kleine momente des glücks

dscn4962 dscn4963Heute arbeite ich den ganzen Tag über an Portraits aus dem Umfeld des Cabaret Voltaires. Von Hans Arp finde ich so unterschiedliche Fotos, dass sich nicht wirklich ein Empfinden für das Gesicht einstellen will. Ich entscheide mich dann für ein Foto aus Ascona, wo er u.a. zusammen mit Sophie Taeuber-Arp im Lage Maggiore sitzt. Das ganze kombiniere ich auf einem Blatt, auf dem sich schon ein kleinwenig gescheiterter Versuch nach einem Foto Arp mit Pfeife befindet. Die Zeichnung finde ich gar nicht mal so schlecht als Zeichnung, aber ich bin mir nicht sicher, ob das als Arp durchgeht.

Heute abend suche ich dann nach einem Taschenbuch mit Arp-Gedichten, das ich 1985 gekauft habe, in der Hoffnung, dass ich dort vielleicht noch ein aussagekräftigeres Foto finden werde. Was ich auf jedenfall dort finde ist die Abbildung eines Portraits, das Richard Huelsenbeck von Hans Arp angefertigt hat. Und es ist unglaublich: In meiner Zeichnung habe ich die Nase auf eine recht exaltierte Art gezeichnet – und bei Huelsenbeck sieht sie ziemlich genauso aus, die gleiche Kurve, nur genau andersrum. Die gleiche grafische Lösung! Und auch die Augen als zwei ähnlich gesetzte Punkte wie bei mir! Ohne es zu wissen! Knapp hundert Jahre später.

Freiburger Raum

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(Fotos von Ludwig Schmidtpeter, mit dessen freundlicher Genehmigung, und mir.)

 

Im E-Werk in Freiburg fand vom 10.10. – 30.10.2017 die Ausstellung Trans/Position statt. Künstler aus dem Saarbrücker Künstlerhaus wurden aufgrund von Bewerbungen von einer Freiburger Jury nach Freiburg eingeladen und umgekehrt.

Aus meinem Bewerbungstext:

Da ich meine Arbeit als ein diskontinuierliches Kontinuum verstehe, bestehend aus einem fortdauernden Malen und Zeichnen, Texten und Beobachten, einem ständigen Aufnehmen, Verstoffwechseln und Neu-Ordnen von Wahrgenommenem, Begriffen und Begriffenem, als ein ständiger Versuch, das eigene Denken flüssig zu halten, habe ich mich entschlossen, eine Präsentationsform vorzuschlagen, die sich einer gewissen Linearität deswegen auch konsequent verweigert, und dieser Arbeitsweise vielleicht ein wenig entgegenkommt.

Eine kaleidoskopartige, wild assoziative Hängung, …, vesteht sich u.a. als bewusstes Gegenmodell zur beliebten künstlerisch-marktkompatiblen Praxis, wiedererkennbare und vergleichbare Markenartikel zu präsentieren, ebenso aber auch als Gegenmodell zur eher haltlosen Vernetzung des Internets.

Ein Kollege hat vor Jahren einmal gemeint, man müsse seine künstlerische Arbeit in fünf Minuten sprachlich auf den Punkt bringen können, damit sie die Chance hat, wahr- und ernstgenommen zu werden. Ich bin entschieden anderer Meinung.

Die interessanten Dinge finden oft zwischen den Bildern statt. Widersprüche statt vager Ideen.

Die Dinge müssen zu einem hin führen und nicht von einem weg.

Vor Ort war die Situation dann eine andere als erwartet. Eigentlich eine bessere. Ich hatte – für mich überraschend – einen Raum für mich allein, den ich nun allerdings mit dem Material füllen musste, mit dem ich eigentlich eine einzige Wand traktieren wollte. Dies führte zu einer Einzelbildhängung, wie ich sie normalerweise selten praktiziere, die aber für mich dann doch sehr interessant war. Dazu kam, das die Bildauswahl aus der Ausstellung „Mach doch was ich will“ übernommen war, d.h. die Bilder waren gar nicht von mir, sondern von Lisa Borscheid ausgesucht worden. Würde das alles zusammengehen und funktionieren? Keine Titel, keine Erklärungen, eine Konfrontation des Berachters einzig und allein mit dem, was er wahr nimmt. Interessant, dass ein Bild wie „Moni“ (die Frau mit den gelben Handschuhen), eines das ich nie so doll mochte, in diesem Kontext (und, wenn man es im Ohr hatte, auch mit den Querelen um die sexuellen Ausfälle eines Donald Trump) mir plötzlich etwas näher gerückt ist.

