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„Führen Sie Skizzenbücher! Sie werden später darin Ihre besten Zeichnungen finden!“, so mein Zeichen-Prof an der Mainzer Uni in den 90er Jahren. Recht hatte er. Skizzieren ist etwas, was man ständig und überall tun kann. Und sollte. Ohne Rücksicht auf Verluste kann man in das Skizzenbuch seine Notizen machen: keiner muss die nicht so gelungenen Sachen sehen. Guckt man aber Jahre später, dann erinnert und freut man sich.

Wir wollen dieses Wochenende nutzen, um die kleinen Dinge zu entdecken, zu beobachten und festzuhalten. Kleine Dinge, die wir im Kursraum vorfinden. Kleine Dinge, die wir rund um die Bosener Mühle herum vorfinden. Es geht also um zweierlei: Einmal um das mehr oder minder spontane Festhalten einer bestimmten Situation. Zum anderen, für diese Situationen einen Blick zu entwickeln. Das können Gäste im Café genauso gut sein, wie ein heruntergefallener Löffel. Ein liegengebliebener Bierdeckel genauso gut wie eine Spiegelung in Tür oder Fenster. Der Keks neben der Kaffeetasse. Ein Hund oder die Winkel von Treppenstufen. Ein Geschirrtuch.

Das heißt nicht, dass wir jetzt alle zu Schnellzeichner*Innen werden müssen. Manches darf schnell gehen, manches braucht aber auch seine Zeit. Es geht vor allem um die Entdeckerfreude und das Wahrnehmen. Und natürlich um verschiedene Techniken und Möglichkeiten, die sich hier anbieten.

Skizzenbücher, Hefte, Kladden (wer sich traut, kann auch mit Tusche z.B. wunderbar in alte Notenhefte zeichnen oder sogar in alte Bücher) wären die Mal- und Zeichnengründe, die wir bearbeiten wollen. Aquarell, Tusche, Zeichenstifte von Graphit bis zu Filzstiften geht alles, was Spaß macht und sich gut über’s Papier bewegen lässt.

Für all diejenigen, die mit nassen Techniken bevorzugt arbeiten, empfiehlt sich womöglich der Mut zu einem zweiten oder sogar dritten Heft oder Buch, in das gearbeitet werden kann, während die erste Zeichnung noch trocknet.

 

heute war ich zu Fuß schneller als das Internet

JAHRBUCH 2023

DRUCKFRISCH: das neue Jahrbuch!
JETZT MIT WENIGER FEHLERN!
Was soll ich denn damit?
Tu’s zu den andern!
Nachdem im letzten Jahrbuch der Fehlerteufel nur so
gewütet hat, sollte in diesem Jahr alles besser werden.
Die Meinungen der Menschen werden aber auch immer
merkwürdiger, unkontrollierter & knabenhafter.
Kann man das sagen: „Sie haben da aber eine sehr knabenhafte Meinung?“
Wie auch immer: 2023 war ein interessantes Jahr.
Und so wurde auch hoffentlich dieses Jahrbuch ein interessantes Jahrbuch.
In diesem Jahrbuch gibt es keine Bildtitel.
Nur die Bilder. Ohne Erläuterung. Ohne Kommentare.
Sans toit ni loi.
Watt is drin?
Zeichnungen zu Ralf Peters Inszenierungen von Viktor
Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ und Gustav Mahlers
„Das Lied von der Erde“. Zeichnungen zu Navid Kermanis
„Ungläubiges Staunen“. Blätter aus „gegend (vk)“.
Und natürlich: Zeichnungen von unterwegs.
Nächstes Jahr gibt es vielleicht nur noch die
Skizzenbücher. Ungeschönt und ungekürzt.
Gekonnt, aber nicht gewollt. Die Skizze als Kunstform.
Das wäre auch mal eine Idee.

Bestellbar bei mir,
oder hier: https://buchshop.bod.de/jahrbuch-2023-klaus-harth-9783758321382
(da finden sich auch noch andere Jahrbücher und vergleichbares Machwerk)

oder im regulären Buchhandel:
ISBN 9783758321382

Das Büchlein kostet übrigens präzise überschaubare 16,- €

59

heute zum ersten mal seit des ersten corona-lockdowns wieder im hallenbad in neunkirchen. zwischenzeitlich im freibad, in diesem sommer sogar ganz oft. aber die vor corona regelmäßigen hallenbad-besuche wurden heute wieder offiziell aufgenommen. war schön. 59 bahnen (25m) quasi aus dem fast nichts in knapp 40 minuten. immer so viele bahnen, wie ich alt bin. ab märz dann eine mehr. soll ja auch kein sport sein.

