
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth


Das Wochenende damit verbracht, mir drei Comic-Bücher, die ja heute lieber Graphik-Novel heißen, anzuschauen. Eines davon war RUDE GIRL von Birgit Weyhe, das mir sehr gut gefallen hat. Die Neunkircher Stadtbibliothek hat seit einiger Zeit eine nette kleine Auswahl an solchen BDs. (Die französische Bezeichnung bandes dessinées gefällt mir irgendwie besser: gezeichnete Bücher. Das klingt erstmal ein wenig unprätentiöser). Manchmal stöbere ich ein wenig in dem Regal, aber die meisten stelle ich sofort wieder weg: Sie sind mir zu konventionell gezeichnet. Aber es gibt dann immer wieder welche, die einem in den Fingern bleiben, weil es irgendetwas gibt, was einen hält: Zuerst meist wirklich der Zeichenstil. Bei Birgit Weyhe war das so: Hier wird frech drauflosgezeichnet. Und blättert man die Seiten durch, finden sich auch immer wieder kleine optische Stolpersteine, Lösungen, die anders sind, als man es hätte vielleicht erwarten können.
Bei RUDE GIRL kommt erschwerend hinzu, dass hier auch die Geschichte differenziert und anders ist. Spannend finde ich immer auch ein wenig, wenn sich die Zeichnerinnen selbst ins Bild setzen (hier der Fall). Und dann bin ich immer neugierig, wie die dann auf Fotos aussehen. Hier ein erstes Blatt mit einer Zeichnung nach einem Selbst von Birgit Weyhe aus RUDE GIRL und einer kleinen einfach gehaltenen Annäherung nach einem Foto.







seit kurzer zeit habe jetzt auch ich – nach langen jahren der entschiedenen komplettverweigerung – ein sog. smartphone. gebraucht. und selbst in betrieb genommen. funktioniert. ich versuche weiterhin den freischwebenden gang durch die gassen der welt, ohne dass ich auf die schillernde overfläche starren muss. aber natürlich knipse ich damit. und das ist interessant. so wie anfang der 2000er, als ich, auch damals nach langer verweierung, mir einen fotoapparat anschaffte und überlegte: what to knips. hier gibt es also zukünftig eine kleine folge von smartphone-fotos. es wird anders gezielt. weniger gezielt irgendwie. vielleicht. hoffentlich. beiläufiger. und ich hoffe, dass ich nicht irgendwann sagen muss: wenn man die ideen nur noch mit dem smartphone notiert statt mit dem stift ins skizzenbuch: das war der anfang vom ende. (welches ende von welchem anfang?)







