schöne künste

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Rachel Mrosek hatte mich eingeladen, bei der diesjährigen Nacht der Schönen Künste in Saarbrücken den Raum von Alyeh Sadat („Bodenschätze“) mit Arbeiten zu bespielen. Und es war eine gute Gelegenheit, Zeichnungen aus der gerade entstehenden Ikarus-Reihe auszuprobieren. Ich mag ja diese Nichtkunsträume, diese Konfrontation mit Alltag und dem was dann als Funken bei der Begegnung überspringt oder auch  nicht. Jedenfalls war dies ein schöner Abend und eine gute und willkommene Gelegenheit, die flatterhafte Inszenierung dieser Blätter auszuprobieren (die mir im Übrigen auch für Kunsträume vorschwebt, Nichtkunsträume zu mögen heißt ja nicht, Nurkunsträume zu verschmähen, also aufgemerkt sowohl Kunstraum- als auch Nichtkunstraumbesitzer.)

(Und, in aller Bescheidenheit, ist es ein gutes Gefühl, wenn der Raum nach dem Abbauen wieder etwas ärmer und uninteressanter wirkt, als während der Präsentation, obwohl das hier nun wirklich ein interessanter Raum ist mit interessanten Gegenständen darin. Mangelnde Bescheidenheit Ende.)

Dank an alle für Organisation und Gastfreundschaft!

und schon geht es weiter:

VORFREUDE! MORGEN IST ES SOWEIT:

für uns im Hinterhof bei Alyeh Sadat (Bodenschätze) in der Mainzer Str. 52:

~ 19 Uhr: Susanne Schorr + Hanna Bettinger: Klangkörper (Performance)
~ 20 Uhr: Clafoutis* (Performance deren Titel noch streng geheim ist)
~ 21.45 Uhr Élodie Brochier: „Arsène Sola oder der Pferdekadaver, ein Luftimpromptu“ (Performance)
~ Tina Paulus: Malerei
~ Klaus Harth: „ich ernähre mich durch unvergessliches“ – eine Kombination neuerer, zeichnerischer Arbeiten aus der Serie „ikarus“ sowie Auszügen aus den „tagessätzen“, dazu Hefte auf Transparentpapier zum Durchblättern, gedruckte Hefte zum Durchblättern und Kaufen, Postkarten und ganz vielleicht auch ein akustisches Intermezzo…
~ zauberhafte Klänge von Peter Piek
~ fabelhafte Getränke von Alyeh Sadat
* Clafoutis sind: Saskia Bommer, Rachel Mrosek, Thomas Roessler, Иван Трофименко, Claudia Gutapfel, Peter Teuchert + zu Gast: Monika Blumenstein-Mazur.

WILLKOMMEN!

PS: Und ich persönlich möchte ich hinzufügen: Willkommen sind auch diejenigen, die sich nicht mühselig und beladen fühlen oder gar sind oder zu seyn vorgeben.

buchalov

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War der erste Tag dem freien Spiel der Kräfte gewidmet, einem Ausprobieren dessen, was uns in dieser Form der Zusammenarbeit möglich ist, so tendierte der zweite Tag Richtung Arbeit. Wir wollten das von uns entdeckte Material etwas stringenter und gezielter einsetzen, was dann, zuerst musikalisch, eher zu zurückhaltendem Agieren geführt hat. Aber nach mehreren Ansätzen wurden wir dann doch lockerer. Auch in den Zeichnungen fand das seinen Niederschlag, wer Ordnung will wird Ordnung spüren! Da gab es dann schon das ein oder andere Blatt, das unseren Widerstand forderte. Ich fand das ja eher beruhigend. Bei all der Leichtigkeit der Zusammenarbeit muss man auch ab und an Grenzen spüren.
Wie Jürgen das sieht kann man HIER lesen.

buchalov ist da!

Einen Tag später als geplant kommt Jürgen Küster auf seiner diesjährigen „Freunde-Tour“ zu uns nach Wemmetsweiler. Wir hatten ja sowieso von Anfang an einen Draht zueinander, und dies ist denn auch schon der dritte Besuch. Wir brauchen also kein Warmlaufen (naja, bei dem Wetter sowieso nicht) und ohne große Pläne geht es nach Kaffee und Kuchen ab in den Keller, wo es einerseits kühler ist und zweitens das Schlagzeug augebaut ist. Wir haben den Plan, uns drei Teile aus der Natur in den Weg zu legen, als Inspirationsquelle welcher Art auch immer, uns musikalisch zu begegnen und diese Begegnungen in Zeichnungen weiterklingen zu lassen. Das tun wir denn auch. Wir spielen das erstemal zusammen (zeichnerisch haben wir das schon öfter auf unterschiedlichste Art und Weise erprobt) und es ist von Anfang an ein Draht da. Jeder spielt ein wenig anders als gewohnt, bewegt sich auf etwas ungewohntem Terrain, aber Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: Es ist für uns beide interessant und neu, was wir da tun.
Und die Zeichnungen, die sich daran anschließen, bzw. als Intermezzo das Spiel unterbrechen, zeigen durchaus etwas von dem Geist unseres musikalischen Tuns. Zumindest scheint uns das heute so. Morgen soll das Material dann etwas sondiert werden, vor allem erst einmal das muskikalische, ich bin sehr gespannt.

