BGB – ANERKENNTNIS/ ABERKENNTNIS

 

 

Folgendes hat Beate Garmer gestern entdeckt (-> „Intelligenz der Pflanzen“ und „Aus Liebe zu den Pflanzen“ von Stefano Mancuso):

Fragmentierte Intelligenz oder von der Anerkenntnis
In der Wissenschaft gebührt der Ruhm demjenigen, der die Welt von einer Idee überzeugen kann, nicht demjenigen, der die Idee zuerst hatte.“
Francis Darwin (Sohn des Evolutionsbiologen Charles Darwin)

Nur wenigen Wissenschaftlern wird eine auskömmliche und ruhmreiche Existenz als Experten in ihren Fachbereichen zu Teil. Diese verteidigen nicht wenige dann mit allen Kräften und sehen es meist gar nicht gern, wenn Experten benachbarter oder sogar gänzlich entfernt erscheinender Disziplinen, sich in ihre Gefilde vorwagen. Diese Eminenzen haben die Macht zu entscheiden, welche Evidenzen denn nun ernst genommen oder schlicht und einfach ignoriert werden. Doch auch der steuernde Einfluss der Profitorientierung bei der Vergabe von Forschungsgeldern sollte nicht unerwähnt bleiben.
Die Geschichte gibt viele Beispiele von Menschen, die diese Macht in Frage stellten und von der Wissenschaftsgemeinde ausgeschlossen wurden. Dieser Faktor des ernst Nehmens oder nicht ernst Nehmens bezeichnet den toten Winkel unseres gegenwärtigen Bewusstseins. Die Welt ist eine Scheibe und pflanzliche Lebensformen – mit ihren mindestens 99,3 Prozent vorherrschend auf diesem Planeten – besitzen keine ernst zu nehmende Intelligenz.

Unsere fächerbasierte Ausbildung und Forschung führt zu einem fragmentierten Verständnis der Phänomene und setzt der menschlichen Intelligenz enge Grenzen. So kommen wir nur zu Anerkenntnis statt wahrer Erkenntnis oder gar emergenter Intelligenz, die die Talente aller Individuen unserer Art in Kontakt miteinander brächte, wie es das Wurzelsystem jeder Pflanze vormacht. Jede Pflanze ist eine Kolonie von Individuen, die nicht nur verdammt gut miteinander auskommen, sondern sich auch auf wandelnde Veränderungen der Umwelt bestens einstellen können und gemeinsam weit über sich hinauswachsen.

Judith Kerr

Letzte Woche in der Samstags-taz ein schönes Interview mit Judith Kerr, die vor allem mit ihrem Buch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ bekannt geworden ist. Ihr Vater war der Theaterkritiker Alfred Kerr. Sie selbst hat sich immer als Zeichnerin gesehen. Und tut dies auch noch heute, im zarten Alter von 95 Jahren. Sie berichtet davon, dass ihre Mutter ihrem Zeichnen kritisch gegenüber stand, seit sie versuchte, daraus einen Beruf zu machen. Es seien da immer diese Zeichner gewesen, die kein Geld hatten. Ihr Vater dagegen habe sie immer ermutigt, wenn sie mutlos war.: „…Ich habe ihm einmal gesagt, als es wieder nicht gutging: Warum mache ich das eigentlich, ich könnte doch mit meinen drei Sprachen gutes Geld verdienen. Und er hat mir gesagt: Wenn Du es nicht tätest, dann würdest du immer weniger gut von dir denken.“ Und sie kommt darüber hinaus zu dem Schluss: “ Für mich ist der Unterschied, ob man etwas außerhalb mehr als sich selbst liebt. Ich glaube, wenn ich nicht Zeichnerin geworden wäre, vielleicht hätte ich dann eine Religion gebraucht – God forbid, bloß nicht. Aber man baucht etwas, das größer ist als man selber, und für mich ist es das Zeichnen. Für meinen Vater war es das Schreiben. Dann muss man das auch tun, so weit wie möglich.“

TOTAL SCHÖN, IRGENDWIE – – – habt Ihr Euch denn auch alle schon schön angemeldet??

Wie komme ich zu interessanten Bildfindungen? Was alles kann ein Bild sein? Wieso komme ich zuhause an meinem Zeichentisch oder an meiner Staffelei nicht wirklich weiter? Was kann ich dagegen tun? TOTAL SCHÖN, IRGENDWIE ist ein gedanklicher, zeichnerischer und malerischer Jungbrunnen. Zwei Tage lang werden wir an gemeinsamen Zeichnungen/Collagen/Malereien arbeiten. Gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Blättern erweitert nicht nur den Blick für das eigene Tun und das des Anderen, sondern führt uns natürlich auch zu grundlegenden Fragen von Komposition und Ausdruck. Was kann ich zulassen, auf welche Lösungen wäre ich nie gekommen? Der Offenheit dessen, was hierbei in zwei Tagen passieren kann, entspricht auch die Offenheit des verwendbaren Materials. Klassisches Zeichengerät neben farbiger Tusche, Collage, Scherenschnitt und und und. Simultanschachartige Zeichenduelle mit dem Dozenten gehören ebenso dazu wie der Rückzug in die experimentelle Kleingruppe. Gemeinsame künstlerische Arbeit kann einen aus der Bahn werfen, zumindest lenkt es ein wenig aus der eigenen Spur und bringt einen bestenfalls auf neue interessante Ideen. Mitzubringen sind: Alles, mit dem man gerne Striche zieht, Farben verteilt oder interessante Oberflächen herstellt. Offenheit und Experimentierfreude. Ausreichende Mengen Papier. Schere. Cutter. Kleber.

LINKS UND RECHTS

finalmente

interessant, wer sich für ein vergleichbares Sterbedatum entschieden hat: Bruno Ganz und Karl Lagerfeld nur wenige Tage auseinander – das ist fast interessanter, als wer am selben Tag Geburtstag hat (Gerhard Schröder und Billy Holday z.Bsp.)

aus meiner vergangenheit

gestern abend wurde mir dieses Foto zugespielt. aus meiner vergangenheit. 1990 oder so. mit einer spezialkamera aufgenommen, so dass auch der heiligenschein deutlich zu erkennen ist. das gebäude, in dem das stattgefunden hat, steht auch schon lange nicht mehr. dort befindet sich jetzt ein discounter. und nebenan die aok. immer noch. foto: isabel weiler.