FRÜHSTART (mit SPÄTVORSTELLUNG)

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Ausstellung im Atelier dreimal: Julia Baur, Maria Montnacher-Becker und als Gast: Klaus Harth
nur an diesem einen Wochenende!:
SAMSTAG: 17.4. von 16 Uhr bis 21 Uhr, um 19 Uhr: SPÄTVORSTELLUNG
SONNTAG: 18.4. von 11 Uhr bis 18 Uhr.
Dechant-Held-Straße 3 in 66780 Rehlingen-Siersburg.
(ich sehe grade auf der Karte, da geht auch ein „Hartweg“ ab. Wenn auch mit einem „h“ zuwenig)—

informieren deformieren performieren

Es ist keine Kunst, Performance zu machen, wenn viele Leute zuschauen, samt Presse und Fernsehn und so.
Die wahre Kunst: Performance machen, wo keiner zuschaut.

Das schreibt Sibylle Blaumann, am linken Ufer sitzend und damit hat sie recht. Vielleicht wäre sie mit diesen Gedanken auch eine begabte Tapirimitatorin? Die Welt braucht mehr Tapirimitatoren! Und man sollte diese Bewegung auch im schwäbisch-badisch-württembergischen Raum wiederfinden!

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Eine Ausstellung zusammen mit Petra Jung, Vera Kattler, Philipp Strobel und Stephan Flommersfeld. In der 90-Tage-Galerie in Bardenbach (bei Wadern). Im nördlichen Saarland, dort wo nur noch vereinzelt Menschen anzutreffen sind. Erfreulich viele haben zur Eröffnung trotzdem den Weg aus den zivilisierten Bereichen hierher gefunden, trotz umfangreicher Vollsperrungen der A1 Richtung Norden (da war wohl die Saarbrücker Kunstkartell-Mafia mit ihrem stark vernetzten Beziehungswerk am Start). Das war schön. Geplant wurde zur Finissage spontan eine zwölfstündige Tapirimitation von Vera Kattler, parallel dazu liest Klaus Harth die komplette Autobiographie von Erich Honecker und Petra Jung tanzt ein sozialistisches Tanzimitat. Oder so was Vergleichbares. Ebenfalls wurden die ersten Wöllsteiner Tapirimitatorentage geplant, der Termin steht noch nicht fest. Wir suchen noch einen Verlag für unser Buch: Anleitung zum Tapirimitieren. Es gibt noch zuviele Tapitimitatorenamateure. Dies muss geändert werden. -> für vorbereitetende Studien und Beiträge.

PS: Eine Zeitungsnotiz in der Saarbrücker Zeitung vermeldet: Im gerade sich im Dreh befindlichen neuen Saar-Tatort wird (in Marpingen?) eine Performance-Künstlerin ermordet! Yeah! Wieder mal voll aus dem Leben gegriffen! Darauf haben wir schon lange gewartet. Aber interessant, wie dann doch so langsam die Kunsthochschule die Vorstellungsweilten im gesamtgesellschaftlichen Kontext beeinflusst. Interessant finde ich auch, wenn man sich vorstellt, wie man sich jetzt den Prototypen der Performancekünstlerin vorstellt. (Und wieso gibt es in dieser Vorstellungswelt nie Performancekünstler, wieso ist dies ein typischer Frauenberuf? Weil man da so gut Familie und Beruf miteinander vereinbaren kann? Fragen über Fragen. Vielleicht hat ja mal jemand ne Antwort. Vielleicht liest das ja auch mal n verantworlicher Redakteur vom SR. Falls es sowas geben sollte…)

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aus einem Interview mit Wolf Haas aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von gestern (es ging um Schreiben und um Sport):
Vielleicht liegt die Haupterkenntnis darin, dass sich die besten Effekte nicht planen lassen, sondern im Moment entstehen. Bei den ganzen Fußballdiskussionen wird immer behauptet, es gäbe eine Richtigkeit und ein System, und in mancher Hinsicht stimmt das ja auch. Aber wenn dann der Messi links abbiegt statt rechts, dann ist das eben doch besser, dann entscheidet nicht die Richtigkeit des Systems, sondern der einzelne geniale Schachzug. Im Sport gibt es den Mythos der Ideallinie. Aber man kann langsam auf der Ideallinie fahren – und schnell daneben.
Was heißt das, auf das Schreiben übertragen?
Dass man nicht zu brav sein darf. Es gibt beim Schreiben Regeln, wie ein Plot zu funktionieren hat, Gesetze der Dramaturgie. Das ist alles hilfreich. Auch ich mache mir vorher ein Konzept, ein System, aber richtig gut wird es nur, wenn ich mich nicht dran halte, wenn ich weiß, jetzt müsste ich links abbiegen, damit die Dramaturgie stimmt, aber es ist viel lustiger, rechts abzubiegen. Ich entscheide mich im Zweifel immer für den Moment, für den Übermut und gegen die Richtigkeit. Dadurch werden die Dinge interessant, auch im Sport.

hüpf hops SPRING -> Ausstellung ab Sonntag, 11.4.

