Karl Kraus DIE LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT 4. Akt, 8. Szene

KAISERJÄGERTOD: Wie hoch schätzen Sie die  voraussichtlichen Verluste?

DER KOMMANDANT: 4000.

KAISERJÄGERTOD: Die Truppen sind befehlsmäßig zu opfern.

DER KOMMANDANT: Wenn sie herauskommen werden, waten sie bis zu den Knieen im Schnee und sollen dabei eine überhöhende Stellung des Feindes angehen.

KAISERJÄGERTOD: Haben Sie denn keinen Feldkuraten, der die Leute aufpulvern könnte? Die Offensive darf um keinen Preis verzögert werden!

DER KOMMANDANT: Exzellenz, es liegt ja soviel Schnee, daß ein ganzes Regiment aufgerieben wird.

KAISERJÄGERTOD: Ein Regiment? Was macht mir ein Regiment?

DER KOMMANDANT: Die Leute stehen mit hungrigem Magen im Wasser. Sie kämpfen verzweifelt gegen die gewaltigen unausgesetzten Anstürme der Russen.

(Der Kaiserjägertod wird zum Telefon gerunfen.)

KAISERJÄGERTOD: Was? Ablösung oder Verstärkung? Herr Oberst, Sie haben auszuhalten bis auf den letzten Mann, ich habe keine verfügbare Mannschaft, und ein Zurück kenne ich nicht, koste es, was es will! Was? Einen Tag Ruhe wollen s‘ zum Trocknen der Kleider? Was sagen Sie? Ihre armen, braven Tiroler liegen  erschossen draußen und schwimmen im Wasser? (Brüllend.) Zum Erschießen sind sie da! Schluß! – So und Ihnen habe ich nichts anderes zu sagen. Die Truppen haben in ihren Stellungen auszuharren, es geht um meine Existenz! (Ab.)

Nachtrag

Bei all meinem Nous sommes tous Charlie-Unbehagen habe ich mir letztens nach acht fast Jahren Abstinenz mal wieder eine titanic-Ausgabe gekauft. Und fand das alles sehr erfrischend, war aber andererseits auch erstaunt darüber, was es acht Jahre später fast immer noch genauso gibt wie damals.

Stefan Gärtner schreibt einen beachtenswerten Artikel zu meinem Unbehagen-Thema, „Alle Charlie. Keiner BODO“.

Er führt den Gedanken dorthin, wo die Probleme herkommen: Wir sind Teil des Systems.

Der Schluß seines Textes sei hier zitiert:

„…Anderes Beispiel, wiederum vom 8. Januar: ‚In einem außergerichtlichen Vergleich vor einem Londoner Gericht hat der Konzern (Shell) sich bereiterklärt, 15600 Einwohnern einer Gemeinde namens Bodo insgesamt rund 70 Millionen Euro Enstschädigung zu zahlen. Dafür, daß im Jahr 2008 eine Pipeline von Shell zweimal kurz hintereinander brach, woraufhin wochenlang soviel Öl auslief, daß Mangrovenwälder und Fischgründe weiträumig auf Jahre zerstört waren…Dokumente, die dem Gericht im Laufe des Verfahrens vorgelegt wurden, zeigen, daß der Konzern den verheerenden Zustand der Pipeline seit langem kannte… In der Region seien bis heute zahlreiche weitere Pipelines in ähnlich marodem Zustand in Betrieb und gefährdeten die Lebensgrundlagen Tausender Anwohner.‘ (SZ)

Deswegen ist freilich keiner Bodo, der auf dem Heimweg von der Ich-bin-Charlie-Demo seinen Wagen volltankt. ‚Durch nichts‘, da hat die Kanzlerin mal recht, ist das Massaker als ‚Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit‘, ein ‚Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur‘, zu rechtfertigen. Unsere freiheitlich-demokratische Kultur ist aber auch darum unsere, weil wir nach Kräften dafür sorgen, daß niemand sonst sie sich leisten kann.“

Danke Stefan Gärtner!