PS: Im Vorgespräch erfahre ich, dass er mich als „hemmungslosen“ Künstler tituliert, was mich erst einmal irritiert gucken lässt; aber nach der Erläuterung ist klar, was er meint: Wenn die Richtung steht, das Konzept für eine Idee/Arbeit klar ist, dann kennte ich kein formales Pardon, keine Zurückhaltung, ein formal hemmungsloses Vorgehen bräche sich Bahn. So oder so ähnlich. Das gefällt mir natürlich. In all den Zeiten fremdreflexionsfreier Krisen ist das eine Aussage, mit der ich mal was anfangen kann.

PPS: Im Zeisweiler Hof kann man lecker Salat essen.

konjunktief

hätte sich A sich nicht 1994 eine klarinette gekauft, dann wäre er nicht elf Jahre später mitB in dem kleinen ort C aufgetreten, dann hätte ihn D nach seinem auftritt auch nicht ansprechen können, sie hätten sich nicht ineinander verliebt, würden nicht zusammen leben und hätten sich sieben Jahre später kein haus gekauft, ihr schwager E hätte dort die elektrische anlage nicht neu gemacht und sein stiefsohn F, dem es gerade nach drei abgebrochenen Studiengängen an antrieb und perspektive mangelte, hätte ihm nicht dabei geholfen; das stromkabel-verlegen hätte E dann keinen solchen spaß machen können, dass er mit knapp 28 jahren eine elektriker-ausbilder begonnen hätte, und er hätte dann auch nicht in der parallelklasse der berufsschule seine jetzige freundin kennenlernen können.

WALD

Sommer-Malkurs: Thema Wald

Wir treffen uns zwei Tage lang in einem Waldstück bei Saarbrücken. Das Thema wird zeichnerisch auf unterschiedliche Art und Weise angegangen. Verfall. Wachstum. Licht. Schatten. Kohle. Graphit. Tusche. Farbstift. Naturstudie und freie Interpretation. Der Wald bietet in seiner Vielfalt und seinem Artenreichtum ein breites Spektrum an Motiven und Interpretationsmöglichkeiten. Wir arbeiten und bewegen uns in dem darzustellenden Objekt. Der Kurs ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
In einer Vorbesprechung klären wir, welche Materialien wir benötigen und wo wir uns treffen werden.

Beginn: Donnerstag, 23. Juli 2015
Ende: 26. Juli 2015
Lade Kalender …
Uhrzeit: Siehe Termine
Dauer: 3 Termine
Bitte Beachten Sie die individuellen Terminangaben:

Vorbesprechung: Do. 23.07.2015, 18:00 Uhr
Altes Rathaus, Raum 13
Sa./So., jeweils 10:00 ? 17:00 Uhr
26./27.07.2015, 2 Termine

(In Kalender speichern)Termine:

Datum Beginn Ende Ort
Do 23. Juli 2015 18:00 18:45 13 Saarbrücken, Am Schlossplatz Altes Rathaus, Raum 13 Anfahrt
Sa 25. Juli 2015 10:00 17:00 13 Saarbrücken, Am Schlossplatz Altes Rathaus, Raum 13 Anfahrt
So 26. Juli 2015 10:00 17:00 13 Saarbrücken, Am Schlossplatz Altes Rathaus, Raum 13 Anfahrt
Leitung:
Klaus Harth
(Diplom Bildende Kunst)
Nummer: 2437
Ort:
Am Schlossplatz, 66119 SaarbrückenAnfahrt
Raum:
Altes Rathaus, Raum 13
Außenstelle: A/Saarbrücken
Gebühr:
45,00 €

