

Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth



Heute morgen in der Saarbrücker Zeitung ein Bericht über eine Initiative, mit einem Mahnmal an das Schicksal des 2001 wohl vergewaltigten und bis auf den heutigen Tag verschwundenen Pascal hinzuweisen. Man hat es, soweit wollen wir das mal voraussetzen, „gut gemeint“ und sich engagiert und all diese Dinge. Viele Gemeinden haben sich allerdings gegen die Aufstellung des Mahnmals ausgesprochen, was die Initiatoren verwundert hat.
Ich weiß jetzt nicht, ob die Ablehnung der Aufstellung des Mahnmals mit einem gewissen ästhetischen Grundgespür zu tun hatte. Ich möchte es mal hoffen.
Ich für meinen Teil war total irritiert: Wie kann ich bei einem Mahnmal gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern eine Form wählen, die dermaßen erigiert phallisch daherkommt?
Ästhetisches Feingefühl? Irgendwelches Gespür?
Der Siegburger Bildhauer Bruno Harich zeichnet für diese Skulptur verantwortlich.
Unwissenheit kann durchaus in Geschmacklosigkeit umschlagen.
Und ich will mal hoffen, dass es sich hier nur um Unwissenheit handelt.

Für die Freunde johannisbeeräugiger Eichhörnchen und Luther’scher Dachrinnen spielen wir nun auch in Trier!
Im Keller eines europäischen Übersetzerturms lagern 500 Jahre alte Schnipsel aus dem Papierkorb einer Eisenacher Dolmetscherstube. Daneben halbvermoderte Buchdeckel mit rätselhaften Bildsiegeln, Wanderwörter aus dem mittleren Osten und ein Erzählfragment über einen König, der den Überfluss seines Herzens in Sprache zu fassen versucht…
Unsere musikalische, sangesfreudige und bildkünstlerische Dolmetscherwerkstatt fördert diese Archivalien zutage und stößt dabei auch auf die Aufzeichnungen zu einem prominenten translatorischen Streitfall, das lateinische Wörtchen „sola“ betreffend:
Weberbach 25, 54290 Trier
Die Aufführung bildet auch den Abschluss eines Symposiums zu Caspar Olevian, das tagsüber am selben Ort stattfindet. Weitere Informationen zum Symposium hier


Am 23. April 2017 kann man in der Stadtbibliothek Trier eine weitere Aufführung von DER FALL SOLA des Liquid Penguin Ensembles erleben. Hier wäre der Eintritt sogar frei! 18 Uhr. Weberbach 25. Ganz in der Nähe der TUFA. Hier noch zwei Blätter, die dort auch zu sehen sein werden, und die das Geschehen auf der Bühne auf andere Art beleuchten werden.


das wäre er nun selbst: Christoph Marthaler. In Berlin hab ich früher mal DIE ZEHN GEBOTE und MURX gesehen. Deshalb war die Vorfreude auf KING SIZE auch sehr groß.


Tora Augestad war die Sängerin in dem Stück „KING SIZE“ vo Christoph Marthaler, das im Rahmen des Saarbrücker Persepectives-Festivals im Le Carreau in Forbach zu sehen war. Was an dem Stück sehens-, bzw. hörenswert war, waren denn auch die musikalischen Leistungen. Als Konzept und Idee fiel das Ganze dann doch etwas ab. Vielleicht folgt die Tage noch eine nähere Auseinandersetzung.




glückliche Momente: Am Wochenende meinen ersten Kurs an der Bosener Mühle gehalten: Total schön, irgendwie. Mit dem Plan des gemeinsamen Arbeitens auf gemeinsamen Arbeiten. Heraus aus den gewohnten Bildvorstellungen, hinein ins Abenteuer des Aushaltens und Überarbeitens des Anderen. Wildes und konzentriertes Arbeiten gleichermaßen. Am ersten Tag Freude der Entdeckungen. Und auf den gesamten Zeitraum kaum eine Stunde Pause gemacht. Am zweiten Tag dann etwas zäher, was aber einfach auch an der Menge des Materials und der Gedanken liegt, das und die wir dort bewegt haben. Ein sehr schöner Ort, dieses Atelier in der Bosener Mühle. Man geht morgens rein und hat Lust zum Arbeiten. Und auf den See gucken kann man auch zwischendurch.
Vielen Dank an die Kursteilnehmerinnen Carina Hornung, Erika Hönig, Rita Paul-Schenke, Doris Bleimehl, Susanne Torazzina und Elisabeth Borscheid: Das war sehr schön und locker und bereichernd mit Euch: Total schön, irgendwie!
Der nächste Kurs dort findet übrigens am 19. und 20. August dort statt. Zum Thema Elementares Zeichnen und Skizzieren.






der weg führt nicht zurück, also werfe ich einen stein vor meine füße und bin mit meinem größten feind unterwegs – wir besuchen geschäfte, in denen ich als kind gerne war, ich zeige ihm alles, alles, alles, in einem geschäft bleibt er unbemerkt zurück, ich gehe barfuß weiter und finde meine schuhe im rinnstein unter einem parkenden auto, fast zufällig

Aus Roger Willemsens Buch „Gute Tage“, das Berichte über Begegnungen mit bekannten Menschen enthält, findet sich in dem Kapitel über Vivian Westwood folgende Sequenz:
„Was die Öffentlichkeit stattdessen erreicht, ist die Unterstellung, bei Vivian Westwood handele es sich per se um Avantgarde. Sie selbst geht mit dem Begriff wesentlich vorsichtiger um. Es habe nur Sinn von Avantgarde zu sprechen, wenn man die Opposition, die akademische, institutionell getragene Kunst dagegenhalte. Da aber augenblicklich alle Kunst akademisch sei, sich an ihrem kommerziellen Nutzen, ihrem Mark messen lassen müsse, gebe es für den sensibel Begabten heute nur noch zwei Möglichkeiten:
„Entweder er scheitert, weil er in dieser Maschinerie untergeht, oder er entdeckt irgendwas Verkäufliches, einen roten Kreis auf schwarzem Grund, dann einen schwarzen Kreis auf gelbem Grund, schließlich vielleicht einen gelben Kreis auf schwarzem Grund. Danach dreht er durch, schmeißt die Farbe gegen die Wand und verkauft das Resultat. Sie sehen: Wie beschränkt sein Blickwinkel auch sein mag, solange man ihn vermarkten kann, ist er ein Künstler. Es ist alles akademisch.“ „

Detail:


Ein Portrait aus dem Jahr 1985. Mehrere Sitzungen, bis ich zufrieden war. Und ich habe sie eigentlich immer noch genau so im Gedächtnis. Für die Portraitierte habe ich dann nachher eine Replik versucht, weil ich dieses Original unbedingt behalten wollte. Eigentlich hätte sie das Original verdient gehabt, die Replik war nicht so stark gelungen. Einerseits bedauere ich natürlich, dass sie nicht die bessere Zeichnung bekommen hat, andererseits bin ich froh, dass ich die bessere Zeichnung behalten habe. Keine Ahnung, was aus ihr geworden ist. Sie wollte damals nach Freiburg. Wenn sie sich heute plötzlich melden würde, dann würde ich ihr dieses Blatt durchaus gerne schenken. Tempus fugit.