Das Foto unten war letzte Woche in der Saarbrücker Zeitung auf der Leserbriefseite. Ich glaube, es sind die Dillinger Gymnasiasten, die jetzt alle umgetauft wurden…

je ne suis pas

Heute erhalte ich über den BBK eine Einladung, an einer Ausstellung teilzunehmen, die sich die Anschläge auf Charlie Hebdo zum Anlass nehmen will, dazu Stellung zu nehmen.
Ich bin seit diesem 7.Januar ein wenig überfordert, aber weniger durch die Anschläge selbst, sondern durch die diversen Reaktionen darauf.
Menschen, die bis eben noch nie den Namen CHARLIE HEBDO gehört haben, sind plötzlich alle höchstpersönlich Charlie.
Wer bin ich, wenn alle Charlie sind?
So sehr einem diese Anschläge betroffen machen können, ist diese Art des Mitgefühls nicht ein wenig wohlfeil?
Mainstream-Mitgefühl, das ja nix an Engagement kostet, weil es ja alle machen?
Ich hatte fast 20 Jahre lang ein Titanic-Abo. Charlie Hebdo war mir kein Begriff. Ich kannte auch keinen der dort getöteten Zeichner. Wäre es nicht jetzt ein wenig anmaßend, plötzlich so zu tun, als wäre ich ein Mitglied der Familie? Was bewirke ich, wenn ich mir jetzt die neueste Ausgabe auf dem Schwarzmarkt ergattere?
Ist das dann Anteilnahme? Oder Trophäen-Jagd? Oder kaufe ich mir damit ein Stück vom Kuchen des Guten, das ich herzeigen kann und sagen: auch ich bin ein Guter?
Warum ist keiner Donezk? Oder warum war keiner Madrid? Srebrenica? Lidice? Buchenwald?
Gibt es ein richtiges Leben im Valschen?
Kann es richtig sein, für etwas Richtiges das Falsche zu tun?
Nämlich für das Gute zum Mitläufer zu werden? Zum Mitmacher?
Ich bin nicht Charlie. Ich bin Klaus. Und als solcher trage ich Verantwortung für mein Tun und Handeln.
Und nur das trägt zu einer verantwortungsvollen und offenen Gesellschaft bei.
Keine verallgemeinernden und gedankenlosen Parolen. Auch wenn sie für das Gute stehen.

Veranstaltungstippse:

Am 29.1. beginnt meine fünfte und leider letzte Einzelausstellung in der Galerie Rosenrot in Mannheim-Feudenheim. Die Ausstellung steht unter einem Konzept, das besagt, dass ich mich gänzlich der Gestaltung entziehe und die alleinige Verantwortung für Auswahl und Präsentation an Lisa Borscheid abgegeben habe. Es war schon immer ihr Wunsch, mal eine Ausstellung mit meinen Sachen nach ihren Vorstellungen zusammenzustellen, da sie es immer mal wieder nicht verstanden hat, warum ich denn nun gerade dieses und nicht das in ihren Augen viel bessere Bild daneben ausgesucht habe. Bitteschön. Ich bin gespannt und brauche nun einfach nur weniger zu tun als sonst. Vielleicht ist das ja auch auf Dauer eine gute Idee?? Es könnte sein, dass wir noch ein oder zwei Plätze im Auto frei haben, wenn wir am Donnerstag nach Mannheim fahren, könnte aber sein, dass man mit einem Platz im Gepäckraum vorlieb nehmen müsste. Bei Interesse mitzufahren, einfach mal fragen, was geht. (Wir werden nicht allzu früh wieder zurück sein, 24 Uhr wird’s in der Regel mindestens…)

  1. wo?: Galerie Rosenrot. Neckarstraße 3. Mannheim-Feudenheim.
  2. was?: Die Bilder werden ausgesucht und zusammengestellt von Lisa Borscheid.
  3. warum?: Ich nehme keinerlei Einfluß auf die Konzeption der Veranstaltung.
  4. gibt’s denn sowas?: Es wird einige ältere und einige neuere Sachen zu sehen geben.

text

Das Gegenteil vom Gefangenenchor wäre dann wohl der Freiwilligenchor. Auf Englisch: freewilly everysing.

Peter Weibel lügt

So heißt nicht nur ein Vogelbild (Nr. 1382), dies war der Satz, auf den ich meine Eindrücke der Ausstellung im 21er Haus in Wien komprimiert habe. Eine Übersichtsschau mit Arbeiten von Peter Weibel, die noch bis zum 18.1. unter dem etwas reißerischen Titel „PETER WEIBEL – MEDIENREBELL“ zu sehen ist. Vor Jahren hatte ich bereits eine kleine Übersichtsschau in der Akademie der Künste in Berlin gesehen, die mich angenehm beeinruckt hatte. Da schien einer wirklich etwas wissen zu wollen und radikale Fragen zu stellen.