nachtrag breitz – kulturbesitz

In all dem Hin- und her habe ich diesen Satz zwar gelesen, mich aber auch ziemlich stark auf andere Zusammenhänge kapriziert und diese zu verstehen versucht.
Ein Satz wie „Germany is an unfree fascist dictatorship run by psychopaths“ ist für mich aber ausgesprochen unerträglich und vor allem dümmlich, und es fällt mir schwer, jemand ernst zu nehmen, die oder der so etwas allen Ernstes in der aktuellen Situation behauptet. Das muss man gar nicht groß kommentieren und widerlegen. Das entspricht absolut noch mehr nicht meiner Wahrnehmung der Situation, wie es auch nicht meiner Wahrnehmung entsprochen hat, dass es sich hier um eine obrigkeitsstaatliche Maßnahme gehandelt hat.  Trotzdem finde ich weiterhin die Art und Weise, wie diese Ausstellung abgesagt wurde, hochgradig fragwürdig. Diesen Satz aber auch.

 

NACHTRAG ZUM NACHTRAG:

Candice Breitz Kommentar auf meinen Nachtrag möchte ich hier nochmal in den Text aufnehmen (die Kommentare sieht man ja erst, wenn man auf den Artikel klickt):

Die Aussage „Germany is an unfree fascist dictatorship run by psychopaths“ stammt weder von mir, noch ist dies eine Meinung, die ich teile.

Um die Entscheidung, meine Ausstellung abzusagen, zu untermauern, zitiert die SSK-Pressemitteilung mehrere extreme Kommentare, die zufällige Personen (mit denen ich keinen direkten Kontakt habe) unter meinen Instagram-Posts gemacht haben. Bitte lesen Sie diesen Teil der SSK-Pressemitteilung genau. Danke.

Tatsächlich ist das recht raffiniert formuliert: „hat Candice Breitz auf ihrem Instagram Kanal für die SSK politisch nicht tolerierbaren Inhalten eine Plattform verliehen …“

Jetzt kenne ich mich auf Instagram nicht wirklich aus. Könnten Kommentare dort auch gelöscht werden, so dass solchen Äußerungen „keine Plattform“ geboten wären? Wurde ein solcher Kommentar kommentiert? Oder steht (oder stand?) er da unkommentiert?

Es steht mir hier kein Urteil zu, wie jemand mit Kommentaren auf seinem Instagram-Account umgeht, finde den Hinweis aber auf alle Fälle nochmal wichtig.

 

 

26.12.23

Heute nacht vom Wald meiner Kindheit geträumt. Zum wiederholten Male. Und zum wiederholten Male war es nicht der Wald meiner Kindheit. Er hat Wege, die es in meiner Kindheit nicht gab. Ich habe seit Jahren Lust, diesen einen Weg wieder mit dem Fahrrad abzufahren, der dann überraschend nach einigen Kilometern die Kehrtwende an einem Nachbarort vorbei macht. Jedesmal ist man überrascht, dass man auf diesem Weg diesen Ort erreicht. Und heute morgen werde ich dann wach (es war kurz nach 4) und muss mir eingestehen, dass es diesen Weg, dieses Leben, diesen Wald gar nicht gibt, obwohl er mir so unendlich vertraut scheint. Ein Mangel. Eine Lücke. Es gibt keinen Ersatz für das, was es nicht gibt.

tagessätze

  • 4.12.23 zufrieden jelinek
  • 7.12.23 zuckerkorngroß = die kleinsten gedanken der welt leuchten ohne zuschauer
  • 8.12.23 so empört sich der empörfixe empörfaxe und verschießt sein ganzes leben, sauer auf die ganze welt, als platzpatrone
  • 9.12.23 ich werde durch brüllen nicht größer!
  • 10.12.23 augenhöhe wird nicht durch beschimpfung hergestellt
  • 13.12.23 mein gesicht von innen: die wahrnehmung der stube bei geschlossenen augen, die perspektivische verzerrung der stube bei geschlossenen augen, die geschlossenen augen bei geschlossenen augen: noch nicht mal meine träume interessieren mich mehr
  • 22.12.23 mein gehirn kann so einfach nicht denken, das gute hier (sic!) und das böse da
  • 23.12.23 ich bin wichtiger als meine empörung!
  • 24.12.23 meine empörung ist wichtiger als ich = diktatur der empörung