jetzt und hier, davor und danach

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Ludwig Schmidtpeter hat in der Austauschausstellung Transpositionen zwischen dem E-Werk-Freiburg und dem Saarländischen Künstlerhaus einen Raum gestaltet, in dem sich auch eine Arbeit mit dem Titel „Jetzt und Hier“ befindet. Man kommt zu einer bestimmten Stelle, woraufhin sich ein rotes Fadenkreuz einschaltet und den eigenen Standpunkt markiert. Überhaupt finde ich diesen Raum ausgesprochen interessant und anregend. Allein sein „concetto spaziale“, wo er in einen alten Computer-Bildschirm vier parallele Ritzen mit einem Cutter einfügt! Ein Regal mit Dingen aus der persönlichen Vergangenheit (direkt neben „Jetzt und Hier“!), das den Titel „Alter Ego“ trägt!

Wir haben mit „Jetzt und Hier“ etwas gespielt und herausgekommen sind u.a. diese beiden Fotos, die mit „Davor und Danach“ auch einen guten Titel haben.

 

aus gegebenem Anlass:

Literaturnobelpreis für Bob Dylan. Soso. Hier meine Postkarte „Cornelia Goethe als Cornelia Goethe und Cate Blanchett als Bob Dylan“ nach einer Zeichnung aus dem Jahre 2008. 12 Stücker für 10,- €. 5 Stücker für 6,- €. Inclusive Versand. (ach, was bin ich doch froh, dass es keinen Bildendekunstnobelpreis gibt. Sonst müsste man das auch noch aushalten.)postkartecateblanchettbobdylanalsscan-netz

Wer die Postkarte will, bitte Kontakt unter e-Mail:  klaus_harth@web.de  oder hier einen Kommentar hinterlassen.

presse Kaiserslautern

presse3Stephan und ich haben uns früher schonmal als einäugige Zwillinge getarnt, deshalb ist es einfach leicht, uns zu verwechseln. Da es aber einmal stimmt und einmal nicht stimmt: Schwammdrüberdings. Ansonsten doch recht nett. Und by the way: Wir wollen mehr machen, d.h. uns kann man jetzt verstärkt engagieren, buchen, einladen, comme vous voulez!

29. September 2016

KINGCAT ODER VAN GOGHS OHR
Ein Hexenritt durch frühere und neuere Stücke, märchenhaft Pittoreskes, rätselhaft Verstörendes, animalisch Enervierendes und beiläufig Beglückendes,
Texte: Stephan Flommersfeld,
musikalische Improvisation: Klaus Harth

29. September ab 19 Uhr
Eintritt: 5 Euro
BÄCKERBLUMEN
Eisenbahnstraße 23
Kaiserslautern

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KURSE KURSE KURSE KURSE

9. Oktober 2016 -> ZEICHENKURS IM WILDNISCAMP. Urwald von Saarbrücken. 10.30 – 17.00 Uhr.

Wald bietet die unterschiedlichsten Eindrücke und Strukturen, die eine zeichnerische und/oder malerische Auseinandersetzung lohnen: Große Formen.
Kleine Formen. Verfall. Wachstum. … Je nach Interesse finden sowohl Naturstudien als auch freie Interpretationen gebührenden Raum.
Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene.

Treffpunkt: Scheune Neuhaus. 45,- Euro pro Person. Anmeldung erforderlich über Stefanie Mohra (Netzwerk Urwald) la.mora@web.de

oder über klaus_harth@web.de
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KURSE AN DER VHS SAARBRÜCKEN -> bitte DORT anmelden!!:

Malen

Samstagsmalklasse

Normalerweise werden Kurse angeboten, an denen man sich unter der Woche morgens, nachmittags oder abends für wenige Stunden seinem malerischen Fortkommen widmet oder sich an einem Wochenendseminar konzentriert mit einer bestimmten Thematik auseinandersetzt.
Wir wollen etwas Neues dazwischen wagen.
Einmal monatlich sollen längere malerische Treffen stattfinden, die das kontinuierliche Arbeiten der normalen wöchentlichen Kurse mit dem konzentrierten Arbeiten von Wochenendseminaren verbindet.
Bevorzugt ist dies ein Angebot für bereits fortgeschrittene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die eine längerfristige Auseinandersetzung mit sich und ihrer Malerei wünschen, was in den anderen Kursen normalerweise gegebenenfalls auch ein wenig zu kurz kommt.
Bestenfalls entsteht so über einen längeren Zeitraum eine Gruppe, in der man seine Arbeit entwickeln, an den anderen und sich selbst wachsen kann.
Auf jeden Fall ein monatlicher Termin, auf den man sich freut.
Anfängerinnen und Anfänger, die das Gefühl haben, das wäre trotzdem für sie interessant, sollten sich nicht abschrecken lassen, über eine Teilnahme
nachzudenken!