Deshalb war ich sehr gespannt auf diese Wiener Präsentation. Ein Raum voller Ideen und Videos und Dokumentationen und man denkt: wow, das kann spannend werden! Doch schon relativ schnell stellt sich ein fader Beigeschmack ein, den man nicht wirklich benennen kann.

Nicht dass es nicht Arbeiten gäbe, die funktionieren. So kann man am Anfang Musikstücken lauschen, für die er in den 70ern die Texte geschrieben hat und die er auch selbst singt, und für Liedzeilen wie „Liebe ist kein Hospital“ gehört einem schonmal ein großes Lob ausgesprochen. Auch zwei Tafeln mit lapidar hingeschriebenen Statements wie „Ich glaube an den Untergang der Welt. Aber ich glaube nicht an den Untergang des Kapitalismus“ sind in ihrer Einfachheit frappierend überzeugend.

Doch schon relativ schnell stellt sich dieser merkwürdig  fade Beigeschmack ein.

Am spannendsten sind dann doch überwiegend die radikalen Performances aus den 60ern zusammen mit Valie Export, sowie Oswald Wiener usw. usf. (Zu den großen Verdiensten Peter Weibels zählt auch die Herausgabe des großen Kataloges zur Wiener Gruppe, der 1997 zur Bienale in Venedig erschien).

Doch bei vielem anderen aus der späteren Zeit vermisst man etwas.  Und man weiß erstmal nicht was.

Worum es geht ist klar: Der Mensch hat sich selbst zu definieren, seine Rahmenbedingungen selbst abzustecken und erst einmal nichts um ihn herum anzuerkennen. Ein Akt selbstdenkender Befreiung.

Doch viele Arbeiten sind Kopfgeburten. Ein Container, in dem zerknülltes Papier liegt und dazwischen die Buchstaben des Wortes WIND aus Neonröhren nachgebogen sind und der Reihe nach aufleuchten. Aha: Hier sieht es aus, als hätte der Wind alles verweht, aber obacht Du Zuschauer, dem ist nicht so, der WIND existiert hier nur als Wort und Du sitzt einem Trugbild auf! Für wie doof wird man hier eigentlich gehalten? Und zu jeder Arbeit ein Beipackzettel mit Erklärung.

Und wie so oft: diese würde eigentlich bereits genügen.

Ästhetisch geben die Arbeiten kaum etwas her (das war meiner Erinnerung nach in Berlin etwas anders) und sind meist platte Illustrationen des dahinterstehenden (oft ebenso platten Gedankens).

Ertappt habe ich Peter Weibel aber in den fotografischen Arbeiten, in denen er Wörtern im öffentlichen Raum einen Zettel oder eine Notiz zufügt, die diese ergänzen, und wohl „entlarven“ sollen. So stellt er sich beispielsweise unter das Schild einer Polizeiwache, auf dem POLIZEI zu lesen steht und hält einen Zettel drunter, auf dem steht LÜGT. Unglaublich erhellendes Statement.

Nungut. Aber viel erhelleneder ist: Auf all diesen Fotos guckt auch Peter Weibel als Person selbst in die Kamera. Wozu? Man hätte ja auch einfach auf das Foto schreiben können: LÜGT. Nee, Peter muss mit auf’s Foto.

Und das hängt damit zusammen, weil ER uns die Welt erklärt. ER ist das Zentrum der Erkenntnis.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Und hier lügt nämlich Peter Weibel. Es geht ihm nicht darum, dass der Mensch sich wahrnehmend und denkend befreit, es geht ihm darum, dass ER dem Menschen erklärt, wie die Welt funktioniert. Und dies ist einfürallemal keine Befreiung, sondern Bevormundung.

Und wenn man das kapiert hat, wird einem die Ausstellung erst recht schal. Und man denkt: Wieviel Aufwand für wiewenig Erkenntnis!

Und wiesehr ist doch das Wort Witz mit Geist verwand.

Und Witz findet man bei Peter Weibel keinen.

Obwohl der Anfang ja eigentlich nicht schlecht war.

