



Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth





Hecken bei Kirchberg im Hunsrück. 1992 haben wir dort eine 11-tägige Exkursion durchgeführt. Gezeichnet, gewandert, Marquez vorgelesen usw. usf. Das Haus gibt es immer noch. Bauschuttcontainer, laufender Fernseher und Anbau lassen darauf schließen, dass es inzwischen privat genutzt wird. Nebenan, dort, wo vor 18 Jahren nix war: eine Neubausiedlung, sogar mit einem Holz-Blockhaus. Bewohnte Mythen und bemühtes Wohnen. Was machen die Menschen hier? Die können ja nicht alle auf dem Flughafen Hahn arbeiten…



Kugelschreiber auf kariertes Papier, 31.10.10, je 29,7x21cm
Auch im Hunsrück ist nicht mehr alles das, was es einmal war. Mehr als drei Menschen auf einmal, die einem im Wald begegnen, gibt es immer noch nicht, dafür aber Sonnenanbeter, die Davos spielen und Menschen mit Halloween-Partys aus der Ferne. Vor Jahren hat man noch nicht einmal Silvester bemerkt.


Öl, Lwd., 70x70cm, 27.10.10

die reise mit dem gardasee zur kreatürlichen tür im langweiligen sportwagen, kugelschreiber auf papier, 42×29,7cm

Wenn dir jemand etwas Böses antut oder dir etwas Schlimmes nachredet, dann denke daran, dass er glaubt, dass er das tun oder sagen muss. Es ist doch nicht möglich, dass er das befolgt, was du, sondern was er für richtig hält. Deshalb hat er den Schaden, wenn er unrecht hat, denn er ist es, der sich geirrt hat. Denn auch wenn jemand eine richtige Schlussfolgerung für falsch hält, so schadet das der Schlussfolegrung nichts, wohl aber dem, der sich geirrt hat. Wenn du das bedenkst, wirst du nachsichtig sein gegen einen, der dich lästert, denn du sagst dir jedesmal: es schien ihm recht so.

Acryl und Öl auf Lwd., 70x70cm, 26.10.10



Collagen, Klebeband, kariertes Papier, 29,7x21cm, 25.10.10

Öl auf Malpappe, 40x30cm, 18.10.10

Als Maß für den Besitz soll für jeden sein Körper dienen wie der Fuß für den Schuh. Wenn du auf diesem Standpunkt stehst, dann wirst du immer das richtige Maß einhalten; wenn du aber darüber hinausgehst, dann wirst du zuletzt unweigerlich in den Abgrund stürzen.
Es ist genau wie bei dem Schuh. Wenn du einmal das Bedürfnis des Fußes überschritten hast, so kommt erst ein vergoldeter, dann ein purpurner, dann ein gestickter Schuh. Ist einmal das Maß überschritten, dann gibt es keine Grenze mehr.



Öl auf Malpappe, 40x60cm, 19.10.10



Rauhreif in Orscholz. Und Abbau der leicht angefrorenen, aber recht gut erhaltenen Bilder am Cloef-Atrium. Das Peripathetik-Ding im Rahmen des KREISLAUF-Projektes ist beendet. Gedanklich und formal aber noch nicht abgeschlossen. Vielleicht geht es für mich an diesem Punkt erst richtig los… Auf dem mittleren Foto übrigens die Rauchwolken aus Cattenom, Frankreich. Auf dem oberen Foto der kurzftristig verbleibende Grünstreifen, für dessen Entstehung übrigens dieser ganze Aufwand betrieben wurde…

Wie du dich beim Gehen in acht nimmst, dass du nicht in einen Nagel trittst oder dir den Fuss verstauchst, ebenso gib acht, dass du an deiner Seele keinen Schaden leidest. Wenn wir bei jeder Tätigkeit diese Vorsicht beobachten, dann werden wir um so sicherer ans Werk gehen können.



Kugelschreiber und Öl auf kariertes Papier, 29,7x21cm, 19.10.10

Wenn du eine Rolle übernimmst, der du nicht gewachsen bist, dann wirst du damit wenig Ehre einlegen und hast außerdem auch die, welche du hättest ausfüllen können, versäumt.

Wie die beiden Sätze „es ist Tag“ und „es ist Nachts“ sich zu einem Gegensatz sehr gut verwerten lassen, zu einer Verbindung aber nicht taugen, ebenso mag es wohl für den Körper von Vorteil sein, sich das größere Stück (beim Essen) herauszunehmen; zur Wahrung der Rücksicht, die den anderen Gästen gegenüber in einer Gesellschaft geboten ist, trägt es aber nichts bei.
Wenn du also bei einem andern zu Gaste geladen bist, dann denke daran, dass man nicht bloß auf den Wert der aufgetragenen Speisen für den Körper sehen soll, sondern auch darauf, dem Gastgeber gegenüber den erforderlichen Anstand zu wahren.