ermäßigt: 40,00 €

glück

Die Arbeiten von Amelie von Wulffen habe ich 2005 bei meinem Solo-Ausflug nach Paris, der eigentlich auch noch ein paar Worte wert wäre, eher per Zufall im Centre Pompidou gesehen, weil ich da halt eh mal wieder reingeschlappt bin, knapp 20 Jahre nach meinem Erstbesuch. Paris ist ja einfach zu weit weg. Und das fand ich interessant und habe mir das Katalögchen gekauft. Und im letzten Jahr habe ich in der taz eine Kritik ihres, soll man es Comic-Buch nennen?, jedenfalls ihres Bildergeschichten Bandes „Am kühlen Tisch“ gelesen, die mich neugierig gemacht hat. Und vorgestern habe ich es in der Buchhandlung abgeholt (noch kann man das, sogar in Neunkirchen, und sogar nicht Thalia, noch, wohlgemerkt…), was einen natürlich auch menschlich voran bringt, weil man sieht, gerade auch in den Vorwehen des Neunkircher Stadtfestes, die geballte Kraft des Neunkircher-Menschenthums kongenial versammelt, wenn Du vorher kein Misanthrop warst: hier wirst Du einer. Die in der Buchhandlung sind aber anders. Zurück zum „kühlen Tisch“: ein Trost und eine Freude, also in der Addition ein Glück in der elenden Welt. So ehrlich, direkt und ohne Rücksicht auf Verlust gezeichnet. Und so umwerfend schamlos: Einen Albraum beendet sie mit den Worten:“ICH BIN FETT UND PLEITE. WAS FÜR EIN REALISTISCH ENDENDER ALBTRAUM…“ oder gräbt mit Goya, den sie sich als Freund und Trostpflaster zeichnet ein paar Leichen aus, u.a. Heidegger, der sie um Vergebung bittet („Ach, Amelie, ich weiß nicht, was ich sagen soll“) und dann heute unerkannt als Chef Designer bei Loden Frey arbeitet. Amelie von Wulffen wäre Gott, wenn Gott nicht schon tot wäre. Aber ich als Dokumenta Chef lade sie hiermit ganz offiziell zu meiner Dokumenta ein.

PS: Und übrigens: Karthago sollte zerstört werden!

PPS: Kunsthistoriker sollten keine Kuratoren sein.

PPPS: Kunsthistoriker sind die natürlichen Feinde der Künstler.

PPPPS: Kuratorentum ist eh ein Ding von gestern (bisschen Feudalherrentum), was man daran sieht, dass es jetzt auch an Hochschulen geleert wird.

zwischendurch


Besser als der Trailer: ein gut gemachter vielschichtiger Film zum Thema, ja, was ist eigentlich das Thema? Ausgehend von der eigenen Depression geht ein erkrankter Arzt diversen Fragen nach, die mit Gen-Engeneering, Krankheit und persönlichem Selbstverständnis zusammenhängen. Und Tony Cragg kommt auch drin vor. Und für mich natürlich wieder eine schöne Fußnote des alltäglich fließenden Daseins (und bisher von mir ungewusst), einer der „Päpste“ der Genomforschung hört auf den Namen George McDonald Church. Wenn man das erfinden würde, würde doch jeder sagen: vielleicht etwas platt. Naja, Thomas Mann nennt auch eine junge todkranke Patientin im Zauberberg die kleine Gerngroß…

elend und symmetrion

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Beim unteren Blatt (ca. 79 x 102) haben sich dann klammheimlich Saul-Steinberg-Erinnerungen eingeschlichen, was ich am Anfang irritierend, dann aber doch auch wieder in Ordnung fand. Warum auch nicht? Immerhin beinhalten diese Blätter generell Überlegungen zu bildnerischen Formen und Erzähltechniken, Verknüpfung von fotografischen Elementen untereinander und mit zeichnerisch/malerischen Kommentaren (oder manchmal sind auch die Fotos Kommentare zu den zeichnerischen Dingen), Abbild vom Abbild, letzteres ein altes Thema, hier wird das Abbild vom Abbild aber auch teilweise selbst wieder Element des Dargestellten selbst. Und Saul Steinberg war einer der zentralen Punkte der Auseinandersetzung in meinem ersten Semester vor 20.000 Jahren, warum sollte das als körperliche Erinnerung verloren gehen??

