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Was man bei einem Unzug alles findet: Ein Ausdruck meiner „Installation“ GUTEBILDER, 1996 (könnte auch ein anderes Jahr in dieser Gegend gewesen sein) im Mainzer kunsthistorischen Institut an die Wand geklebt. Anschließend waren wir im Thermalbad in Wiesbaden und abends gab es frischen Spargel aus der Gegend, selbstgebastelt. Nachts fing dann das Bauchgrimmen an. Jahrelang hatte ich einen Spargel-Widerwillen und auch kein Thermalbad mehr besucht. Übrigens haben meine Künstlerkollegen mir auch noch unwissenderweise das Werk gerettet. Kaum angeklebt und der Artist kaum vom Ort des Geschehens verschwunden, hat es sich ganz klaglos und ohne größeren Aufwand wieder von der Wand gelöst. Meine Freunde kämpften um das Werk, während ich im Thermalbad zu lange plätscherte (nicht mehr als 15 Minuten!)

100 TAGE

ERÖFFNUNG: Samstag, 7.7., 17 Uhr
Dauer der Ausstellung: 7.7. – 29.7.2012
geöffnet immer Samstag und Sonntag von 14 – 19 Uhr

Paul Lorscheider


Paul Lorscheider arbeitete in der Gemeinde Schiffweiler als Steinbildhauer im Friedhofswesen.Ein Großonkel von Lisa Borscheid. Beim Umzug haben wir dieses kleine Büchlein wieder gefunden; Zeichnungen aus seiner Kriegsgefangenschaft 1919. Darin hat er auch Adressen seiner mitgefangenen Kameraden gesammelt und immer wieder kleine Skizzen aus dem Gefangenenlager eingeklebt. Und ganz am Schluß eines auf dem Weg in die Freiheit.
Ein kleines Beispiel für etwas, was mir am Zeichnen immer wichtig erscheint: Das Festhalten, Notieren und Begreifen von Welt.

WASSERSTANDMELDUNG

So. Erstmal an alle Freunde und Bekannten: Die bisher gültige Festnetznummer kann ab sofort zwar noch angerufen werden, es wird sich aber niemand mehr melden. Und ab demnächst ist die Leitung dann auch wohl abgeschaltet. Neue Nr. kann erfragt werden (Mobil-Nr. gilt noch). Der Darmvirus wirkt noch immer ein wenig und man merkt, wie schnell dann doch auch Schluß sein kann. Das homöopathische Mittel Chinarinde wirkt zwar recht wunderbar, führt bei mir aber dazu, dass ich mich wie in einer Verpuppung fühle: Ich träume viel und unendlich viel von alten Freunden und Bekannten, an die ich schon ewig nicht mehr gedacht habe. Als würde man da innerlich aufräumen. Was äußerlich im frisch umgezogenen Haus dringender vonnöten wäre. Immerhin ist es mir gelungen, das kleine Klavierstück „My wife is a little krank“ eben auf dem Klavier zu improvisieren. Klang so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Leider gibt es davon keine Aufzeichnung (Akku zur rechten Zeit „all“). Auch die kleine Zeichnung, die mir vorschwebte, ein Selbstportrait, sich im Klorollen-Halter-Deckel (heisst das Ding so? hat dieses Ding überhaupt einen Namen?) spiegelnd, ist nicht entstanden, mangels Kraft. Gestern haben ziemlich viele Menschen gemeint, ich sähe wirklich scheiße aus; ich für meinen Teil wäre froh, ich könnte dies von meinen Darmexkrementen auch behaupten, die sehen aber eher aus wie Wasser aus rostigem Rohr. Nungut. Wir wollen das nicht vertiefen. Wollen nicht unnütz klagen. Immerhin kann ich inzwischen wieder halbstundenweise lesen oder Dinge essen, ohne Bauchgrimmen zu bekommen. Im neuen Kunstforum übrigens ein Bildtitel, der mir gefallen hat (I translate into the German language): „Portrait meiner Mutter, aus dem Gedächtnis gezeichnet, mit geschlossenen Augen und mit der linken Hand, auf dem Kopf stehend.“ (Und das kann man sich auch vorstellen, wenn man sich’s anguckt.) Gute Besserung an alle! Übrigens: Die erste Hälfte dieses Jahres ist jetzt um.

2. LANGE VOGELNACHT



Oben ein Eindruck beim ersten Hell-Werden. So gegen 4 Uhr45 etwa. Unten das Frühstück in „Weiß“ so gegen kurz nach 8.