oskar lafontaine fährt sein e-bike grundsätzlich nicht mit strom aus windrädern!
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth
der schnee ist verschwunden. Draussen stürmt es eine warme luft. Die ruhige ordnung des schnees ist verschwunden, dreck fliegt durch die luft. Wer hat zeit zum atmen? Es leuchtet auch nichts mehr. Mein linkes ohr hört weniger als mein rechtes. Auf der linken seite meines kopfes bin ich dümmer als auf der rechten. Oder muss man sich das auch gespiegelt vorstellen? Auf der rechten seite meines kopfes bin ich dümmer als auf meiner linken? Die finger bewegen sich nur zögerlich. Auch ihnen ist es egal, ob ich kaltes oder warmes wasser über sie gieße. Alle wollen so schlau sein. Wer nicht?
hier sitze ich
und forme kaiser
nach meinem bilde
kleine, über-
und durchschaubare
was ziehe ich ihnen bloß an
wenn es draußen dunkel wird?
in diesem jahr der hundetrend im schnee: pinkeln auf schneehaufen. Überall kleine berge mit gelb gefärbten gipfeln. In diesem jahr der menschentrend im schnee: soviele schneemänner (keine frauen, warum eigentlich nicht?) habe ich schon seit jahren nicht mehr gesehen. Auf allen befahrbaren abhängen schlitten, kinder, snowboards. Der mensch ist ein spielendes tier und dies könnte einen fast sogar froh stimmen. Es könnte so schön sein. So niedlich und frei. Hängt das mit der nicht mehr gewohnten dauer des wintermärchens zusammen? Mehr als vier tage am stück? mit weißestem himmel und blauesten sonnenscheinen? Und/oder mit den ganzen pandemie-maßnahmen, so dass der mensch sich freut, wenn er mal draußen halbwegs regelkonform spaß haben kann? An einer stelle parken mehrere autos, pick-up, suv und transporter direkt auf dem acker, relativ weitab von straße und feldweg. Mittdreißiger würde ich mal schätzen. Wieso sollte man auch noch zu Fuß zum Gipfel laufen, wenn man auch direkt aus dem Auto raus auf den Schnee steigen kann? Hinten links hält ein roter kleiner Transporter, ein junger mann mit gepflegtem hund und bart steigt aus und begibt sich auf direktem weg zu der gruppe auf dem hügel. Er ist in die geheimnisse der punktgenauen landung auf dem hügel wohl noch nicht eingeweiht worden.
Es stellt sich die frage, ob man hunde überhaupt noch auf dem acker ausführen muss, oder ob es für die tiere auch interessant und befriedigend genug sein könnte, einfach nur spazieren gefahren zu werden.
Ich habe noch kurz überlegt, ob ich schaufel und besen, die auf der ladefläche liegen geblieben waren, klaue und irgenwo verstecke, oder sogar klaue und nichtwiederauffindbar verstecke. Hab es aber dann doch sein gelassen. Warum eigentlich?
des kaisers neues kleid ist des kaisers neues kleid. Was geht mich der kaiser an? Des kaisers neues kleid ist wie der gesunde menschenverstand: von allen benutzbar. Dehnbar. Es erklärt immer den eigenen geschmack. Verklärt die eigene meinung zur allgemeinen meinung. Der hut von beuys kann des kaisers neuer hut sein. Darunter bleibt er nackt und alle sehen es und keiner sagt es. Fett bleibt fett und kein mensch ist ein künstler. Was bleibt ist der schnee von heute. Schnee wird selten. Zumindest hier bei uns. Nur ich allein kann seine weißheit erkennen.
Was, wenn ein tag in einem kopf keinerlei spuren hinterlassen hat? Trotzdem es ein schöner tag hätte gewesen sein können?: Man hat einen schönen spaziergang gemacht. Schöne luft geschnappt. Alles. Was bleibt von alledem? Draußen springen die menschen umher und sind verrückt. Wenn ich etwas gelernt habe: der mensch kann per se alles gut oder schlecht finden. Man kann morgen das gegenteil von heute begründen mit denselben argumenten. Ich sitze als kind am fenster des hauses meiner großeltern und zeichne vögel mit einem kugelschreiber in meinen dreiähren-block. Ich sehe heute im wald ein von einem specht angenagtes vogelhaus. Woher soll der specht das wissen?
