11.4.21

11uhr48 bis 11uhR52

in die welt hineinrufen, in der hofnung, die welt ruft nicht zurück. Eine amsel sitzt auf ihrem baum und ruft hoffnungfroh in die welt. Meine vorstellung sofort: alle alle alle rufen und brüllen das tier zurück und nieder. Stante pede. Just sofort. Muss wohl daran gelegen haben, dass es morgens war. Abends hatte ich diese vorstellung noch nie.

2.4.21 nachmittags

nachmittags – ohne genaue uhrzeit, jedenfalls in der sonne

 

ich krabbele von innen an der scheibe entlang. Woher die kraft nehmen und nicht stehlen? Der nachbar geht seine wiese auf und ab. Er kann uns alle sehen. Wir können nur ihn sehen. Wer führt für wen ein theaterstück auf? Er für uns? Wir für ihn? Ich rutsche an der scheibe ab und falle zu boden. Vieles weiß man, bevor man es fühlt, auch hier.

2.4.21

9uhr5 bis 9UhR13

nachts lege ich meine hand an meinen kopf, damit sich die finger in der krümmung üben. Mein kopf scheint mir dafür ein geeignetes werkzeug. Er ist da und halbwegs rund und muss sowieso gehalten werden. Viel mehr gibt es nicht zu sagen: ich schlafe ein und morgens ist er wieder voller gedanken. Kann irgendjemand morgens im bett lesen? Ich kann es nicht. Abends vorm einschlafen lesen, damit sich die aufgenommenen dinge einen platz suchen können: ja. Morgens liest man die zeitung, kurze berichte aus der wahren welt, damit man wieder weiß, was die stunde geschlagen hat. Aber das ist ja kein lesen. Ein bisschen so, als wenn vögel morgens zeitung läsen. Ich lasse die tagesereignisse in mich hineinzwitschern. Und natürlich wissen alle, warum twitter twitter heißt: es sind einfach nur lebenszeichen. Auf elektronischem weg. Ein neuer tag. Ich lebe noch. Twittero ergo sum. Der mensch unterscheidet sich von den vögeln nur dadurch, dass er einen schließmuskel hat. Die wenigsten allerdings einen verbalen. Vieles weiß man, bevor man es fühlt. Warum aber facebook facebook heißt?

Abendbilanz

Eben auf facebook eine Werbung für die Neue Zürcher Zeitung, die sich ja seit einiger Zeit auf dem deutschsprachigen Markt einen Parkplatz rechts von der FAZ und links vom Völkischen Beobacher zu suchen scheint. Die Französische Revolution erscheint auf einer Linie mit dem Fall der Mauer und dem Sturm aufs Capitol anfang des Jahres. Als sei das alles so in einer Tradition. Ob´s einer merkt ? Kotzeimer sei wachsam. Würg.

morgenbilanz

mir geht`s ja eh grad nicht so mit den nerven und den mitmenschen und alles: heute morgen flott durch die zeitung geblättert und 1 ganze komplette seite über joni majer und ihre erfolge. schnell weggeguckte und x-mal so ähnlich dagewesene schwarz-weiß-prilblumen-„kunst“ jetzt auch im neuen café des saarlandmuseums.  Und ich hatte mich schon gefreut, dass man da wieder hindarf. naja, ins café ja auch nicht. und gleichzeitig ne präsentation in der stadtgalerie. und das sieht alles so banal und einfach gestrickt aus. 1a kommunikationsdesign.  was da auch immer kommuniziert werden soll. könnte auch im möbelmarkt funktionieren. und alle jubeln und bewundern. in ZEIT und NEW YORKER und WASWEISSICHWO abgedruckt. Fuck off. Da gehörts vielleicht auch hin. gebrauchsware, kunstgewerbe, optische fahrstuhlmusik. wenn`s dann demnächst in den saarbrücker heften auftaucht, hab ich endlich mal einen grund, das abo zu kündigen.