sentire

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Habe ich doch letztens im VHS-Kursraum SB ein Foto aus der Zeit zur Verschönerung des Raumes angebracht, das einen Pudel zeigt mit auffallend rundem Gesicht und Kindchenschemabetonung, das mit dem Satz „Du siehst aus, wie ich mich fühle“ eine gewisse Komik erzeugt. Tatsächlich ist jemand hingegangen, und hat dem Pudelgesichtsfoto links und rechts je eine Dose Haarspray zugefügt,  so dass eine durchaus freche Installation daraus entstanden ist. Die Zeichnung oben habe ich mir als kleine Gedächtnisstütze ins Skizzenbuch eingefügt.

arbeitstage

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Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit. Coole Sachen allerorten. Letzte Woche war ich Komponist mit einer Uraufführung des Stückes „Polyneuropathie – ein Krankheitsbild in 5 Sympromen für Bass, Cello und Viola“ in der Schinkelkirche in Bischmisheim. Am Samstag fand mein erster Kurs für die VHS Neunkirchen statt, gestern war ich zum Fotoshooting des Ensembles des SOLA-Projektes, abends dann zur Probe der DADA-Soirée, die am Samstag im KUBA in Saarbrücken stattfinden wird. Heute nachmittag in der Kantine des KUBA, um mit Petra Jung unsere Wandgestaltungs-Performance vom Samstag schon ein wenig vorzubereiten. Eben, nach einem Ausflug in die Pizzeria Il Giardino auf dem Rodenhof wieder zurück in Wemmetsweiler. Puh.

ce soir

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Heute abend bei der Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern, 18-20 Uhr in der Karl-Marx-Straße 35 in KL -> o.T./o.N. Arbeiten auf Papier, anonym gehängt, für 100,-€ das Blatt. Occasion!

Bildungsreise

Dienstag, 29.11.2016, Frankfurt/Main, Schirn: Ausstellung Giacometti-Nauman.

Eigentlich eine interessante Idee, zwei so verschiedene bildhauerisch arbeitende Figuren miteinander zu konfrontieren, die auf den ersten Blick so scheinbar nichts gemeinsam haben. Doch lässt die Ausstellung einen leicht schalen Beigeschmack zurück, obwohl sie interessante Vergleiche zeigt.

Warum also der schale Beigeschmack? Die Schirn ist mittlerweile mit Abstand das Haus, in dem ich die meisten Ausstellungen gesehen habe. Und meistens geht man dort raus und hat Dinge gesehen, die man so, oder zumindest in dieser Kombination, vorher noch nie gesehen hat.

Also wäre diese Ausstellung doch  prädestiniert für ein ähnliches Aha-Erlebnis.

Woran liegt es nun?

Hat man in seinem Leben einfach schon zuviel Giacometti gesehen? Sind es einfach zuwenige Exponate alles in allem, so dass man im letzten Raum automatisch denkt: huch, das war`s jetzt schon?? Oder haben wir einen Raum übersehen?? Oder hat man einfach die falsche Auswahl an Arbeiten getroffen??

Das Konzept der Ausstellung ist nicht schlecht und oft erhellen sich die Exponate gegenseitig.

Man hat das unter verschiedenen Kapitelüberschriften zu ordnen versucht (Die Leere, Figur-Raum, Theater des Absurden, Objekt der Begierde, Malerei-Prozess, Das Mass der Dinge, Körper-Fragment). Spannend finde ich es aber eher dort, wo sich ungewollt aus dem Schattenwurf von Giacomettis Nase plötzlich ein räumlicher Bezug zu Naumans Video „Angle Walk (Becketts Walk)“ ergibt. Natürlich sind auch die Bezüge zwischen Giacomettis fragmentiertem Arm und Naumans Hand nur mit Daumen oder der Hand, die auf ihren Fingern eine zweite Hand balanciert, spannend.

