noch mehr vergangenheit

1987
1989
zwei Portraitzeichnungen von 1987 und 1989, an die ich mich nicht mehr erinnert habe. gestern per mail von der damals abgebildeten kollegin zugesandt. ebenso ein foto des zeichners in damaliger ansicht.
man_at_work

1992

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Hecken bei Kirchberg im Hunsrück. 1992 haben wir dort eine 11-tägige Exkursion durchgeführt. Gezeichnet, gewandert, Marquez vorgelesen usw. usf. Das Haus gibt es immer noch. Bauschuttcontainer, laufender Fernseher und Anbau lassen darauf schließen, dass es inzwischen privat genutzt wird. Nebenan, dort, wo vor 18 Jahren nix war: eine Neubausiedlung, sogar mit einem Holz-Blockhaus. Bewohnte Mythen und bemühtes Wohnen. Was machen die Menschen hier? Die können ja nicht alle auf dem Flughafen Hahn arbeiten…

zwischen riegenroth und bubach

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Kugelschreiber auf kariertes Papier, 31.10.10, je 29,7x21cm
Auch im Hunsrück ist nicht mehr alles das, was es einmal war. Mehr als drei Menschen auf einmal, die einem im Wald begegnen, gibt es immer noch nicht, dafür aber Sonnenanbeter, die Davos spielen und Menschen mit Halloween-Partys aus der Ferne. Vor Jahren hat man noch nicht einmal Silvester bemerkt.

in aller frühe

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Rauhreif in Orscholz. Und Abbau der leicht angefrorenen, aber recht gut erhaltenen Bilder am Cloef-Atrium. Das Peripathetik-Ding im Rahmen des KREISLAUF-Projektes ist beendet. Gedanklich und formal aber noch nicht abgeschlossen. Vielleicht geht es für mich an diesem Punkt erst richtig los… Auf dem mittleren Foto übrigens die Rauchwolken aus Cattenom, Frankreich. Auf dem oberen Foto der kurzftristig verbleibende Grünstreifen, für dessen Entstehung übrigens dieser ganze Aufwand betrieben wurde…

eischätzung

eischaetzung
wieviele „eier“ befinden sich in dieser Schale?
und als hausaufgabe: mache mir ein bild mit dem titel: eiverständnis im verhältnis der staaten der eu!

napat

Abraham David Christian sagt im Interview im Kunstforum Nr. 204, S. 241, dass er als 12-Jähriger einen selbstgezeichneten Katalog zur Dokumenta 1964 gemacht habe.
Das finde ich eine irrwitzige Idee: Du gehst in eine Ausstellung und zeichnest Dir Deinen eigenen Katalog!

kurze Werbeunterbrechung

kik
T. Sarrnazi schreibt in seinem Buch, von unten werde das Volk immer dümmer, weil sich nur noch die Dummen vermehren. Oder mehr vermehren als wie die schlauen. Nungut. Kik ist jetzt ein Laden für die dummen oder lieber für die schlauen, weiß nicht, jedenfalls für die mit weniger Geld, also jedenfalls die, die für wenig Geld dort die Verantwortung für die Werbung tragen, wissen, dass sie besser sind, als wie man glaubt. Bitteschön. Warum vermehren sich die Verantwortungsträger nicht auch weniger in Zukunft.
Ich trage meine Verantwortung gerne auch alleine.
Tschüß!

monochrom grau

grau
Was in unserer Gewalt steht, ist von Natur frei, kann nicht gehindert oder gehemmt werden! was aber nicht in unserer Gewalt steht, ist hinfällig, unfrei, kann gehindert werden, steht unter dem Einfluss anderer. Sei dir also darüber klar: wenn du das von der Natur Unfreie für frei, das Fremde dagegen für dein Eigentum hältst, dann wirst du nur Unannehmlichkeiten haben, wirst klagen, wirst dich aufregen, wirst mit Gott und der Welt hadern; hältst du aber nur das für dein Eigentum, was wirklich dein ist, das Fremde dagegen für fremd, dann kann kein Mensch einen Zwang auf dich ausüben, niemand dir etwas in den Weg legen, du wirst niemandem Vorwürfe machen, niemandem die Schuld geben, wirst nichts gegen deinen Willen tun, niemand kann dir dann schaden, du wirst keinen Feind haben, denn du wirst überhaupt keinen Schaden erleiden.

monochrom blau

monochromblau
Das, was für mich an Christoph Schlingensief am überraschendsten war, war eine Fernsehsendung, wo er sich mit Helge Schneider getroffen hat, und die beiden zusammen im Straßencafé sitzend ein Bier getrunken haben. Oder war es am überraschendsten, dass Helge Schneider mit Christoph Schlingensief ein Bier getrunken hat? Anschließend, oder vorher, haben beide zusammen die Mutter des einen oder die Mutter des anderen besucht. So genau habe ich das nicht mehr in der Erinnerung.
Die Kirche der Angst.
Christoph Schlingensief ist tot. Seit gestern. Toter als Sigmar Polke zum Beispiel. Toter als andere allemal.

Von den Dingen stehen die einen in unserer Gewalt, die anderen nicht. In unserer Gewalt steht: unsere Meinung unser Handeln, unser Begehren und Meiden – kurz: all unser Tun, das von uns ausgeht.
Nicht in unserer Gewalt stehen: unser Leib, unser Besitz, Ansehen, äußere Stellung – mit einem Worte: alles, was nicht unser Tun ist.
Epiktet.

Wir werden den Himmel beobachten!

Werner Spies spricht:

„…, der sich ein Leben lang mit Dingen beschäftigt, dass er sich nicht einbildet, eine definitive Antwort oder sogar eine definitive Beschreibung für das gefunden zu haben, was er vor sich hat. Es ist anthropologisch und soziologisch in jeder Hinsicht für mich die interessanteste Feststellung, dass im Laufe von Jahrzehnten meiner Beschäftigung mit Menschen, Phänomenen und Problemen jedes Mal eine kleine oder größere Modifikation und vielleicht sogar eine Mutation sein können. Es hat nichts mit Spieltrieb zu tun, wenn ich heute über jemanden wie Kiefer anders schreibe als vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass wir heute Kunst und Phänomene anders beurteilen können als noch vor Jahrzehnten. Es ist nicht nur legitim, sondern die Grundlage unseres dialektischen Verhaltens, dass wir ständig in Frage stellen können, was wir einmal als gültiges oder definitives Urteil formuliert haben. …“
(in KUNSTFORUM Nr. 203, S. 389)

Zustand der Geschichten

Beobachtungen von Zuständen? Geschichten über Zustände?
-> Weder noch. Keine Geschichten. Keine Geschichten heisst auch keine Geschichten über Zustände, was immer das auch sein mag. Auch keine Beobachtung von Zuständen. Beschreibung wäre besser. Zustandsbeschreibungen. Zustandschilderungen von mir aus. Aber keine Geschichten.
Man baut einen kleinen Fehler in ein Bild ein und schon entzündet sich der geschichts- und erklärlüsterne Teil des Betrachterhirns an diesem Fehler und spinnt sich seine Geschichte zusammen.
Die Dinge sind aber auch ohne Erklärung. Einfach, klar, unerklärlich, unerträglich, banal, böse, nett. Geschichten helfen natürlich, damit klarzukommen. Literatur konstruiert sich einen Sinn.
Wenn dieser Sinn aber nichts anderes ist als ein jeweiliges Konstrukt, bleibt eigentlich nur noch die BEschreibung von Zuständen.