



„Die Weltraumfahrt: Ein Abfallprodukt der Bratpfannenbeschichtungsforschung.“ (Titanic)
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth




„Die Weltraumfahrt: Ein Abfallprodukt der Bratpfannenbeschichtungsforschung.“ (Titanic)






Der Fehler beginnt schon dort, wo man morgens mit dem Auto seine Brötchen holt. Binsendings. Und heute morgen dann ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung, überschrieben mit „Beim perfekten Urlaub müssen Preis und Leistung stimmen“. Eigentlich ist diese Überschrift bereits ein Gedicht. Unglaublich, was da drin steckt an falschen Lebenserwartungen. Im Text geht es dann wie folgt: „…So gehören zu den ermittelten Top Ten für ‚Das perfekte Urlaubsglück‘ auch eine schöne Natur, Gastfreundschaft und freundliches Personal, Atmosphäre und Gemütlichkeit, Harmonie, leckeres Essen, Ruhe und Erholung, warmes Wetter und viel Sonne, ein gesundes Klima und eine unkomplizierte Anreise.“ Die Welt als Wille und Vorstellung. Vielleicht sollte man für einen solchen Urlaub den Schopenhauer-Preis kreieren?? (siehe Sisyphos-Preis?)




heute erreicht mich auf facebook folgende Einladung, die ich hier gerne weitergeben möchte:
Au Brandelfinger-Hof (google maps: France Ferme de Brandelfing 49.086147, 7.207620 )
am Freitag, 4.Juli 18.00 bis Sonntag, 6.Juli 2014
du vendredi 4 juillet à partir de 18h au dimanche 6 juillet 2014
„L’art est ce qui rend la vie plus intéressante que l’art.“ Robert Filliou
Auf Deutsch :
Ein kleines, grenzenloses Fest, zu dem alle eingeladen sind, die Zeit und Lust haben, dabei zu sein und etwas zu gestalten. Einen Moment erleben, in dem aus Erde, Feuer, Luft, Wasser, Pflanzen, Inspiration Neues entsteht.
Es fängt am Freitagabend mit Vorbereitungen an und kann bis Sonntag dauern. Jeder bringt etwas mit, das sie teilen möchte. Wir entscheiden in jedem Augenblick, ob wir Künstler sein wollen oder Zuschauer. Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Und es geht nicht darum, „fertige Werke“ mit zu dem Treffen zu bringen, sondern vielmehr sich vor Ort Eindrücken, Erfahrungen, Schaffensprozessen zu überlassen.
Auf dem Brandelfinger-Hof gibt es einen hohen Himmel, reichlich Wiese und Bäume, Platz für Kinder, Wasser, Lehm, etwas Feuerholz, Elektrizität, Stroh, Brot, Wein, Bohnen, Salat, Küche, Toilette, zwei Räume, Tisch, Stühle, ……….und was uns noch einfällt.
Was ihr mitbringen könnt: was euch einfällt, Kind und Kegel, Freunde und Verwandte, was zu gestalten, was zu zeigen, was zu essen und zu teilen, was zu trinken und zu teilen, Schlafsack etc., vielleicht ein Zelt, Geschirr, Besteck, Becher, Aufzeichnungsgeräte, Material, Werkzeug, …….?
Heute habe ich auf der Straße im Vorbeigehen einen Dialektausdruck gehört, den ich noch aus meiner Kinderheit kenne, aber schon lange nicht mehr ehört habe: netzen. Bei demm Rään brauchd ma heid net zè netze. Ca veut dire: Heute regnet es ausreichend, dass man die Pflanzen im Garten nicht gießen/wässern muss. Kommt wohl von „benetzen“.
Man kann heute abend Fußball gucken. Man kann um 18 Uhr aber auch zu Christoph Rammcher in das Donnerstagszimmer, Mainzer Straße 31 in Saarbrücken. Oder zum Metzgersmal zu Annelie Scherschel in die Marktstraße 1 in Neingkeije (Neunkirchen/Saar). Oder in die Sparte 4 zu TSCHICK.

… durch Zufall ein Gespräch mit einer befreundeten Künstlerin, die grade etwas an die Stadt SB verkaufen konnte, das Gespräch ging dann um generelle Lebens- und Kunstplanungen, und sie berichtete von einer Ministerialbeamtin, die einmal ein bereits sei längerem ausstehendes Honorar drücken wollte mit dem Argument, Künstler hätten ja einen gewissen sozialen Auftrag und von daher gesehen hätten sie diese Arbeit sogar ohne Honorar machen müssen. Von dem sozialen Auftrag von Politikern, Ministerialbeamtinnen, Ärzten usw. mal abgesehen: alle bekommen sie Geld für das, was sie tun, manche befinden sich sogar im Status des Beamten. Also wie jetzt?
Aber das kennt man ja alles.
Der Gedanke arbeitete bei mir aber noch weiter, und eigentlich ist schon die Prämisse falsch:
DER KÜNSTLER HAT KEINEN SOZIALEN AUFTRAG!
ALLENFALLS HAT DER KÜNSTLER EINEN ASOZIALEN AUFTRAG!
UND BESTENFALLS HAT ER ÜBERHAUPT KEINEN AUFTRAG (von dem ein oder anderen gutbezahlten mal abgesehen).


Seit letztem Jahr hatte ich die Idee zu einem bestimmten Bild, das sich mir auf einer abendlichen Fahrradtour aufgedrängt hat. Ich habe dann dort Fotos gemacht, ich habe letzten Sonntag diese beiden Skizzen gemacht. Überhaupt umtreiben mich Gedanken der Veränderung. Weniger malen, anderes malen, präziser arbeiten. Früher habe ich das Einzelbild mehr oder minder verweigert, für Nonsense erklärt und mich für die Entwiclungen von Bild zu Bild mehr interessiert als für das einzelne Bild. Das scheint sich zu ändern. Weniger Bilder herzustellen, wenn’s ja sowieso keinen interessiert, wieso also diesen Materialwust, dafür an wenigen Dingen präzise arbeiten. Die Zeichnerei war mir eh immer wichtiger, dort sind die vielen täglichen Beobachtungen und Gedanken ja weiterhin flüssig zu klären. Auch dieses Ding, das ich in meinen Kursen immer angeregt, aber selbst nie gemacht habe: ein Jahr lang an einem Bild arbeiten, egal ob man es zwischendurch immer wieder für fertig hält, wurscht, weiterarbeiten und sehen, wie man sich sebst immer wieder provozieren kann, und nach einem Jahr ist dann Schluß und fertig. Und ansonsten in „Produktionen“ denken. Mit bestimmten Menschen (oder auch solo) Produktionen schaffen, die man an unterschiedlichen Orten aufführen und zeigen kann.