Oder Naumans Korridore mit ihrer extremen Enge und die Bezüge zu Giacomettis schreitenden Figuren. Wobei ich es hier schon fast wieder spannender finde, wie sich eine Aufseherin der Ausstellung entspannt von außen gegen den Korridor lehnt, und so ein ganz anderer Bezug zwischen Figur und Raum völlig beiläufig und ungewollt sichtbar wird. Oder an anderer Stelle die Winterstiefeletten einer jugendlichen Fotografin in hautengen Hosen mit den großen Füßen mancher Giacometti-Figur witzelt (und sie merkt es noch nicht einmal selbst). Oder ein älterer Herr, der sich nur noch schwer am Stock durch die Ausstellung bewegen kann, seiner Frau Nauman-Videos erklärt mit dem Satz: Da geht es um Gang-Arten! (sic). Oder eine jugendliche Zeichnerin beim Stehend-Zeichnen ihre Beine auf skulptural-absurde Weise verdreht, so dass ich aus dem Gedächtnis schon gar nicht mehr rekonstruieren kann.

Wie bewegen sich die Besucher durch diesen Raum? Wie ich mich selbst?

Alles ist Skulptur!

Wenn man sich an diesen Punkt vorgearbeitet hat, dann kann es spannend werden.

Trotzdem geht man raus und denkt: Irgendwas hat einem gefehlt zu sonst.

Für 12,- € pro Nase doch ein bisschen wenig Ausstellung und Erkenntnis, vielleicht.

Und vielleicht dann doch noch ein paar mehr zwingendere Bezüge, so dass nicht ständig sich ein böser Gedanke im Hintergrund rumtreibt, der immer wieder ausruft: Leere, Raum, Figur usw.: darum geht es IMMER in der Bildhauerei, wurscht, wen man jetzt miteinander in Beziehgung setzt.

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von der Musik:

Am 1.12. ab 20 Uhr findet ein Konzert des Trios Hors du Cadre in der Schinkelkirche in Bischmisheim statt. Stefan Scheib Bass, Julien Blondel Cello und Monika Bagdonaite Viola. Im Rahmen dieses Konzertes wird auch eine Auftragskomposition zu hören sein. Eine mehr oder weniger grafische Notation, die sie bei mir zu meiner Freude in Auftrag gegeben haben. Das Stük heißt „Polyneuropathie – ein Krankheitsbild in fünf Symptomen“ und handelt genau davon. Ich bin sehr gespannt, wie sie das akustisch umsetzen werden, ob etwas von den Klängen entsteht, die ich beim Komponieren im Kopf hatte und und und.

Oft war mir die Musik ein musikalischer Katalysator. Und auch wenn ich nicht dazu oder darüber gezeichnet habe, habe ich beim Hören von Musik Formen im Kopf, oft auch Formen, die in Bewegung sind und sich verändern.

Dieser Auftrag brachte mich in die schöne Lage, einmal umgekehrt denken zu dürfen, d.h. mir Musik zu denken und diese zeichnerisch-notativ umzusetzen und gespannt darauf zu sein, wie diese zeichnerischen Bewegungen nun umgesetzt werden.

Donnerstag in der Schinkelkirche in Bischmisheim.

Man soll aber auch nicht übertreiben: Mein Stück ist ein Programmpunkt eines mit SIcherheit auch sonst interessanten Abends.

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worauf es ankommt (Poeme des Alltags):

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Das erste, was mir in der Saarbrücker Zeitung heute morgen aufgefallen ist. Hurra: die Welt ist gesund! Und täglich fallen zwischen 800 – 900 Flüge aus wegen der Pilotenstreiks bei Lufthansa. Hä? 800 – 900 Flüge täglich?? Klar, weiß man ja. Aber man gucke sich den Wahnsinn einfach nochmal in Ruhe an.  www.flightradar24.com Das, was dort zu sehen ist, ist es ohne Lufthansa.

veranstaltungstipp

martin

also, nur dass Ihr es alle wisst: wenn ich dort wäre, dann wäre ich dort. bin aber leider eher in kaiserslautern als in steinbach. für alle francofortesen aber: hinschlappen!

musique, musique, je fais de la musique

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Mein erster Kompositionsauftrag: POLYNEUROPATHIE – ein Krankheitsbild in 5 Symptomen für Bass, Cello und Viola. Uraufführung – wenn alles klappt – am 1.12. in der Schninkelkirche in Bischmisheim.

