napat

Abraham David Christian sagt im Interview im Kunstforum Nr. 204, S. 241, dass er als 12-Jähriger einen selbstgezeichneten Katalog zur Dokumenta 1964 gemacht habe.
Das finde ich eine irrwitzige Idee: Du gehst in eine Ausstellung und zeichnest Dir Deinen eigenen Katalog!

27 Antworten auf „napat“

  1. Ja super ist das! Hab zwar keine Ahnung, wer Abraham David Christian ist, aber er hatte bei so einem Bibeltraumenamen wohl allen Grund, solche Sachen zu machen…

  2. Bisher ist mir der auch entgangen. Stolpere heute abend über das Interview und bin über diesem Satz auch noch nicht hinausgekommen (musste dann erstmal Suppe kochen, was aber mit dem Satz nix zu tun hatte, sondern mit Hunger).
    Ich will das auf jedenfall auch mal tun: in eine Ausstellung gehen und mir einen eigenen Katalog zeichnen.
    Abraham David Christian war als 20-Jähriger auf der Dokumenta 1972 der Gegner von Joseph Beuys im Boxkampf für direkte Demokratie. Über das Foto bin ich schon öfter gestolpert, hab‘ mir aber nie Gedanken darüber gemacht, wer denn nun der andere ist…

  3. Jetzt war ich neugierig und hab mal im Netz nachgeschaut. Ist ja interessant. Wie wurde er nur amerikanischer Staatsbürger? Will man das? Wer weiss…
    Suppe ist immer gut. Die Suppenzeit ist ja wieder langsam da. Herrlich. Man könnte auch Suppenbilder malen. Essen ist da aber wohl doch interessanter.
    In Ausstellungen gehen und den eigenen Katalog zeichnen ist wirklich eine tolle Sache, eine super Idee! Also, halte mich bzw. uns Leser auf dem Laufenden – vielleicht zeichne ich ja auch mal einen Katalog…

    Die Arbeitsamtsbilder gefallen mir auch. Ich musste lachen, als ich das sah. Schon erstaunlich, wie sich viele dieser Gebäude in Stil und Aussehen ähneln.

  4. Super – danke für den Hinweis auf das grossartige Interview dieses Künstlers. Habe mir heute gleich das Kunstforum besorgt. Abraham David Christian, der mit zwölf seinen eigenen Katalog gezeichnet hat, hat heute Wichtiges zu sagen – mit seinen Arbeiten und seinen Worten.

  5. Gerne.
    Und auch ansonsten möchte ich dieser Eischätzung zustimmen. Insbesondere die Antwort auf die Frage, wie er sich eine Akademie vorstelle, sie solle ein Ort sein, der Menschen ausbildet. Nicht eine Ausbildungsstätte für Künstler. „Ich möchte die Grundlagen des Lebens vermitteln. … Es geht nicht daraum, an der Akademie Künstler auszubilden. Ein Künstler ist man. … Ich würde gerne anders existieren, wie andere Menschen“.
    Die Akademie als Übungsort in Aufmerksamkeit.
    Letzten Samstag war ich in Frankfurt in der Ausstellung „Weltenwandler“ in der Schirn, die ich auch jedem, der die Chance hat, dorthin zu fahren, ans Herz legen möchte. Und irgendwann ging mir ein noch etwas unbeholfener Gedanke durch den Kopf, was denn nun die Kunst ausmache, wenn nicht ein grundmenschliches Bedürfnis nach dem Erstellen von Erklär- und Ordnungssystemen, nach Gegenständen, in denen man sich und die Welt wiedererkennen kann. Das Wandeln von Welt in etwas Erträgliches.
    Und dazu kam dann unterschwellig, dass ich mich in der letzten Ausgabe der sogenannten „Kunstzeitung“ ziemlich geärgert habe über drei Beiträge. Einmal wurden zwei junge und hoffnungsspühende Künstlerinnen ins Rampenlicht gerückt. (Warum gerade diese? Warum nicht zwei beliebige andere?). Desweiteren wurden führende Köpfe der Kunstmaschinerie (Ausstellungsmacher, Kunstvereinsdirektorinnen usw. usf.) nach Namen von jungen Künstlern gefragt, die sie für sehenswert und gerade aktuell spannend halten, zum dritten ein Artikel über die markt- und wirtschaftstheoretische Ausbildung von jungen Künstlern und -Künstlerinnen an deutschen Akademien.
    Was ist daran alles falsch?
    Und da scheint mir dieses Interview eine Menge Antworten parat zu halten.

    Ich neige in Antworten manchmal zur Ausschweifigkeit. Manchmal scheint dies auch abzuschrecken. Ich hoffe, es war nicht zuviel, aber eigentlich habe ich mich sehr über diese Reaktion gefreut. Dass sich das dann tatsächlich auch weiterträgt.
    Vielen Dank.

  6. Auf dem Laufenden halten: werd ich tun! Und Arbeitsämter (just dieses in Neunkirchen) wird es noch weitere geben. Im Sonnenlicht, morgens, mittags, abeds, nachts, im Schnee und bei Halbmond. Ziemlich alter Plan, aber bisher nie ausgeführt. Aber jetzt—

  7. „Kunstzeitung“. Lese ich ja aus Prinzip nicht. Andere Fachbätter nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

    Ist ja nicht alles schlecht, was da steht. Trotzdem.

    Davon mal abgesehen: Rankings, Ranglisten, wer ist der teuerste, wer hat den Größten … Schwachsinn. Sollten einfach ihre Arbeit machen, die Leute.