denk

Gestern abend in der Aufführung des Schauspielclubs des Saarl. Staatstheaters. Felicia Zeller: „deutsches hysterisches museum“. Premiere in der Inszenierung des Schaupielclubs.
Wie immer bei Laienspielgruppen: Man hat Lust am Spielen, aber nur die wenigsten können es. Das hat im letzten Jahr besser geklappt, in diesem Jahr zeigen sich die Wahrnehmung des Stückes beeinflussende Mängel. Es gibt einige wenige, die ihrer Rolle eine Gestalt geben, ihr Leben einhauchen, wo man das Gefühl hat, hier geht es um etwas. Andere kämpfen leider sehr mit ihrem Text, und man fragt sich, was sollte mir dieser Dialog, diese Szene hier jetzt eigentlich mitteilen. Das fragt man sich übrigens bei dem ganzen Stück. Soviel verschenktes Potential, kein einziger Gedanke wird vertieft, alles nur angeschnitten und sprachlich gibt das auch nur in den allerwenigsten Fällen etwas her. Eine Menge unzusammenhängender Szenen, die einem ernsten Thema, das man durchaus auch hätte klamaukhaft auf die Spitze treiben können, was das Stück aber nicht tut, so dass alles ziemlich wischiwaschi bleibt. Was in der Erinnerung bleibt, sind zwei bis drei doch berührend gespielte Einzelszenen und ein einziger Regieeinfall: wie Claudius (hieß er so?) und Klaus nach jeder ihrer Szenen zusammen auf dem Skatebord wieder zu ihren Sitzplätzen fahren, verquer stehend und die Arme wie ein Engel ausbreitend.

Letztes Jahr war ich zweimal hintereinander in der Aufführung des Schauspielclubs, weil es so mitreißend war. Nächstes Jahr bitte wieder ein besseres Stück!

veranstaltungstipp

Bereits im letzten Jahr hat mich eine Einladung zu einer Aufführung des Theaterclubs erreicht. Und dann war ich gleich zweimal hintereinander in der Vorstellung. Die sind gut. Am Freitagabend bin ich auf jedenfall auch dort zu finden und bin gespannt, was in diesem Jahr auf die Bühne gezaubert wird.

Theateraufführungen des Schauspielclubs
vom Saarländischen Staatstheater Saarbrücken

Deutsches Hysterisches Museum
Von Felicia Zeller
Wir sterben aus. Wer kennt sie nicht, die unheilvollen Prognosen, die vom unumkehrbaren
Ungleichgewicht zwischen jung und alt künden. Pro Frau werden nur noch 1,35 Kinder geboren,
während wir dank modernster Gesundheitsforschung immer älter werden. Wie sieht unsere Zukunft
aus? Felicia Zeller bietet in „Deutsches Hysterisches Museum“ einen amüsanten Einblick in das
Deutschland von morgen: Jugendwahn wird von Alterstollheit abgelöst, rüstige
Pflegeheimbewohner betreiben einen boomenden Versandhandel für Kunstbärte und Runzelstifte.
Männer fühlen sich aufgrund der vielen künstlichen Befruchtungen überflüssig, während Frauen die
Fortpflanzung sichern, Geld verdienen und ihre Eltern pflegen müssen. Dennoch bemüht sich die
Familie einer Reality Show darum, ihr Ideal einer glücklichen Familie zu verbreiten. Jeder sehnt
sich nach Anerkennung, um die eigene Vergänglichkeit zu besiegen, auch wenn dazu das erste Ein-
Personen-Museum der Welt errichtet werden muss.
Augenzwinkernd karikiert Felicia Zeller unseren Hang zur Hysterie und beruhigt: Auch in der
Zukunft gibt es eine Zukunft. Ihr fragmentarisches Szenario ist ein unterhaltsames Plädoyer für die
Notwendigkeit von Nächstenliebe statt Egoismus in einer endlichen Welt. (Quelle der
Inhaltsangabe: http://theaterblauerstern.de/index.php/produktionen/dhm) !
Wann?
Freitag, 19. Juni und Sonntag, 21. Juni 2015, jeweils um 20:00 Uhr
Wo?
Neue Probebühne I, Eschberger Weg 65
Anfahrt: Saarbahn-Haltestelle „Römerkastell“. Von dort aus geht man
den Eschberger Weg bergauf. Auf der linken Seite kommt dann
irgendwann eine Hofeinfahrt. Unten im Hof befindet sich ein Parkplatz
und dahinter rechts in der Ecke der Theaterraum (siehe Fotos unten).
Der EINTRITT ist frei!
!!!

gross und klein

Seit ein, zwei Wochen arbeite ich an sogenannten Heften, u.a. einem Heft mit dem Titel NEUBAU, collagiert und überzeichnet mit Fotos aus einem Neubaugebiet hier im Nachbarort. Die Fotos ausgedruckt auf Transparentpapier. Auch die Hefte selbst sind aus dünnem Transparentpapier.
Parallel dazu entstehen größere Zeichnungen, ca. 72×105 cm, Öl und Graphit ebenfalls auf dieses Papier.

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