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Eröffnung um 16 Uhr, Am Fels 1 in Bardenbach. zusammen mit Petra Jung, Vera Kattler und Stephan Flommersfeld und Philipp Strobel.

aus dem Einladungstext:

„Ebelin“ nennt Petra  Jung ihre aus Wattestäbchen gefertigten Objekte. Sie verwendet dieses Material, weil es sie an Kokons erinnert. Kokons symbolisieren  für Jung Verpuppung, Verwandlung und Weiterentwicklung. Kokonartige Objekte tauchen auch immer wieder in ihrer Malerei auf, die geprägt ist von Zartheit, Leichtigkeit, aber auch von der Flüchtigkeit des Augenblicks erzählt.

Stephan Flommersfeld überblendet mittels digitaler Technik florale Formen und unterzieht sie anschließend einem malerischen Prozess. Dabei lässt er Farbe rinnen und gibt der Oberfläche mittels Pigmenten eine haptische Struktur. Neu in seiner Arbeit sind monochrome Etüden, in denen er der Qualität der Farbe Grün nachspürt.  


Der Maler Klaus Harth nimmt den Betrachter mit auf einen Spaziergang: Er notiert landschaftliche Details, gewährt den ein oder anderen Ausblick, kollagiert und fragmentiert. Dabei gelingt es ihm, naturhafte Strukturen in energetisch geladene Pinselstriche zu übersetzen.  


Fühle ich mich beobachtet? Beobachte ich selbst? Fühle ich mich gar ertappt? Vera Kattler beschäftigt sich in ihrer Malerei mit Tieraugen, die mal verspielt, mal weise, mal bedrohlich scheinen. Dabei spielt der Betrachter selbst eine wesentliche Rolle, denn seine Reaktion auf die Blicke verrät ihm viel über sich selbst. Über das Motiv „Auge“ findet Kattler zu Formulierungen, die sich auch auf abstrakter Ebene lesen lassen. 

Philipp Strobel erfindet in seinen Objekten die Geometrie der Pflanze. Trotz kubischer Anordnung der Vierkantstahlstreben entsteht der Eindruck einer nach oben wachsenden Form. Die knotigen Verdickungen erwecken den Eindruck organischer Wachstumsprozesse. 

90-Tage-Galerie, Bardenbach, Zum Fels 1, „Spring“ ist zu sehen bis 16. Mai, Eröffnung am Sonntag, 11. April, 16 Uhr. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag und Sonntag, 15 bis 19 Uhr. 

 

 

die fortführung der vergangenheit mit anderen mitteln

Einige dieser Zeichnungen beruhen auf Vorlagen aus einem alten Vorlagenbuch, die bereits tatsächlich früher (2002 – 2005) als Grundlagen für die ein oder ander Formulierung herhalten mussten. Das Wiederaufgreifen ist interessant. Zumal ich jetzt auch wieder einen funktionstüchtigen Plattenspieler habe und auch Musik von früher wieder neu hören kann. Parallel.
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balkon und garten

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Alles Grüne muss man sich hier weiß vorstellen. (Und alles Graue grün?)

Heft Nr. 38 der Berliner Gartenzeitschrift Balkon und Garten steht unter dem Thema SCHWARZ UND WEISS. Es gibt darin Beiträge von: Ursula Achten Sibylle Blaumann Lisa Borscheid Sara Bouschard Harri Brill Gerd Brunzema Erika + Helmut Buttke Elisabeth Eberle Eva Engler Dirk Gebhardt Catrin Schmid-El Gendi Simone Gülde Klaus Harth Christine Kahlau Wolf Klein Kai von Kröcher Calin Kruse Leslie Kuo Jörn Lauterbach Andreas Praetsch Elly Prestegaard Gianna Schade Jo Spittler Zuzanna Skiba Johanna L. Wange Katja Windau und Rita Zepf. Der Beitrag von Cornelia Weber ist leider nur auf dem blog zu finden, aber immerhin. Das Heft erscheint in 150 Exemplaren (nummeriert) und ist für fünf Euro zu haben. Fünf Euro und man hat was für’s Leben. Liebevoll fadengeheftet. Mit leicht grün schimmerndem Streifen im Falz. Und wird vielleicht sogar zum Abo verführt! Und überhaupt die Idee, die hinter Balkon und Garten steckt! Danke an Anke Wulffen.

vor vierzehn jahren

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Ein Blatt aus der Reihe „gesellschaftsfähig sein ist prima“ von 1996. Damals zu sehen in der Ausstellung „bunte eier, gekocht“, zusammen mit Stephan Flommersfeld im Schnittpunkt in Wiesbaden. Und wie sich jetzt (jetzt, durch Zufall und nach 14 Jahren) herausgestellt hat, ist Petra Bermes, die Inhaberin des Schnittpunktes in Wiebelskirchen und Dudweiler aufgewachsen. Und ich habe das nienicht gewusst. Und sie umgekehrt wohl auch nicht, oder?