jeweils 14 – 18.30 Uhr, ab 24.09.2016, 5 Termine, 24.09./29.10./26.11./17.12./21.01.2017

 

Abendkurs

Malkurs

Der Kurs vermittelt grundlegende wie weiterführende Kenntnisse im Umgang mit verschiedenen Techniken und Materialien (Aquarell, Acryl, Öl), deren Wahl und Kombination Ihrer Experimentierfreude unterliegen. Grundlagen der Bildgestaltung werden erlernt; Form, Farbe, Struktur, Bildaufbau und Komposition sind dabei wichtige Begriffe.
Anfänger werden an die Techniken herangeführt. Fortgeschrittene haben die Möglichkeit, sich an eigene Bildkonzepte heranzutasten. Von gegenstandsbezogenem Arbeiten oder Detailstudien bis zur freien Umsetzung eines Themas haben Sie die Möglichkeit, sich individuell dem Prozess der Bildfindung zu öffnen.

Vorbesprechung:  19.9.,  19Uhr; ab 26.09.2016, 8 Termine, vierzehntägig:
26.09./24.10./07.11./21.11./05.12.2016, 02.01./16.01./30.01.2017

 

Wolkenkurs. Versuche über das Leichte und das Schwere

Wolken als Formen sind per se malerisch. Schwebende Pinselstriche auf blauem Grund. Verdichtungen und Auflösungen. Das Zusammenbrauen von Farben kurz vor dem Unwetter. Wir werden nie wieder einen Himmel betrachten können, ohne an bestimmte Pinselbewegungen denken zu müssen. Wolken als fast immaterielle Gebilde stellen aber auch eine besondere Herausforderung dar: Wie realisiere ich Auflösungen und Verdichtungen, dass die Wolken nicht zu dicht und zu schwer werden? Wie erziele ich das Leichte und das Schwebende?

Vorbesprechung: Fr. 23.09.2016, 19:00 Uhr, Vorstadtstr. 29-31(Kunstpalais)
Fr. 19:30 – 21:45 Uhr
ab 30.09.2016, 9 Termine, vierzehntägig: 30.09./28.10./11.11./25.11./09.12.2016, 06.01./20.01./03.02./17.02.2017

 Kurse in der VHS Neunkirchen-> Anmeldungen bitte über die VHS Neunkirchen!:

Zeichnerische Exkursion zur Bergehalde Reden

Die Bergehalde Reden bietet eine Menge an unterschiedlichsten Aspekten. Den vom Menschen gemachten Berg als große, den Ort bestimmende Form, viele kleine Details, Schroffheit und Renaturierung, Einbettung in die Landschaft. Es erscheint zeichnerisch lohnenswert, sich einmal intensiver damit auseinanderzusetzen.

… Wir treffen uns an zwei aufeinanderfolgenden Samstagnachmittagen zu jeweils längeren zeichnerischen Sitzungen. Die unterschiedlichen Strukturen, die wir vorfinden, werden in unterschiedlichen zeichnerischen Spuren ihre Ausdrucksformen finden. Deshalb arbeiten wir auch mit verschiedenen Materialien, Graphit, Kohle, Tuschen etc., um differenzierte Ausdrucksmöglichkeiten zu erproben. Der Kurs spricht natürlich bereits geübtere Zeichnerinnen und Zeichner an; interessierte Anfänger sollten sich aber nicht abschrecken lassen, sie werden schrittweise an geeignete Themen und Motive herangeführt.

1.10. und 8.10., jeweils 14 – 17Uhr45,  20,-€

Wolkenkurs – Versuche über das Leichte und das Schwere

Wolken als Formen sind per se malerisch. Schwebende Pinselstriche auf blauem Grund. Verdichtungen und Auflösungen. Das Zusammenbrauen von Farben kurz vor dem Unwetter. Wir werden nie wieder einen Himmel betrachten können, ohne an bestimmte Pinselbewegungen denken zu müssen. Wolken als fast immaterielle

… Gebilde stellen aber auch eine besondere Herausforderung dar: Wie realisiere ich Auflösungen und Verdichtungen, so dass die Wolken nicht zu dicht und zu schwer werden? Wie erziele ich das Leichte und das Schwebende? Gearbeitet wird mit Acryl- und/oder Öl.
5.11., 12.11. und 19.11.16, jeweils 14Uhr30 bis 17Uhr30, VHS Zentrum Neunkirchen, Raum 15, Marienstraße 2.
25,- €
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Malen ohne malen zu können