keine neue idee, aber eine interessante und gute: täglich für ein paar minuten die gedanken kreisen lassen und mitschreiben. Ein paar minuten, damit es eine regel hat. Regel und kontinuität. Arbeit und struktur. gehirn-wäsche im positiven sinn. wir nehmen die gedanken raus, waschen die ein wenig und tun den rest wieder rein. kann ja nix schaden. 🙂
10.1.21, 11uHR22 bis 11uHR28
Wie man dem toten Rasen das Leben erklärt. Wie sich die Himmel ähneln. Hier ein Blau, dort ein Grau. Wir wünschen uns dasselbe Essen wie gestern. Einfach, weil es uns geschmeckt hat. Abwechslung ist etwas für Anfänger. Vom dunkelsten Grau (nein: Schwarz gibt es keines) über Rosatöne, Rosa-Grau vor hellstem Blau. Der Horizont alleine macht nicht satt. Ohne ihn wollen wir aber auch nicht leben. Nur er trennt das Feste von der Luft. Und ohne Luft geht garnix. Ein leuchtendes und festes Weiß unten, ein Trennungsstrich, der uns Luft verschafft, und dann darüber alles andere. Strahlen. Unten ein Grün mit viel Rot-Anteil. Könnte man es etwas heller drehen, könnte es auch mitten am Tag sein. So wie gestern. Aber so, genau so, hatten wir es noch nie! An meinen Füßen wachsen krumme Finger.
warum bewegen sich die menschen in ihren häusern?
hier und da ein neuer vorgartenleugner
wohnhaft: straße der überflüssigen balkone 13
wohnhaft: appendicitisweg 12
wohnhaft: gonorrhoegasse7a
warum heißen die straßen in den
sogenannten sozialen brennpunkten
immer käthe-kollwitz-
nie aber helmut-kohl-
gerhard-schröder-
oder henry-ford-?
jesus schreibt ein gedicht über den
30jährigen krieg
einstein meint:
hätte man sich damals nur 1 wenig schneller bewegt,
wäre alles viel früher vorbei gewesen

die gedanken der menschen halten sicherheitsabstand
die hand ist kein gedanke
der hund ist kein gedanke
das hemd ist kein gedanke
der gedanke ist kein gedanke
& du
2 uhren
1 krümel
& 1 nuss
werfen dir
ihre zeit
entgegen,
ihre kalorien
& ihr fett
du fängst es auf
und zerstreust es
auf deinem weg
zum tod
für alle fälle
allen eine falle
für alle felle
wäre poesie par excellence
die exkremente des herrschers
im täglichen vergleich sind poesie
wären poesie
sind keine poesie
allerdings die arschbacken
der unsichtbaren kaiser,
kaiserinnen, kassiererinnen und
kassierer
könige
wären im alltäglichen vergleich
lupenreine demokratie
keine
wie so oft

ich war gern, wo ich hinfahre
ich bin gern, wo ich herkomme
und falle staunend
über meine geduld
von der gegenwart befreit
mache ich in der zukunft alles richtig
an der spitze meines bleistifts
gibt es weder früh noch spät
aber festhalten muss ich ihn trotzdem
mache ich in der zukunft alles richtig?
an der spitze meines bleistifts
gibt es weder früh noch spät
aber festhalten muss ich ihn trotzdem
hier geht`s ab sofort ab. -> LINK
Das Projekt 8argo der Argonauten Budesheim, Daub, Flommersfeld, Harth, Schultz ist kein weiteres Webprojekt, das Literatur und Bildende Kunst ins Web verlagern will und damit auf Interaktivität und – Medialität anstelle einer fundierten Ästhetik vertraut. Es greift eher eine dynamisch-labyrinthische Struktur auf – die Teilnehmer schreiben aufeinander zu oder voneinander weg, benutzen Wortfelder als Absprungbasis in unbekanntes Terrain, lassen kleine Lichtungen oder unerwartete Pfade entstehen, schlagen eine Schneise oder drohen zu verwildern.
schwarzgekleidete menschen
werfen kleine sonnen in 1 korb
atheisten & ungläubige
dank ihrer statur
existentialisten
&
existenzartisten,
existenziell gefährdete
sie haben frisuren
& sie tragen sie auf dem kopf
sie zeigen ihre knie
& sie zeigen ihre brüche
& springen in die höhe & haben eine zukunft
& fangen
& greifen
& werfen
kleine sonnen in 1 korb
& zählen keine erbsen
ich spiele auf der straße mit einem kleinen grünen unreifen Apfel Fußball, der Schuss misslingt und ich springe fast vor ein Auto, Zone 30, das Auto weiß das und hält sich daran, hier sind die Hecken auf den Millimeter gestutzt und der Fahrer des Autos aus der humorfreien Abteilung: er fährt vorbei ohne den Hauch einer Mine – sein Auto heißt JUKE, ich aber lese: JUNKIE