


Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth










Auch an einem Montagabend im Kurs als Erklär-Skizze entstanden und dann zerrissen und jetzt wieder zusammengefügt.



Selten, sehr selten entstehen in einem Kurs aus einer bestimmten Anregungen heraus eigene brauchbare Zeichnungen. Letzten Montag dann doch.
der mensch wird nicht hübscher, wenn er auto fährt, aber er tut es natürlich trotzdem. tagaus und tagein. ohne unterbrechung, vorwärts, rückwärts, meist vorwärts. manche haben vorfahrt und ampeln gibt es. der faradaysche käfig schützt nicht nur vor blitzeinschlag. ist straßenvekehr so etwas wie der alltag? hier bin ich mensch, hier darf ich sein? manche sitzen auch zu viert im auto. wir müssen als erstes an der ampel sein, denn wir sind ein spermium. oder sonstwo. zeit ist leid. welches bild habe ich von der welt, wenn ich immer nur auf grüne ampeln treffe? wenn es nur noch philosophen am lenkrad gäbe? nirgends darf ich aussteigen, denn es handelt sich um eine utopie. parkverbot heißt, dass niemand je ins grüne darf. halteverbot, dass alle rastlos leben müssen. oder rastlos rasen. ich halte mich am lenkrad. ich beiße hinein und es schmeckt kein bisschen nach advent. ich bin nicht gern, wo ich herkomme. und weißt du: das geht allen so!
letztens haben wir geatmet nicht heimlich sondern in aller öffentlichkeit und es war fast schön und angenehm die luft konnte man sogar im spiegel sehen da sie die körper steigerte und dehnte und steigerte und dehnte fast ins unermessliche von dem ungaretti sagte dass es ihn erleuchte aber ich ernähre mich durchs unvergessliche und nicht durchs unermessliche und wenn ich das hier sehe und nicht vergesse dann werde ich platzen platzen und platzen und das atmen wird mir eine qual
die sehr schmale mondsichel mit dem stern darunter – fast bin ich zu faul gewesen, es zu zeichnen – ein schlechter versuch etwas später aus dem gedächtnis, aber immerhin: ansonsten wäre der mond ewig verloren
(es ist interessant: auf die idee, zeichnungen zu verbessern, kommt man ja immer mal wieder. und natürlich schraube ich immer wieder auch, und manchmal sogar massiv, an sätzen und texten rum. zum erstenmal aber komme ich auf die idee, einen text, in diesem fall den tagessatz vom 20.9. letzten jahres nur in einem einzigen wort zu verändern, aber beide versionen so stehen zu lassen.)



















