manchmal sollte man nachsehen, ob es einen noch gibt

nur so eine Beobachtung:

ich bewege mich ja auch zuweilen auf facebook und instagram. besonders auf letzterem portal fallen mir gerade die werbungen für die klima xl – ausstellkung im saarl. künstlerhaus auf, ausstellung teil 2.  viele kolleg*innen werben dafür. schön. sie werben aber eigentlich immer mit: hier meine arbeit als beitrag zur ausstellung. ich. ich. ich. bin dabei. hier mein werk und eine ausstellung mit anderen drumrum gibt’s auch noch. wie gesagt: nur ne beobachtung. niemand wirbt neutral für die ausstellung, sondern immer mit betonung auf dem eigenen beitrag. mir selbst wäre sowas ungeheuer peinlich. fällt ja auch keinem auf. da ich aber immer wieder mit musiker*innen zusammenarbeiten darf: da scheint mir das ein wenig anders. da sagt kaum jemand: ich spiele da und dort in diesem zusammenhang demnächst viele gelungene töne und ein paar andere machen auch noch mit. da wird sich auffallend oft gegenseitig gelobt und präsentiert. naja, bin halt oldschool und immer wieder empfindlich. 😉

Drama

personen: mann und frau, souffleuse

Szene 1.

mann (zum Publikum sprechend):

Von nun an wird sich unser aller Leben ändern! Ich habe unseren Kindern unendlich Schreckliches angetan! Aber ich habe mir verziehen.

Pause.

zur Frau sprechend: Und das kann ich auch Dir nur raten.

Szene 2:

mann (zur Frau sprechend):

Von nun an wird sich unser aller Leben ändern! Ich habe unseren Kindern unendlich Schreckliches angetan!

zum publikum:

Aber ich habe mir …

souffleuse (leise): verziehen … verziehen

mann (zum publikum, laut und klar):

Verziehen!

Und das kann ich auch Euch allen nur raten.

Szene 3:

mann (zur Frau sprechend):

Von nun an wird sich unser aller Leben ändern! Ich habe unseren Kindern unendlich Schreckliches angetan!

zum publikum (laut und klar):

Aber ich habe mir verziehen.

Verziehen!

Und das kann ich auch Euch allen nur raten.