Raumkonzept

Letztens auf dem Spaziergang: Freies Feld, rechts eine Parzelle eines Bauern, der dort Ziegen hält. Jetzt war dort ein neuer Zaun. Und rechts des Zaunes wahllos abgelegt Holzschnitt, Gartengeräte etc. Am Zaun abgelegt, damit sie nicht mitten auf dem Grundstück liegen, sonder beiseite, am Rande der markierten Welt. Vor der Markierung war dort ein freies Feld. Wäre der Zaun jetzt plötzlich weg, gäbe es keinen Grund mehr, die abgelegten Dinge genau an dieser Stelle zu platzieren. Markierungen (z.B. in Zaunform) sind also Formen von Raumkonzept.

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Mannheim-Feudenheim, Neckarstraße 3, Eröffnung am 25.3., 19Uhr30
zusammen mit Sonja Scherer, Silvia Willkens, Ellie Neu, Christiane Schauder, Sophie Casado und Armin Liebscher. Bis 15.5. Do und Fr 9-13 und 15-18.30. Sa 9-13 Uhr.

die unbeantwortete frage, 2

ueberarbeitetesgebirge
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Anlässlich eines Satzes in dem Interview mit Jean-Jaques Lebel im Kunstforum Nr. 201, S. 197, wo es um den Begriff der „Montrage“ geht, was verglichen wird mit der Möglichkeit, aus demselben Filmmaterial, anders geschnitten und montiert, einen völlig anderen, wie behauptet wird sogar widersprüchlichen Film herzustellen, fällt mir eine ältere Ausstellungsidee wieder ein: Man hat z.Bsp. fünf Räume zur Verfügung. Alle diese Räume werden mit einer gleichen Anzahl von Arbeiten ausgestatten, in einer möglichst gleichen Anordnung. Trotzdem handelt es sich nicht um identische Kopien der Arbeiten, sondern sie unterscheiden sich natürlich. Manche unmerklich. Manche merklich. Sie stammen aus unterschiedlichen Serien, sind formal unterschiedlich und kommentieren, widersprechen und ergänzen sich untereinander. Und dann geht man in den nächsten Raum und findet dort scheinbar dasselbe. Und so weiter. So sind die Arbeiten, die aus denselben Serien stammen, nicht direkt miteinander zu vergleichen. Man findet ja nur jeweils eine in einem dieser Räume. Also kommentieren sich auch die Räume untereinander. Das scheinbar Selbe ist nur scheinbar dasselbe. (Man könnte natürlich auch sagen: Die Anordnung wäre nicht überall diegleiche, nur die Anzahl und Art der Sachen. Auch nicht uninteressant.) Und gestern nacht im Zuge sitzend plötzlich ein Be-Zug zwischen dieser Ausstellunsanmutung und dem Stück The Unanswered Question von Charles Yves. Und das ist jetzt bis auf alle Ewigkeit im Hirn miteinander verbacken und scheint mir auch zu passen…

a in o.

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Gestern in O. gewesen, um Fotos von Bänken zu machen. Gegen Ende dann, zurück zum Eingang, steht dort ein A. Für ein Ä müssen die in O. noch ein bisschen üben. A in O. ist aber auch ganz schön—

entenwal

petersentenwal

ich spreche kleine, alltägliche sätze
leise für mich hin
ich spreche kleine, einfältige sätze
leise für mich hin
ich spreche kleine, alltägliche, geringe sätze
immerfort für mich hin

ich bin ein pferd
und sitze niemandem auf dem schoß
es sitzt mir niemand auf dem schoß
denn ich bin ein pferd

mein abteil ist überfüllt
niemand sitzt auf meinem schoß
ich sitze niemandem auf dem schoß
denn ich bin ein pferd

ich spreche kleine, alltägliche sätze
leise für mich hin
ich spreche kleine, einfältige sätze
leise für mich hin
immerfort für mich hin

Zeichnung: Peter Weber. Kugelschreiber in Skizzenbuch.
Text: Stephan Flommersfeld.

skulpturales denken

sturm
Der Sturm hat hinter dem Haus derart aufgeräumt, dass man sofort an Wim Delvoye denken musste. Wenigstens mir ging es so. In Frankfurt hat es Bauteile vom Fernbahnhofs-Überbau auf die Autobahn geweht, die dann gesperrt werden musste, der Fernbahnhof ebenso und der Flughafen sowieso. Fast schon soziale Plastik: rien ne va plus.