
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth




Ist Plump jetzt der kleine böse Bruder von Plakativ? Das schwarze Schaf der Familie? Mit Plakativ kann man noch einen netten Nachmittag verbringen, mit Plump nicht unbedingt. Ich lade Euch alle ein zum Plump-Pudding. Sind die beiden überhaupt verwandt? Manche meinen dies, manche jenes. Plump betritt das Zimmer, setzt sich auf den Stuhl und betrachtet die leere Wand. Plakativ lächelt Dich an, als gäbe es was zu sehn. Ich sehne mich stattdessen und wende mich ab. Frieden und Fritten. Mein linkes Ohr hört immer schlechter.

manchmal sollte man nachsehen, ob es einen noch gibt
ich bewege mich ja auch zuweilen auf facebook und instagram. besonders auf letzterem portal fallen mir gerade die werbungen für die klima xl – ausstellkung im saarl. künstlerhaus auf, ausstellung teil 2. viele kolleg*innen werben dafür. schön. sie werben aber eigentlich immer mit: hier meine arbeit als beitrag zur ausstellung. ich. ich. ich. bin dabei. hier mein werk und eine ausstellung mit anderen drumrum gibt’s auch noch. wie gesagt: nur ne beobachtung. niemand wirbt neutral für die ausstellung, sondern immer mit betonung auf dem eigenen beitrag. mir selbst wäre sowas ungeheuer peinlich. fällt ja auch keinem auf. da ich aber immer wieder mit musiker*innen zusammenarbeiten darf: da scheint mir das ein wenig anders. da sagt kaum jemand: ich spiele da und dort in diesem zusammenhang demnächst viele gelungene töne und ein paar andere machen auch noch mit. da wird sich auffallend oft gegenseitig gelobt und präsentiert. naja, bin halt oldschool und immer wieder empfindlich. 😉


gefallsucht bringt nichts als gefälligkeiten hervor

personen: mann und frau, souffleuse
Szene 1.
mann (zum Publikum sprechend):
Von nun an wird sich unser aller Leben ändern! Ich habe unseren Kindern unendlich Schreckliches angetan! Aber ich habe mir verziehen.
Pause.
zur Frau sprechend: Und das kann ich auch Dir nur raten.
Szene 2:
mann (zur Frau sprechend):
Von nun an wird sich unser aller Leben ändern! Ich habe unseren Kindern unendlich Schreckliches angetan!
zum publikum:
Aber ich habe mir …
souffleuse (leise): verziehen … verziehen
mann (zum publikum, laut und klar):
Verziehen!
Und das kann ich auch Euch allen nur raten.
Szene 3:
mann (zur Frau sprechend):
Von nun an wird sich unser aller Leben ändern! Ich habe unseren Kindern unendlich Schreckliches angetan!
zum publikum (laut und klar):
Aber ich habe mir verziehen.
Verziehen!
Und das kann ich auch Euch allen nur raten.






