
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth


dass hier zunehmend sprühfarbem auftauchen hat nichts mit meiner geschätzten kollegin olgaruth blass zu tun, die gerade im künstlerhaus in saarbrücken gezeigt wird. sie ist 101 jahre alt und hat vor einiger zeit die sprühfarben für sich entdeckt.
ich bin ein paar jahre jünger und habe die sprühfarben als mitorganisator der PRÜF-demos entdeckt, die wir seit april auch hier in saarbrücken angeleiert haben. ich habe dort einen platz betreut, an dem man sich eigene demo-schilder erstellen konnte, vermittels schablonen etc.
und die eigentlichen initiatoren hatten u.a. auch sprühfarbe. ich hatte keinerlei erfahrung damit, hab mir dann eigene gekauft (auf wasserbasis), um ein bisschen ein handling dafür zu bekommen. und jetzt finde ich das grade superspannend. und mache schöne entdeckungen.
und die PRÜF-demos gehen weiter.
auch wenn von meinen bildkunst-kollegen bisher da noch kaum einer den weg hingefunden hat. volker schütz habe ich gesehen. doch. doch.








der mensch wird nicht hübscher, wenn er auto fährt, aber er tut es natürlich trotzdem. tagaus und tagein. ohne unterbrechung, vorwärts, rückwärts, meist vorwärts. manche haben vorfahrt und ampeln gibt es. der faradaysche käfig schützt nicht nur vor blitzeinschlag. ist straßenverkehr so etwas wie der alltag? hier bin ich mensch, hier darf ich sein? manche sitzen auch zu viert. wir müssen als erstes an der ampel sein, dann sind wir ein spermium. oder sonstwo. zeit ist leid. hier ist jetzt. welches bild habe ich von der welt, wenn ich immer nur auf grüne ampeln treffe? oder immer nur auf rote? die afd will ampeln nur noch mit blauem licht. was wäre, wenn es nur noch philosophen am lenkrad gäbe? nirgends darf ich aussteigen, denn nirgends gibt es einen halt. parkverbot heißt, dass niemand je ins grüne darf. halteverbot, dass alle rastlos leben müssen. oder rastlos rasen. ich halte mich am lenkrad. ich beiße hinein und es schmeckt kein bisschen nach advent. ich bin nicht gern, wo ich herkomme. ich bin nicht gern, wo ich hinfahre. und weißt du: das geht allen so!


15.5.26 ein hündchen im dino-kostüm, eine frau am müllcontainer, deutlich dem hund zugehörend und die das alles auch schön findet, ein monotoner mäh-roboter, im dino kostüm, ebenso (das wäre ja auch vorstellbar (wieso ist noch nie jemand auf die idee gekommen, seinem mähroboter ein dinokostüm???)) = falsche atavismen im zeitalter falscher gefühle (war das nicht die definition von „kitsch“ das mit den falschen gefühlen (?), aber laut milan kundera ist kitsch ja die „verleugnung der scheiße“), im zeitalter falscher zukunftsvorstellungen also, auf dem trainingsplatz nebenan mehr bälle als spieler, wie zeichnet man das geräusch von torschüssen (?) – – – und jetzt, jetzt erst fällt es auf: kein einziger torwart weit und breit!
bedeutend ist ungleich allgegenwärtig
Freiheit und Freizeit: 1 Buchstabe Unterschied
stöbere eben ein wenig in meinen „tagessätzen“. entdecke den vom 30.11.2016:
wenn es niemanden interessiert, was du tust, existierst du dann – wenn es nur ein paar interessiert, was du tust, existierst du dann ein wenig mehr – wenn es alle interessiert, was du tust, was dann???



kaum geh ich vor die tür,
mache ich mich schuldig
die nachbarin rettet den vogel
aber die luft, die wir atmen,
atmet sonst jemand anderes
… lese eben im www: Trump plant weitere Energiekrise.
Yepp: weiter so!

foto: gerhard schaal
Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?
Die letzten Tage vor allem Dateien für die Projektion der Bühnenbilder für das Inklusionsmusical der Lebenshilfe Saarbrücken.
Zeichnungen, die ich mit den Leuten dort vor Ort gemacht habe, eigene Zeichnungen, die ich dort vor Ort gemacht habe, kombiniert zu elektrischen Collagen, die dann projiziert werden.
Dies wär die erste Szene, die, zu diesem Zeitpunkt recht traurige Stadt Grauburg.
