
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth



INVITO MAIL ART
QUARANTENA
In diesem Moment, in dem ”L’ora é confusa e noi come perduti la viviamo” (P. P. Pasolini) “Die Zeit verworren ist und wir sie wie Verlorene erleben” ist es mehr denn je nötig, uns an Schönheit zu nähren und uns mit Kunst zu “infizieren”. Wir brauchen die Wärme eines Gegenüber, des sich Vorstellens der Gefühle eines anderen und wir glauben, dass die mail art uns etwas von dieser unterbrochenen Körperlichkeit geben kann. Diese schwierige Lage vereint uns im Schmerz und wir schlagen vor, dass sie uns auch in der Kunst verbindet. Aus Brescia, aus der Lombardei (Italien), aus den von der Pandemie betroffenen Gebieten laden wir Euch ein, uns ein künstlerisches Zeichen zu senden.
Die Kunstwerke bitte im Postkartenformat
(10cm х15сm) an diese Adresse senden:
Giovanni Arici – Via dei Santi 59
25014 Castenedolo – Brescia – Italia
In der ZEIT vom 8.4.2020 ein Interview mit Peter Sloterdijk. Folgender Auszug. Including my new Lieblingswort.
Sloterdijk: Wir erleben ein großes medientheoretisches Seminar. Man erkennt, im Ausnahmezustand entsteht Monothematismus. Dann sieht man erst richtig, wie moderne Gesellschaften in ihren Stimmungen von Tag zu Tag gewoben sind. Dank der Medien leben wir in Erregungsräumen, die durch wechselnde Themen gesteuert werden. Themen sind Erregungsvorschläge, die von der Öffentlichkeit angenommen werden oder nicht. Dabei schießen die Medienmacher immer etwas Übertreibung zu. Denken Sie an die AfD-Aufregung im Lande: Sie ist ein Luxusthema für unterbeschäftigte Übertreiber. Denken Sie an die Me-Too-Welle: Sie hatte einen ernsten Kern, um den lagerten sich sofort die Übertreibungsunternehmen an. Denken Sie vor allem an den Terrorismus. Über den wurde zumeist im Modus der Halbernsthaftigkeit berichtet, man durfte und musste immer zusätzlich übertreiben. Ein Mann wird getötet, 82 Millionen sollen sich bedroht fühlen, die freiheitliche Demokratie wankt.
ZEIT: Sie meinen, die Medien verfehlen ihre Aufgabe, maßvoll zu informieren?
Sloterdijk: Aus der Sicht der Medien ist etwas, das passiert, nie schlimm genug. Man weiß ja nie, was wie schlimm ist. Das entspricht im Übrigen der klassischen Rhetoriklehre. Quintilian sagte: Bei Gegenständen, deren Bedeutung und Dimension nicht sicher bestimmt werden können, ist es besser, zu weit zu gehen als nicht weit genug.
ZEIT: Und jetzt übertreiben wir bei Corona?
Sloterdijk: Bei Corona erleben wir zum ersten Mal, dass die Anfangsübertreibungen durch die Geschehnisse eingeholt werden. Das ist ganz neu. Zuerst dachte man, die Medien schreiben die Dinge hoch, weil es ihr Job ist, zu übertreiben. Aber nein, heute ist eine nüchterne Beschreibung der Verhältnisse in italienischen, französischen, spanischen Krankenhäusern schlimm genug, um Nachrichtenwert zu haben; tendenziell ist es sogar zu schlimm für realistische Berichte. Wir zählen Leichen, für Übertreibungen ist kein Platz mehr. Die Medien würden jetzt lieber die Probleme verkleinern, statt zu dramatisieren. Die Zahlen steigen, die Bilder halten sich zurück. Sehr ungewohnt.
Und jetzt zu meinem new Lieblingswort: Themen sind Erregungsvorschläge! C`est ca, je crois. Wenn ich klug gewesen wäre, hätte ich gerne bei Schlotterdeich studiert. Aber so blieb nur die verborgene Karriere als Kritzelonkel.









Da faseln doch alle in der Corona-Krise, ALbert Camus sei der Autor der Stunde, bloß weil er sowas wie „Die Pest“ geschrieben hat.
Nonsense, completely nonsense: Beckett ist auferstanden!
“ Für mich ist Design, wozu Menschen sich aufgrund ihrer Bedürfnisse entscheiden“, sagt Kraš. „Design ist nicht Dekoration. Design ist, etwas zum Funktionieren zu bringen. Design ist ein Denkprozess, das Lösen eines Problems:“
Ana Kraš im ZEIT-Magazin vom 2.4.2020
Und: „Und ich versuche immer Spaß bei der Arbeit zu haben. Wenn man Spaß hat, zweifelt man nicht. Man zweifelt nur, wenn man krampfhaft versucht, ein Statement zu machen.“
Judith Polgár antwortet im ZEIT-Interview auf die Frage, was für sie Schönheit im Schach sei, mit der für mich schönen Antwort: „Schön ist das Unerwartete. Das, was nicht den Mustern entspricht und trotzdem funktioniert.“
Mi piace.






