
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth



Öl auf Malpappe, 40x60cm, 19.10.10



Rauhreif in Orscholz. Und Abbau der leicht angefrorenen, aber recht gut erhaltenen Bilder am Cloef-Atrium. Das Peripathetik-Ding im Rahmen des KREISLAUF-Projektes ist beendet. Gedanklich und formal aber noch nicht abgeschlossen. Vielleicht geht es für mich an diesem Punkt erst richtig los… Auf dem mittleren Foto übrigens die Rauchwolken aus Cattenom, Frankreich. Auf dem oberen Foto der kurzftristig verbleibende Grünstreifen, für dessen Entstehung übrigens dieser ganze Aufwand betrieben wurde…

Wie du dich beim Gehen in acht nimmst, dass du nicht in einen Nagel trittst oder dir den Fuss verstauchst, ebenso gib acht, dass du an deiner Seele keinen Schaden leidest. Wenn wir bei jeder Tätigkeit diese Vorsicht beobachten, dann werden wir um so sicherer ans Werk gehen können.



Kugelschreiber und Öl auf kariertes Papier, 29,7x21cm, 19.10.10

Wenn du eine Rolle übernimmst, der du nicht gewachsen bist, dann wirst du damit wenig Ehre einlegen und hast außerdem auch die, welche du hättest ausfüllen können, versäumt.

Wie die beiden Sätze „es ist Tag“ und „es ist Nachts“ sich zu einem Gegensatz sehr gut verwerten lassen, zu einer Verbindung aber nicht taugen, ebenso mag es wohl für den Körper von Vorteil sein, sich das größere Stück (beim Essen) herauszunehmen; zur Wahrung der Rücksicht, die den anderen Gästen gegenüber in einer Gesellschaft geboten ist, trägt es aber nichts bei.
Wenn du also bei einem andern zu Gaste geladen bist, dann denke daran, dass man nicht bloß auf den Wert der aufgetragenen Speisen für den Körper sehen soll, sondern auch darauf, dem Gastgeber gegenüber den erforderlichen Anstand zu wahren.

wieviele „eier“ befinden sich in dieser Schale?
und als hausaufgabe: mache mir ein bild mit dem titel: eiverständnis im verhältnis der staaten der eu!

Öl auf Malpappe, 60x50cm, 16.10.10

Wenn es dir klar geworden ist, dass du etwas tun musst, und du tust es dann, dann scheue dich niemals, dabei gesehen zu werden, auch wenn die große Menge deine Handlungsweise seltsam finden sollte. Denn wenn es unrecht ist, was du tust, dann führe die Sache überhaupt nicht aus; handelst du aber recht, was fürchtest du dich vor denen, die dich mit Unrecht schelten?

Öl, Acryl auf Pappe, 12.10.10

Gefährlich ist es auch, im Gespräch auf schlüpfrige Gegenstände zu kommen. Wenn einmal etwas Derartiges in deiner Gegenwart vorkommt, und es bietet sich eine passende Gelegenheit, so weise denjenigen zurecht, der so weit gegangen ist. Sonst zeige wenigstens durch dein Schweigen, dein Erröten oder durch eine finstere Miene dein Missfallen an solchem Gespräch.
Wenn du dir einen sinnlichen Genuß vorstellst, so hüte dich ebenso wie bei den anderen Vorstellungen, dich davon hinreißen zu lassen. Lass vielmehr die Sache auf dich warten und gewinne dir noch einen Aufschub ab. Dann stelle dir die beiden Zeitpunkte vor, den des Genusses und den danach, wo dich die Reue packt und du dir selber Vorwürfe machen wirst.
Und dem stelle gegenüber, wie du dich freuen und mit dir zufrieden sein wirst, wenn du dich enthalten hast.
Wenn dir aber der Zeitpunkt des Genusses gekommen scheint, dann gib Obacht, dass dich nicht das Einschmeichelnde, die Reize und das Verführerische der Lust zu Falle bringen, sondern stelle dir dageen vor, wieviel schöner das Bewusstsein für dich ist, einen solchen Sieg errungen zu haben.

Abraham David Christian sagt im Interview im Kunstforum Nr. 204, S. 241, dass er als 12-Jähriger einen selbstgezeichneten Katalog zur Dokumenta 1964 gemacht habe.
Das finde ich eine irrwitzige Idee: Du gehst in eine Ausstellung und zeichnest Dir Deinen eigenen Katalog!

Öl auf Pappe, 13.10.10

Vermeide es auch, in Gesellschaft Witze zu machen, denn eine solche Gewohnheit geht leicht ins Gewöhnliche über und ist außerdem geeignet, der Achtung deiner Mitmenschen gegen dich zu mindern.

Öl, Malpappe, 30x40cm, 11.10.10

…als kleinen Geburtstagsgruß an den Fotografen!