monochrom grau

grau
Was in unserer Gewalt steht, ist von Natur frei, kann nicht gehindert oder gehemmt werden! was aber nicht in unserer Gewalt steht, ist hinfällig, unfrei, kann gehindert werden, steht unter dem Einfluss anderer. Sei dir also darüber klar: wenn du das von der Natur Unfreie für frei, das Fremde dagegen für dein Eigentum hältst, dann wirst du nur Unannehmlichkeiten haben, wirst klagen, wirst dich aufregen, wirst mit Gott und der Welt hadern; hältst du aber nur das für dein Eigentum, was wirklich dein ist, das Fremde dagegen für fremd, dann kann kein Mensch einen Zwang auf dich ausüben, niemand dir etwas in den Weg legen, du wirst niemandem Vorwürfe machen, niemandem die Schuld geben, wirst nichts gegen deinen Willen tun, niemand kann dir dann schaden, du wirst keinen Feind haben, denn du wirst überhaupt keinen Schaden erleiden.

monochrom blau

monochromblau
Das, was für mich an Christoph Schlingensief am überraschendsten war, war eine Fernsehsendung, wo er sich mit Helge Schneider getroffen hat, und die beiden zusammen im Straßencafé sitzend ein Bier getrunken haben. Oder war es am überraschendsten, dass Helge Schneider mit Christoph Schlingensief ein Bier getrunken hat? Anschließend, oder vorher, haben beide zusammen die Mutter des einen oder die Mutter des anderen besucht. So genau habe ich das nicht mehr in der Erinnerung.
Die Kirche der Angst.
Christoph Schlingensief ist tot. Seit gestern. Toter als Sigmar Polke zum Beispiel. Toter als andere allemal.

Von den Dingen stehen die einen in unserer Gewalt, die anderen nicht. In unserer Gewalt steht: unsere Meinung unser Handeln, unser Begehren und Meiden – kurz: all unser Tun, das von uns ausgeht.
Nicht in unserer Gewalt stehen: unser Leib, unser Besitz, Ansehen, äußere Stellung – mit einem Worte: alles, was nicht unser Tun ist.
Epiktet.

Wir werden den Himmel beobachten!

Werner Spies spricht:

„…, der sich ein Leben lang mit Dingen beschäftigt, dass er sich nicht einbildet, eine definitive Antwort oder sogar eine definitive Beschreibung für das gefunden zu haben, was er vor sich hat. Es ist anthropologisch und soziologisch in jeder Hinsicht für mich die interessanteste Feststellung, dass im Laufe von Jahrzehnten meiner Beschäftigung mit Menschen, Phänomenen und Problemen jedes Mal eine kleine oder größere Modifikation und vielleicht sogar eine Mutation sein können. Es hat nichts mit Spieltrieb zu tun, wenn ich heute über jemanden wie Kiefer anders schreibe als vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass wir heute Kunst und Phänomene anders beurteilen können als noch vor Jahrzehnten. Es ist nicht nur legitim, sondern die Grundlage unseres dialektischen Verhaltens, dass wir ständig in Frage stellen können, was wir einmal als gültiges oder definitives Urteil formuliert haben. …“
(in KUNSTFORUM Nr. 203, S. 389)

Zustand der Geschichten

Beobachtungen von Zuständen? Geschichten über Zustände?
-> Weder noch. Keine Geschichten. Keine Geschichten heisst auch keine Geschichten über Zustände, was immer das auch sein mag. Auch keine Beobachtung von Zuständen. Beschreibung wäre besser. Zustandsbeschreibungen. Zustandschilderungen von mir aus. Aber keine Geschichten.
Man baut einen kleinen Fehler in ein Bild ein und schon entzündet sich der geschichts- und erklärlüsterne Teil des Betrachterhirns an diesem Fehler und spinnt sich seine Geschichte zusammen.
Die Dinge sind aber auch ohne Erklärung. Einfach, klar, unerklärlich, unerträglich, banal, böse, nett. Geschichten helfen natürlich, damit klarzukommen. Literatur konstruiert sich einen Sinn.
Wenn dieser Sinn aber nichts anderes ist als ein jeweiliges Konstrukt, bleibt eigentlich nur noch die BEschreibung von Zuständen.

storyteller

„Sie erzählen in ihren Arbeiten keine Geschichten. Sie beschreiben eher Zustände.“ Da hat er, glaube ich, immer noch recht.

letztens

schatten
…wie die Saarbrücker Zeitung letztens poetisierte: Wenn die Sonne scheint, sind die Menschen froh!

68

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68 Striche hatte ich am Abend auf meiner Liste. D.h. mindestens 68 Portraitzeichnungen zwischen 10Uhr15 des morgens bis gegen 16Uhr45 des nachmittags. Dann waren die Zollhäuschen, in die wir rein- und rausgekrabbelt sind, endgültig verwaist. Man lernt viel bei solch einer Aktion (nicht nur, gleichzeitig ein bisschen Französisch, Luxemburgisch und diverse deutsche Dialekte zu dekodieren und selbst entsprechende Signale auszudenden). Z.B. welche Frisuren man überhaupt nicht mag; dass manchmal, beim Zeichnen des ersten Auges bereits klar ist: an diesem Portrait kann jetzt nix mehr schief gehen. Dass manche Menschen einfach ein falsches Bild von sich herumtragen. ( Entweder bereits vorher, manchmal erst, nachdem wir sie gezeichnet hatten). Und dass Ärmelschoner tatsächlich ausgesprochen nützliche Kleidungsstücke darstellen (Foto folgt demnächst).

Schengen

lisaausweis
so sehen sie z.B. aus, die cartes d’identitées de la Grande Région, die noch morgen, direkt auf der alten Brücke zwischen Perl und Schengen, ausgestellt werden. Mit handgezeichneten Passfotos der Inhaberin/des Inhabers. Hübsch gestempelt und abgefertigt im Schweiße des Angesichts. Von 11 – 17 Uhr. Ein Produkt des Liquid Penguin Ensembles. Es zeichnen pour vous: Susanne Kocks, Christoph Rammacher und Klaus Harth.

schengen

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auf der Moselbrücke zwischen Schengen und Perl am Samstag und Sonntag ab 12 Uhr mittags gibt es sie wieder -> die gestempelten, ausgefüllten und mit handgezeichnetem Foto versehenen Großregionsausweise. von und mit Liquid Penguin Ensemble.

philipp

linksrum

vorne

rechtsrum

hintrn

Ab dem 14.7. sind sie zu betrachten: die Köpfe aus Gips von Philipp Strobel an der Kunstakademie Karlsruhe. Bearbeitet von anderen. U.a. gestern nacht auch von mir (in Wöllstein).

günter netzer

sagt: Keinen Videobeweis in der Kunst! Kunst ist Drama! Kunst ist Fehlentscheidung! Davon lebt die Kunst!
Ich aber sage Euch: Die Dokumenta ist auch nicht besser als das Wembley-Tor!

anderhandzutragen

paket
2 vogelbilder, die, fast ein dreivierteljahr in mainz gelagert, gestern in form eines verschnürten paketes mit plastikgriff aus klebeband, zurückgeführt wurden. wie das genau aussah (paket in mainz, am rhein, im schließfach der kunsthalle, rausgetragen aus der kunsthalle, durch die neustadt, im zug etc.) das müsst ihr euch vorstellen (phantasie, vorstellungskraft etc.) heut‘ ist sonntag, da ist zeit für sowas.