… Diese Masse verzweifelter und ressentimentgefüllter Individuen wuchs sehr rasch nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland und Österreich, wo Inflation und Arbeitslosigkeit in kurzen Abständen der militärischen Niederlage und ihren Konsequenzen gefolgt waren; …

Diese Menschen konnte man nicht mehr zu politischen oder revolutionären Aktionen bewegen, indem man ihnen sagte, dass sie nichts mehr zu verlieren hätten als ihre Ketten; sie hatten bereits sehr viel mehr verloren als die Kette des Elends und der Ausbeutung, als das Interesse an sich selbst ihnen aus der Hand geschlagen wurde. Ihr materielles Elend war zumeist durchaus erträglich dank der Sozialversicherung moderner Staaten, aber das gab ihnen die verlorene Beziehung zu einer gemeinsamen Welt nicht wieder. Mit dem Verlust der gemeinsamen Welt hatten die vermassten Individuen die Quelle aller Ängste und Sorgen verloren, die das Leben in der Welt nicht nur bekümmern, sondern es auch leiten und dirigieren.

(S. 678 f.)

Der Massenerfolg der totalitären Bewegungen bedeeutete das Ende zweier Illusionen, die allen Demokraten, besonders allen Anhängern des europäischen Parteiensystems teuer gewesen waren. Die erste Illusion war, daß alle Einwohner eines Landes auch Bürger sind, die ein aktives Interesse an öffentlichen Angelegenheiten nehmen, und daß jeder einzelne zwar nicht notwendigerweise in einer Partei organisiert zu sein brauchte, aber doch mit irgendeiner von ihnen sympathisierte und sich auch von ihr vertreten fühlte, wenn er selbst niemals wählte. Die Bewegungen bewiesen, daß politisch neutrale und indifferente Massen die Mehrheit der Bevölkerung auch in einer Demokratie bilden können und daß es also demokratisch regierte Staaten gibt, die zwar im Sinne des Mehrheitsprinzips funktionieren, in denen aber dennoch nur eine Minderheit herrscht und überhaupt politisch repräsentiert ist.

Die zweite Illusion, die von den totalitäten Bewegungen vernichtet wurde, war, daß diese politisch neutralen und indifferenten Massen auch ohne politisches Gewicht seien, daß sie wirklich, wenn es sie schon gab, neutral seien und nur den Hintergrund des politischen Lebens der Nation bildeten.  …

Da die totalitäten Bewegungen trotz ihrer Verachtung des Parlamentes, und nur scheinbar im Widerspruch zu ihr, sich an öffentlichen Wahlen beteiligten und ihre Repräsentanten in die Reichstage schickten, konnten sie sogar innerhalb demokratischer Spielregeln demonstrieren, daß die parlamentarischen Majoritäten nur scheinbare waren, daß die antiparlamentarischen Bewegungen im Begriff waren, die Mehrheit des Volkes zu repräsentieren, daß also die Majoritäten, die sich in den Parlamenten innerhalb des Parteiensystems bildeten, den Realitäten des Landes niemals entsprachen; …

Man hat immer wieder bemerkt, daß totalitäre Bewegungen sich der demokratischen Freiheiten bedienen, um dieselben abzuschaffen.

Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, S. 670f.

HEUTE KÖNNT IHR EUCH WIEDER DIE MENSCHEN OHNE PARKPLATZ ANGUCKEN STOP IM SALI E TABACCHI FELDMANNSTRASSE 144 STOP SAARBRÜCKEN STOP ICH SELBST BIN DORT UND MACHE AUFSICHTSPERSON STOP AUCH ERKLÄRPERSON STOP ICH WERDE AUCH GARANTIERT NIEMANDEN ERQUICKEN STOP

time runs dabber oder: mühsam nährt sich das eichhörnch’n

mittwochabend: probe in der erzhalle in völklingen – STOP – donnerstagabend: probe im TIV in saarbrücken – STOP – freitagabend: aufführung im TIV in saarbrücken – STOP – heute: parking day und eröffnung der ausstellung „menschen ohne parkplatz“ in saarbrücken, galerie sali e tabacchi, 16 uhr, felmanstraße 144 – STOP – sonntag, 20 uhr, erzhalle: aufführung „orpheus‘ unterwelt“ in der erzhalle der völklinger hütte – STOP – dazwischen noch all die anderen sachen – STOP – am 29. fahr ich nach köln, um ein vogelbild zu signieren – STOP –

ps: das buch „unendliche postkarte“ von daniela daub ist auch jetzt offiziell erschienen, könnt ihr kaufen, edition federleicht, und am 25.9. gibts dazu die vernissage in der büchergilde in wiesbaden (da bin ich aber nicht, da ich keinen klon gefrühstückt habe), aber bei der finissage am 14.11. bin ich dort vor ort