 

VOGEL UND GEGEND

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eine Ausstellung mit Zeichnungen, Malereien und Sonstigem im Sali e Tabacchi in der Feldmannstraße 144 in Saarbrücken. Eröffnung jetzt am Volkstraurigkeitstag, 13.11. um 17 Uhr.

augenwischen

Es gibt Musik, die verklebt einem so die Ohren, dass man nachher dringend Albert Ayler hören muss oder DEAD WEATHER. Irgendwas, was die Ohren wieder freispült.

Und sowas gibt es auch in der Malerei. Toll, supertoll gemalte Bilder, die einem aber das Hirn verkleistern, die dazu noch so tun, als ginge es um etwas, aber es geht um nichts als Malerei. Das mögen die Leute, denn darin kann man prima schwelgen. Man bekommt was geboten. Und wenn man selbst was im Kopf mit sich rumträgt, dann bietet es prima Projektionsflächen, um alles darin sehen zu können, was man gerne drin sehen möchte. Sogar versteckte Bösartigkeiten und Gesellschaftskritik.

Großartig. Groß und artig. Es bleibt die Erinnerung an großartig gemalte Malerei aber kaum ein Bild bleibt hängen. Ich darf so bleiben wie ich bin. Was will man mehr.

 

kleine momente des glücks

dscn4962 dscn4963Heute arbeite ich den ganzen Tag über an Portraits aus dem Umfeld des Cabaret Voltaires. Von Hans Arp finde ich so unterschiedliche Fotos, dass sich nicht wirklich ein Empfinden für das Gesicht einstellen will. Ich entscheide mich dann für ein Foto aus Ascona, wo er u.a. zusammen mit Sophie Taeuber-Arp im Lage Maggiore sitzt. Das ganze kombiniere ich auf einem Blatt, auf dem sich schon ein kleinwenig gescheiterter Versuch nach einem Foto Arp mit Pfeife befindet. Die Zeichnung finde ich gar nicht mal so schlecht als Zeichnung, aber ich bin mir nicht sicher, ob das als Arp durchgeht.

Heute abend suche ich dann nach einem Taschenbuch mit Arp-Gedichten, das ich 1985 gekauft habe, in der Hoffnung, dass ich dort vielleicht noch ein aussagekräftigeres Foto finden werde. Was ich auf jedenfall dort finde ist die Abbildung eines Portraits, das Richard Huelsenbeck von Hans Arp angefertigt hat. Und es ist unglaublich: In meiner Zeichnung habe ich die Nase auf eine recht exaltierte Art gezeichnet – und bei Huelsenbeck sieht sie ziemlich genauso aus, die gleiche Kurve, nur genau andersrum. Die gleiche grafische Lösung! Und auch die Augen als zwei ähnlich gesetzte Punkte wie bei mir! Ohne es zu wissen! Knapp hundert Jahre später.

Freiburger Raum

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(Fotos von Ludwig Schmidtpeter, mit dessen freundlicher Genehmigung, und mir.)

 

Im E-Werk in Freiburg fand vom 10.10. – 30.10.2017 die Ausstellung Trans/Position statt. Künstler aus dem Saarbrücker Künstlerhaus wurden aufgrund von Bewerbungen von einer Freiburger Jury nach Freiburg eingeladen und umgekehrt.

Aus meinem Bewerbungstext:

Da ich meine Arbeit als ein diskontinuierliches Kontinuum verstehe, bestehend aus einem fortdauernden Malen und Zeichnen, Texten und Beobachten, einem ständigen Aufnehmen, Verstoffwechseln und Neu-Ordnen von Wahrgenommenem, Begriffen und Begriffenem, als ein ständiger Versuch, das eigene Denken flüssig zu halten, habe ich mich entschlossen, eine Präsentationsform vorzuschlagen, die sich einer gewissen Linearität deswegen auch konsequent verweigert, und dieser Arbeitsweise vielleicht ein wenig entgegenkommt.

