zeichengeber

in Christoph Rammachers Donnerstagszimmer startete am 1.5. der ZEICHENGEBER. Oben: dunkle und helle Zeichnungen von Vera Kattler und mir, darunter die Hunde-Ecke (Christoph Rammacher, Lisa Borscheid und ich), darunter die Zeichnung des Einhorns mit Clownin von Lisa B.

SCHEINVERHÄLTNISSE

heute ab 12 Uhr (ungefähr) im Rahmen von ZEICHENGEBER in Christoph Rammachers Donnerstagszimmer. Mainzer Straße 31 in Saarbrücken.

1 Krankenschwester = 0,62 Studienrat = 0,48 Kunstprof = 0,39 Landtagsabgeordneter = 0,29 Chef Landesverwaltungsbehörde = 0,24 OB = 0,16 Gre-Wenig = 0,0032 Zetsche = 0,00074 Ronaldo.

Wert = teuer;

5 Nächte als Nachtportier = 5 Stunden an 1 Sonntagnachmittag als Reprofotograf bei einer Lokalzeitung

165.000 Euro = nix; 2 Äpfel = 1 Birne ; 2 + 2 = Donnerstag ; 1=1,95583;

 

Ein teures Bild ist ein teures Bild, weil es ein teures Bild ist. Eine Briefmarke kostet 60 Cent. Ein gutes Bild bekommt man bereits für 142 Mio US-Dollar. Alle wollen nur Geld haben. Dabei heisst es doch immer, man solle mehr loslassen…

SCHEINVERHÄLTNISSE macht folgendes Experiment:

Sie nehmen einen Geldschein Ihrer Wahl, falten ihn zu einer Ihnen interessant erscheinenden Form und tauschen Ihn anschließend bei dem ausführenden Zeichner gegen eine vor Ihren Augen gefertigte Zeichnung desselben um. 1:1. Papier gegen Papier. Maschinell bedruckt gegen liebevoll handgezeichnet. Die Zeichnung eines Zwanzigers für einen Zwanziger, ein Fünfer für die Zeichnung von einem Fünfer. Gestempelt, datiert, nummeriert und signiert. Sie schützen Ihr Geld vor kalter Progression und schaffen sich einen Mehrwert. Dauert nicht lange und tut kaum weh.

idee

Vielleicht sollte man bei Ausstellungen immer nur einfach die letzten 100 Zeichnungen zeigen. Oder die letzten 136, je nach Platz. Und sich das zum Prinzip machen.

Veranstaltungstipp

Zeichengeber.

 

So wie es jetzt ist, finden wir es gerade gut:

 

Klaus macht seine Schein-Verhältnisse.

Vera lässt sich auf die Gegebenheiten ein und fragmentiert.

Christoph überzeichnet (und sitzt dabei höchstwahrscheinlich in einer Kiste).

Das sind drei individuelle Ansätze und mit dieser Vorstellung können wir uns anfreunden.

 

Es beginnt am 1. Mai um 12 Uhr.

Ansonsten wird zwischendurch auch an anderen Tagen immer wieder gezeichnet.

Donnerstags ab 18 Uhr abends ist dann geöffnet, wie üblich im Donnerstagszimmer.

Am Feiertag gegen Ende des Monats beenden wir die Veranstaltung.

Sie denken nicht nur in Zeit, sondern auch in Raum und wollen folglich wissen, wo das alles stattfinden wird?

Sie unersättlicher Naseweis!

Aber bitteschön: Mainzer Straße 31 in Saarbrücken.

 

Kommen. Sehen. Sich den Zeichen hingeben.

 

Weitere Infos folgen!

Bringen Sie echtes Geld mit!

liebessteaks

Der Ophüls-Preisträger 2014, den wir in unserem ausgiebigen Ophüls Programm nicht ausgewählt hatten, kommt jetzt in die Kinos und räumt ziemlich viele Preise ab. Das ist lobenswert, zumindest das mit den Kinos. Meine Einstellung zu Preisen habe ich hier ja bereits des öfteren kundgetan. Gelobt wird immer wieder die unkonventionelle Frische, der eigene Humor, wenn ich mich recht erinnere, hieß es in der Jury-Begründung „ein Film, der endlich wieder zeige, wozu Kino in der Lage sei“. Nundenn. Kein schlechter Film. Formal recht frech daherkommend und auch das Thema des ungleichen Paares, das sich auf der Ebene der Kurhotel-Angestellten findet, obwohl es doch so ungleich gestrickt ist, alles bestens. Auch agiert der Film inhaltlich und bildnerisch subtiler, als es die Pressetexte etc. erwarten lassen. Also durchaus sehenswert. Kann man sich angucken. Kein Problem. Aber sooooo unkonventionell, soooooo mutig ist das alles dann doch wieder nicht. Aber interessant: In einer Zeit (was man auch bei den Ophüls Beiträgen immer wieder sieht die letzten Jahre), in der die jungen Filmers und Filmerinnen ihr Geld bei den Sendeanstalten angraben, wirkt LOVE STEAKS dann scheinbar schon fast wie ein Anarcho-Streifen. Isser aber nicht. Auch mit dreimal drüber schlafen: Wäre nicht unser Preisträger gewesen. Netter Film, mutig gemacht, was alles schon lobenswert genug ist. Aber es ist natürlich auch schön zu sehen, dass das durchaus in die Kinos kommen darf. Aber „ein Film, der zeigt, wozu Kino fähig ist“? Da geht bestimmt mehr. (Was war noch in den 60ern? Da gab es auch viele Mutige…) Und dass sich der Regisseur wünscht, dass man nach dem Ende des Films irgendwie befreit und gestärkt in die Welt schreitet?: Not really.

and now for something completely…

Heute endlich ein Skizzenbuch angelegt mit Zeichnungen zu gesehenen Filmen. Oben Zeichnung Nr. 1 zu dem Film ROTE SONNE von Rudolf Thome. Es zeigt Marquard Bohm, den männlichen Hauptdarsteller des Filmes, für den die Einschätzung „derart künstlich, dass es schon wieder gut ist“ bestens passt.

selbst als mein bruder

Nachdem ich am Samstag mit meinen weiteren Vorstudien nicht richtig vorangekommen bin, abends dann noch ein kleines Selbstdings im Fenster spiegelnd bei kaum Licht. Man muss mit der Zeit feststellen, dass man sich in gewissen Punkten oft nicht unterscheidet. Äußerlich zumindest. Innerlich vielleicht auch nicht immer. Aber muss man sich immer unterscheiden? Jedenfalls sieht es meinem Bruder auch ziemlich ähnlich. Also ich ihm. Oder er mir. Gefällt uns das? Jedenfalls sei es das erste „Verwandtschafts-Portrait“, die ich ja an meinem 5000. Geburtstag angekündigt hatte. Selbstportraits als Personen aus meiner Verwandtschaft.