei diesem

besonderen Rundgang quer durch die Stadt: Von Ort zu Ort ziehen die

Teilnehmer*innen, lernen unterschiedliche Initiativen kennen und erfahren,

woran dort gearbeitet wird.

Jede Station gibt einen kleinen Einblick in die Menschen, Ideen und Projekte,

die Völklingen prägen.

Mit dabei sind: Das Haus Afrika, der Fotoclub, das SOS-Kinderdorf, die

Fairtrade Initiative und das Netzwerk Freie Szene Saar

ZU BESUCH BEI VÖLKLINGER VEREINEN

Am 8., 10. und 15. September, jeweils um 18 Uhr, laden wir im City Büro Völklingen, Rathausstraße 28, zu

VÖLKLINGEN WEITERDENKEN ein.

Was steckt in dieser Stadt? Was wünschen sich die Menschen, die hier leben?

Und wie könnte Völklingen in zehn Jahren aussehen? Bei den offenen Treffen

möchten wir gemeinsam den Blick darauf richten, was bereits da ist – und was

daraus entstehen könnte.

VÖLKLINGEN WEITERDENKEN

 

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Das gesamte Programm des FREISTIL_FESTIVALs findet sich unter:

Homepage

Herzliche Grüße,

Corinna Preisberg

für das Team des FREISTIL_FESTIVALs

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nicht vergessen: das Recht, Rechte zu haben, das Hannah Arendt erwähnt, vielleicht auch in Bezug zum Thema „BEWEGUNG“