gesterday im nachbarort

(„…von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt wurde das Kind mit viereinhalb Jahren größenwahnsinnig (Bodo Kirchhoff))

KI und Kl.H.

Ein grundlegendes menschliches Problem scheint ja zu sein, dass jeder zu allem etwas zu sagen zu haben glaubt. Derzeit hat keiner noch eine wirkliche Ahnung, von dem, was uns die sog. künstliche Intelligenz noch alles zu bescheren vermag, und ob das gut ist oder schlecht. Da der Mensch immer alles tut, was er tun kann, darf auch hier u.a. auch mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Wie auch immer. Was mit bei den aktuell pandemischen Ausstellung und Diskussionsrunden und künstlerischen Ergüssen aber auffällt: So fortschrittlich man sich in der Technologie gibt,  so rückwärtsgewandt erscheinen doch oft die künstlerische Ergebnisse. Will heißen: Das Interessanteste an den Produkten ist meist, dass sie von einer KI erstellt sind, nicht ihre bildnerische Aussage, Qualität, wie man das auch immer nennen mag. Mir kommt das ein bisschen so vor, wie beim Tattoo-Wahn: Wichtig ist, dass man mindestens mal eins hat (oder sehr viele). Was das für einen ästhetischen Nährwert hat: wurscht. Ästhetische Katastrophen. Aber Hauptsache für die Ewigkeit. Was KI angeht, da war Peter Weibel in seinem Denken allen schon ein paar Schritte voraus. Zumindest wenn ich mich an sein Referat 1998 oder 1999 (?) im Haus der Zukunft in Saarbrücken erinnere. Das war wenigstens konsequent. Nungut. Manchmal muss man auch zu Fuß nach Koblenz gehen, auch wenn man ein Auto hat.

3 minuten gehirnwäsche

      1. 19uhr15 bis 19uhr17

steht da letztens: was treibt sie morgens aus dem bett, will heißen: was treibt sie morgens an, aufzustehen, den tag zu begrüßen, sisyphos einen glücklichen menschen zu wissen? Wie lustig. Wir mittagsschläfer haben das problem gleich zweimal täglich..Zwei steine pro tag. Zwei berge. Auch wenn sie manchen nur wie hügel erscheinen.

KOSTNIX-VERANSTALTUNG

2) „Total schön – irgendwie / Absolument beau, en quelque sorte“
Workshop bildende Kunst mit Klaus Harth

Auch Sprache ist eine bildende Kunst. Und natürlich gilt das auch umgekehrt. Alle starten mit je einem Blatt Papier, auf das etwas gezeichnet, gemalt oder geklebt werden kann. Eine Einladung zum Weiterspinnen oder gar eine Provokation, um zu sehen, was die anderen daraus machen – wie auch immer. Diese angefangenen Blätter kommen auf einen gemeinsamen Tisch, von dem sich alle ein Blatt ihrer Wahl zum Weiterarbeiten aussuchen können. Und es entweder weitergesponnen wieder auf diesen Tisch legen oder der Meinung sind: Ich glaube, das Blatt ist fertig! Dann wird es in die Luft gehoben und alle beschließen, ob es tatsächlich fertig ist oder ob noch irgendetwas dran fehlt. Der Beschluss „fertig“ muss einstimmig erfolgen. Ein Blatt muss so lange bearbeitet werden, bis alle einverstanden sind. Das ist alles. Und das ist schon eine ganze Menge. Denn wir arbeiten an nichts weniger als an einer gemeinsamen bildnerischen Grammatik, ohne dass wir es groß bemerken. Was kann ich aushalten und was kann ich gut finden? Und was muss unbedingt korrigiert werden? Wie kann ich mich mit den anderen verständigen, obwohl wir von unseren bildnerischen Vorstellungen erst einmal nicht dieselbe Sprache sprechen?

Es gibt aber nicht nur diese bildkünstlerische Abteilung, sondern auch Improvisationstheater und Tanz. Das einzige, was getan werden muss, ist: ANMELDEN!

HIER DER LINK ZUR ANMELDUNG

27. april auf den 28. april

mein traum von heute nacht: ich fahre mit dem zug. Eher ein ICE als nahverkehr. Eine frau steigt ein und setzt sich neben mich. „fährt dieser zug bis darmstadt?“ – „nein, ich fahre nachhause, der zug fährt erst über frankfurt und dann über mainz, aber so weit ich weiß nicht über darmstadt.“ aber dann waren wir eh schon unterwegs. Der nächste bahnhof kommt, leuchtende einkaufspassagen durch die wir in den bahnhof einfahren, ich erkenne es sofort: der darmstädter bahnhof! „sie haben glück, wir fahren doch über frankfurt!“ die frau packt ihre wenigen sachen zusammen. Sie tut das so unendlich langsam, dass ich denke, dass sie den ausstieg verpassen wird. Ich gehe zur tüt, öffne sie schon einmal, alles zieht sich unendlich lang. Sie verlässt dann endlich den zug. Auf ihrem platz entdecke ich zwei dinge, die sie dann doch noch vergessen hat. Scheiße. Ich renne ihr nach, treppe runter, unterführung, treppe rauf, sehe sie, sie freut sich, dass ich ihr die beiden dinge hinterhergebracht habe, bedankt sich. Ich drehe mich um, treppe runter, unterführung, treppe rauf, komme zum bahnsteig und sehe: der zug ist weg. Mit all meinen sachen. Was soll ich tun? Völlig verzweifelt kämpfe ich eine geraume zeit damit, mir klar zu machen, dass das alles nur ein traum war und ich sicher in meinem bett liege. Nichts ist verloren. Ich liege im bett und alles hat noch seine ordnung. Noch im halbschlaf erschließt sich mir die doch ein wenig einfach gestrickte symbolik dieses traums, die auch supergut zu meiner aktuellen situation passt. Klar. Logisch. Alles roger. Aber: warum gerade DARMstadt?

      1. metallisches klopfen: ein mann beim radwechsel. eine frau, der es gelingt, ihm helfend zwischen den füßen umherzuspringen. Auf einem schemel sitzt er vor dem abmontierten reifen. sie trägt dunkelblaue, eng anliegende und und vor allem glänzende stretchhosen. Es soll nach schönen und verlockenden beinen aussehen. Und es sieht nach schönen und verlockenden beinen aus. wie es unter den stretchhosen aussieht und ob der radwechsel gelingt: keiner weiß es. alles ist auf die vermehrung der eigenen art ausgerichtet. Man hätte zum radwechsel auch in die werkstatt gehen können. Tod, wo ist dein stachel? Ein blick in den rückspiegel. Ein blick nach vorne rechts. Die vermehrung der eigenen art ist die vermehrung von neubaugebieten. Sie ist die vermehrung von garagen und alten männern, die in diesen garagen nach dem rechten sehen. Ein empfangener stachel ist ein weitergegebener stachel. Ein kind! Ein kind! Schon wieder ein kind! Es ist ostern und die art vermehrt sich. Das ist das neu geborene leben! Das ist das wiedergeborene leben. Die geburt als hoffnung. Es muss kinder geben, damit die hoffnung nicht stirbt. Es muss garagen geben, damit die hoffnung nicht stirbt. Es muss überhaupt etwas geben, damit es überhaupt etwas gibt. Aber jeglicher blick in jegliche garage zeigt: seit menschengedenken werden kinder geboren und seit menschengedenken wird nichts besser. Die methode ist falsch. Im verhältnis zum tyrannen ist die garage ein relativ junges phänomen.