

oben Badischer Kunstverein und unter Botanischer Garten
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth


oben Badischer Kunstverein und unter Botanischer Garten
cool in der crise
ich stehe vor dem hauptbahnhof in karlruhe.
es ist samstagmorgen, kurz vor halb 11.
es hat mich kaum etwas gekostet, um hierher zu gelangen
kaum geld, kaum schmerz, kaum mühe
ich warte und beobachte das ruhige hin- und her
der menschen und straßenbahnen
gerade die sich gleichmäßig bewegenden bahnen
erwecken den eindruck einer ewigen und ausgeglichenen pendelbewegung
ittersbach hin
und neureut kirchfeld her
der mann hält seinen becher
und streichelt aufmerksam und von der außenwelt fast unbemerkt den unterarm seiner frau
dazu trinkt er einen süßen tee
alles bleibt auf einer fixen ebene
nichts schwappt über
ist das alles nur die ruhe vor dem endgültigen zusammenbruch?
bewegt sich das kind hinter seiner mutter
bewegt sich das kind neben seiner mutter
bewegt sich das kind überhaupt
bewegt sich die mutter
überhaupt
steht die mutter
neben dem kind
neben der ampel
neben sich selbst
schwarz ist keine farbe
und überhaupt
gelingt das einfache
nur im komplizierten
musik kann man auch ohne fragen ertragen. Schwimmen allerdings will gelernt sein. Atemzüge können gemacht werden, auch ohne, dass man sinkt. Ohne wunderlampe geht gar nichts (allerdings und die…). Auf keiner wiese herrscht ruhe, gebräunt wird nicht lautlos. Wir reiben uns an der einzig brennenden straßenlaterne und sehen die philosophen hinter den startlöchern. Wir wollen nichts mehr hören. Großes ohr und kleines ohr sind sich einzig einig. Man traut sich nicht ins wasser. Man steht an der kasse, vor der kasse, hinter der kasse. Der eintritt ist ein gedanke geworden. ein gedanke ist das gegenteil von gedankenlos? Wir wissen es nicht. Der freund fragt und die mutter sagt: natürlich darf er mit ins schwimmbad. Hauptsache er bleibt dumm und trinkt nachher brav seinen pfefferminztee mit chlorgeschmack. Wir stehen an der hecke und sind enttäuscht. Die katzen werden im see ertränkt. Ihre musik kann man nur mit fragen ertragen.
21.6.22 19uhr13 bis 19uhr17
die zwölf baustellen des klaus h. Mein vater bringt mich mit dem auto dorthin, wo ich gebracht werden möchte. Das heißt: eigentlich will er mich hier noch nicht herauslassen. Ich sage aber: ich will hier heraus. Von hier aus ist es nicht mehr weit. Eine schmale straße, wenig verkehr, links alte etwas heruntergekommene mietshäuser, so drei bis vier stockwerke. Keine frische farbe dran. Ich steige aus. Und trage zwei große, etwas bröselige kastenförmige kuchen vor mir her. Sie sehen ein bisschen aus wie große schwämme. Ich will in die kleine wohnung, die ich hier immer noch angemietet habe, wo ich aber kaum noch bin. Ich habe keinen schlüssel dabei. Die haustür steht glücklicherweise offen und ich denke noch: drin bin ich schon mal, jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich in meine wohnung komme. Treppe hoch und alle wohnungstüren stehen offen. Hier wird scheint`s frisch renoviert. Meine nachbarin (und so eine art hausmamsell) kommt auf mich zu, ich falle auf der letzten treppenstufe vorwärts und mein kuchen fällt und bröselt ihr entgegen und ich sage noch: gell, so kennen sie mich. Und sie sagt: hätte es mir nicht anders vorstellen können. Wo waren sie all die jahre? In meiner wohnung kleben frische tapeten. Keine möbel.







Seit Donnerstag hängen nun auch endlich die Bilder in Illingen. Reproduktionen von 12 gezeichneten Portraits nach alten, spontan ausgesuchten Glasnegativen aus dem Fundus des Illinger Fotografen Lorenz. Dazu fünf vergrößerte Fotografien von im ehemaligen Lorenz-Haus inszenierten Glasnegativen. Dazu ein Aquarell gegend-illingen, das die alten Lorenz-Aufnahmen zur Ortsgeschichte ergänzt.