Eine kaleidoskopartige, wild assoziative Hängung, …, vesteht sich u.a. als bewusstes Gegenmodell zur beliebten künstlerisch-marktkompatiblen Praxis, wiedererkennbare und vergleichbare Markenartikel zu präsentieren, ebenso aber auch als Gegenmodell zur eher haltlosen Vernetzung des Internets.

Ein Kollege hat vor Jahren einmal gemeint, man müsse seine künstlerische Arbeit in fünf Minuten sprachlich auf den Punkt bringen können, damit sie die Chance hat, wahr- und ernstgenommen zu werden. Ich bin entschieden anderer Meinung.

Die interessanten Dinge finden oft zwischen den Bildern statt. Widersprüche statt vager Ideen.

Die Dinge müssen zu einem hin führen und nicht von einem weg.

Vor Ort war die Situation dann eine andere als erwartet. Eigentlich eine bessere. Ich hatte – für mich überraschend – einen Raum für mich allein, den ich nun allerdings mit dem Material füllen musste, mit dem ich eigentlich eine einzige Wand traktieren wollte. Dies führte zu einer Einzelbildhängung, wie ich sie normalerweise selten praktiziere, die aber für mich dann doch sehr interessant war. Dazu kam, das die Bildauswahl aus der Ausstellung „Mach doch was ich will“ übernommen war, d.h. die Bilder waren gar nicht von mir, sondern von Lisa Borscheid ausgesucht worden. Würde das alles zusammengehen und funktionieren? Keine Titel, keine Erklärungen, eine Konfrontation des Berachters einzig und allein mit dem, was er wahr nimmt. Interessant, dass ein Bild wie „Moni“ (die Frau mit den gelben Handschuhen), eines das ich nie so doll mochte, in diesem Kontext (und, wenn man es im Ohr hatte, auch mit den Querelen um die sexuellen Ausfälle eines Donald Trump) mir plötzlich etwas näher gerückt ist.

jetzt und hier, davor und danach

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Ludwig Schmidtpeter hat in der Austauschausstellung Transpositionen zwischen dem E-Werk-Freiburg und dem Saarländischen Künstlerhaus einen Raum gestaltet, in dem sich auch eine Arbeit mit dem Titel „Jetzt und Hier“ befindet. Man kommt zu einer bestimmten Stelle, woraufhin sich ein rotes Fadenkreuz einschaltet und den eigenen Standpunkt markiert. Überhaupt finde ich diesen Raum ausgesprochen interessant und anregend. Allein sein „concetto spaziale“, wo er in einen alten Computer-Bildschirm vier parallele Ritzen mit einem Cutter einfügt! Ein Regal mit Dingen aus der persönlichen Vergangenheit (direkt neben „Jetzt und Hier“!), das den Titel „Alter Ego“ trägt!

Wir haben mit „Jetzt und Hier“ etwas gespielt und herausgekommen sind u.a. diese beiden Fotos, die mit „Davor und Danach“ auch einen guten Titel haben.

 

aus gegebenem Anlass:

Literaturnobelpreis für Bob Dylan. Soso. Hier meine Postkarte „Cornelia Goethe als Cornelia Goethe und Cate Blanchett als Bob Dylan“ nach einer Zeichnung aus dem Jahre 2008. 12 Stücker für 10,- €. 5 Stücker für 6,- €. Inclusive Versand. (ach, was bin ich doch froh, dass es keinen Bildendekunstnobelpreis gibt. Sonst müsste man das auch noch aushalten.)postkartecateblanchettbobdylanalsscan-netz

Wer die Postkarte will, bitte Kontakt unter e-Mail:  klaus_harth@web.de  oder hier einen Kommentar hinterlassen.