    Vor vielen Jahren an der HBKsaar fragte mich ein Student, der schon lange nicht mehr da ist, im zweiten Semester: „Hey, wie machst Du das mit Deinem Werkverzeichnis? Ich würde nämlich gerne ein Werkverzeichnis anlegen?“ – Ich: „Werkverzeichnis? Wozu? Was soll da überhaupt rein? Willst Du nicht die Zeit hier nutzen & was Sinnvolles machen? Malen & Zeichnen zum Beispiel?“

    Oder noch besser: „Begebt Euch z. B. auf die Suche nach dem, was Euch möglicherweise umtreibt: ein grundmenschliches Bedürfnis nach dem Erstellen von Erklär- und Ordnungssystemen, nach Gegenständen, in denen man sich und die Welt wiedererkennen kann. Das Wandeln von Welt in etwas Erträgliches.“

    Eine großartige Idee, in eine Ausststellung zu gehen & sich den Katalog zu zeichnen.

    Besser noch: Zwei (oder mehr) Künstler gehen in die gleiche Ausstellung & zeichnen sich ihren eigenen Katalog.

  8. Die „Kunstzeitung“ prinzipiell nicht zu lesen ist ein guter Plan. Mache ich in der Regel eigentlich auch nicht. Aber ab und zu denke ich dann doch: schadet nicht, wenn man mal wieder weiß, wie die so ticken.

    Das mit den selbstgezeichneten Ausstellungskatalogen sollte man ruhig mal ernsthaft angehen! Wie wär’s?

  9. Ich denke die ganze Zeit drüber nach. Vor allem: Welche Ausstellung? Und: die Parameter?

    Oder ist das schon zu kompliziert gedacht?

  10. Ich habe die ganze Zeit die Vorstellung, dass man sehr intuitiv an die Sache rangehen müsste. Katalog könnte heißen: ich mache mir wirklich ein Büchlein, wo die für mich wichtigen Bilder (oder Details) verzeichnet sind, ebenso vielleicht auch der ein oder andere Gedanke, der mir relevant und wichtig erscheint. Also das, was ich normalerweise im Kopf mit nachhause nehme.
    Katalog könnte aber auch heißen: ein wirkliches Katalogisieren, also zeichnerisches Erfassen aller ausgestellten Arbeiten.
    Oder Teile von beidem.
    Oder noch weitere Ansätze.
    Gegenstand des Vergnügens könnte dahingegen so ziemlich alles sein: ständige Ausstellungen in Museen, Galerie-Ausstellungen. Ich könnte mir das vorstellen für die „Weltenwandler“ in der Schirn beispielsweise, die mich sehr beschäftigt haben, aber auch für die Modefotografie-Ausstellung im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt, die mich, anschließend an die Weltenwandler, in ihren größten Teilen recht kalt gelassen hat (aber auch darin wieder ihren Erkennniswert hatte). Den Beuys-Block in Darmstadt.
    Oder auch als Beitrag in einer Landeskunstausstellung über diese Ausstellung selbst in der Ausstellung usw. usf.
    In der Einführungsveranstaltung zur Grundlage der Schrift saßen wir im Mainzer Landesmuseum und haben Inschriften aus römischer Zeit kopiert, wobei die Striche an Q und R auch den Römern bereits recht großen Spaß gemacht haben müssen…
    Zur Ausstellung der Beckmann-Zeichnungen im Saarland-Museum letztes Jahr hätte ich mir einen solchen Katalog vorstellen können…
    Au backe.

  11. Schreiben ist ja auch eine Form des Zeichnens; Aufzeichnen.

    Momentan ist eine kleine, aber feine Ausstellung im Saarländischen Künstlerhaus zu sehen. Als Einstieg sozusagen.

    (Frankfurt interessiert mich sehr, aber Ausflüge ins Reich stehen gerade nicht auf dem Programm)

    (@ Naseen: Leider auch nicht Berlin)

  12. Möglicherweise schaffe ich es noch Sonntag Vormittag (ab 10:00 Uhr) für ein bis zwei Stunden. Ich bin gerade sehr umtriebig.

    Wenn nicht, vor Ort – sozusagen vor meiner Ateliertür am Kulturbahnhof – ist eine kleine, aber sehr feine Ausstellung mit Arbeiten von Ulrich Kerker.

    http://bit.ly/9SPhxr

    Die ist noch ein bisschen länger. Bietet sich ja eigentlich für mich an.

  13. Der Gedanke lässt mich nicht los & hat mich zu etwas anderem inspiriert: Im Zuge meines Lehrauftrages „Zeichnen im Innen- & Außenraum“ werde ich mich nächste Woche mit den Studis in der ständigen Ausstellung der Modernen Galerie treffen.

    Auf die Interpretation der Kunstwerke in der Architektur des Museums bin ich mal gespannt …

  14. Donnerstag, 11. November ab 10:00 Uhr in der Modernen Galerie. Bin ich mal gespannt, wie das „Blaue Pferdchen“ oder die Arbeit von Herrn Meese gesehen werden!

    Oder der Bick aus dem Fenster auf die Baustelle.

    (wir zeichnen bis 12:00 Uhr)

  15. War super. Da. Im Museum.

    Ein zeichnender Student in der Zeichnung eines Kommilitonen vor einem Porträt eines Künstlers der Neuen Sachlichkeit neben einer Skulptur …

    Kam leider nicht zum Zeichnen, weil ich immer von Student zu Student hüpfte.

    Nächste Woche noch eine Runde. Da werde ich dann auch zeichnen.

  16. eigentlich war mein Plan dazuzustoßen…kam aber dann doch was dazwischen…am nächsten Donnerstag könnte es aber klappen…mal davon ausgegangen, dass ich Euch nicht störe…

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