 

Es kommt tatsächlich immer wieder vor, dass sich Menschen nicht zu malen trauen, obwohl sie es eigentlich gerne täten, weil sie es ja schließlich ‚nicht können‘. ‚Nicht können‘ heißt in diesem Zusammenhang: nicht zeichnen können, sprich: nicht wirklich etwas ‚Wirkliches‘ abbilden können. Trotzdem haben

… Sie vielleicht Lust und das Verlangen, sich an vielleicht auch erst einmal als fremd empfundene, ungegenständliche Ausdrucksweisen heranzutasten? Es fehlt ein wenig Mut? Sie haben keinerlei Erfahrung mit den diversen Mal- und Zeichenmaterialien? Oder es fehlen einfach Plan und Idee, wie man da herangehen kann? Und wie merkt man, dass nicht jede Schmiererei bereits ‚Etwas‘ ist, es aber trotzdem Kriterien für die Gestaltung gibt und man auch auf ungegenständliche Art Bilder finden kann, die dann doch deutlich ‚Etwas‘ sind? Wenn Sie einige dieser Fragen mit Ja beantworten können und jetzt erst recht Lust haben, sich einmal ganz unkonventionell mit malerischen Dingen auseinanderzusetzen, vielleicht sogar einen eigenen Weg für sich zu finden: Dann sind Sie hier richtig! Lassen Sie sich überraschen, was alles möglich ist.
3.12., 10.12., jeweils 11 – 17 Uhr, VHS Zentrum Neunkirchen, Raum 15, Marienstraße 2.
30,-€

I LIKE FINANZAMT bei der NACHT DER SCHÖNEN KÜNSTE

NACHT DER SCHÖNEN KÜNSTE
Jetzt am Freitag, 22.7.2016 wird das Projekt I LIKE FINANZAMT im Rahmen der 10. Nacht der Schönen Künste
vorgestellt. Man kann dort 2-5 Bilder im Original sehen und vor Ort ein oder mehrere Gebote abgeben, so man
will und ausreichend finanziell ausgestattet ist, und natürlich auch die vielen anderen Sachen sehen, die es
da zu sehen gibt.

arbeitstag

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ich sitze und gucke in die gegend
und warte, dass etwas passiert
aber alles bleibt sich gleich
das haus bleibt ein haus
der baum bleibt 1 baum
und die katze
erwacht aus ihrem traum
vom flügelschlag des nachbarlichen dromedars.

Sabine Ostermann

Neunkirchen/Saar hat seit einiger Zeit neue Räume für die Städtische Galerie. Datt Janze nennt sich nun KULT, darüber kann man streiten, stört aber auch nur bedingt in seiner gewollt zeitgeistigen Originalität.

Dort werden seit Mai Arbeiten von Sabine Ostermann gezeigt. Wir haben in den frühen Neunzigern zusammen in Mainz studiert.

Sie zeigt Linolschnitt-Arbeiten, die in einigen Exponaten tatsächlich gedruckt und anschließend mit Ölfarbe überarbeitet wurden. Daneben aber auch Arbeiten, wo die geschnittenen Platten mit Alkydfarbe be- und überarbeitet wurden. Es entstehen so reliefartige Bilder einer großen farbigen und plastischen Intensität.

Das ist aber nicht alles.

Die Bilder sprühen vor bildnerischen Einfällen. Figuren, die bestimmte, scheinbar alltägliche Dinge tun, die aber wieder mit anderen Dingen kombiniert oder farblich auf eine bestimmte Art und Weise gefasst sind, die das Ganze auf eine weitere, bedeutungsvollere Ebene hebt.

Ich war heute zum zweitenmal in der Ausstellung und habe wieder neue Einzelheiten und Zusammenhänge entdeckt.

Und sie bedient auch das, was mir oft an malerischen Erzeugnissen fehlt: sie sind nicht nur malerisch lecker, sondern man merkt: da denkt auch jemand über die Welt und ihren Zustand nach und vermag das bildnerisch zu fassen.

Hin nach Neunkirchen! Die beste Ausstellung, die ich dort je gesehen habe. Und wahrscheinlich auch die sehenswerteste Ausstellung derzeit hier überhaupt in der Gegend.

Schön gefärbt, aber weit weg von jedweder Schönfärberei.

http://www.sabine-ostermann.de/