 

funkstille

So so sehr geehrte Damen und Herren,

das wär’s mal wieder mit dem Alten Jahr. Ich bin im März 5000 Jahre alt geworden, Anfang Mai war ich in Holland, Mitte Mai haben die Dachdecker versucht, unser Häuschen anzuzünden (nur bedingt geklappt), im August durfte ich zusammen mit dem Liquid Penguin Ensemble mit unserem gemeinsamen Ensemble MY WIFE und dessen Projekt MY WIFE IS A LITTLE KRÄNK einen Tag lang in die heiligen Hallen des MudAm in Luxembourg, dann mit Susann Gassen, Ute Thiel, Martin Wilhelm und Stephan Flommersfeld nach Düsseldorf zum plan.d und bin jetzt Mitglied in der Walpodenakademie in Mainz und durfte dort gestern nacht mit Watercolored Well musizieren. Nicht zu vergessen die Künstlergemeinschaft Kaiserslautern und Nikolaus Gierend in Saarwellingen. Und mein Kunst am Bau-Auftrag für’s Amtsgericht Saarbrücken, Heidenkopferdell. Seit dem 13.12. hängen die Bilder. Und heute nachmittag dann kracht die Leiter zum Speicher unter mir zusammen (ich leider unter keiner unmäßigen Gewichtszunahme, nicht dass das jemand denkt), während ich ordentlich sein und Vogelbilder auf den Speicher räumen wollte. Wenn sich noch jemand an Ewald Lienen erinnert? So ungefähr, nicht ganz so lang und linker Oberschenkel rückseitig. Das Ottweiler Krankenhaus hat das recht hübsch versorgt. Fucking Metallleiter. Und jetzt gibt es ein Vogelbild mit einem Blutfleck 0 rhesus positiv. Das kann dann bestimmt teurer auf den fucking Kunstmarkt werden. Und immer werde ich jetzt wissen, an welchem Tag Udo Jürgens gestorben ist.

Nevertheless will ich Euch allen da draußen, Agnostikern, Atheisten, Philantropen, Briefmarkensammlern und Tiefgläubigen, Männlein wie Weiblein und Zwischenwesen, Literaturinteressierten und Sportlern etwas wünschen: Nämlich besinnliche Feiertage, kommt zu Euch selbst, was immer Euch da auch erwartet. (ok, ok, manche vielleicht dann doch besser nicht…) Und einen Guten Rutsch in das sogenannte Neue Jahr!

Und wie ich mich letztes Jahr bereits zu formulieren getraute: ROHES FETT!

In diesem Sinne mache ich jetzt eine kurze Sendepause bis Anfang Januar von wegen der Besinnung.

 

Und

wcw

Samstagabend, Mainz, 21 Uhr, Neubrunnenstraße 8, Walpodenakademie:

Zum Abschluss der Vereinsausstellung „KUNST IST IM VEREIN AM SCHÖNSTEN“ spielt

WATERCOLORED WELL. Und ich werde auch ein paar Töne beisteueren dürfen. Das ist fein und

ich freue ich. Vielleicht findet ja der eine oder die andere auch den Weg dorthin.

2001. Eintrag: Walpodenakademie Mainz, Nikolaus, 6.12.

Bei der Aufsicht in der Ausstellung der Walpodenakademie in Mainz am Samstag habe ich mich nicht nur dem Versuch ausgesetzt, was passiert, wenn man 4 Stunden lang das Video mit der gesungenen Einspielung des Textes „Kunst ist im Verein am schönsten“ hört, sondern zwischendurch auch drei Zeichnungen gezeichnet (was man mit Zeichnungen halt so macht.)

Wer in Mainz wohnt, sollte sich das Ganze übrigens durchaus noch anschauen! Neubrunnenstraße 8.

2000. Eintrag: ein Geschenk zum Schluss von Tom

Tom hat jedem von uns zum Schluss der Ausstellung „ephemer“ in der Produzentengalerie plan.d in Düsseldorf ein kleines Geschenk gemacht. Meines war dieser Zettel, mit dem Text “ 7. Maria erschrak und wusste nicht, was sie von dem Gruß des Engels halten sollte.“

Dass man das als Ohrring tragen kann, war wohl nicht seine Absicht, aber es geht. Er hat sich aber zu jedem von uns seine eigenen hintersinnigen Gedanken gemacht und ich überlege also noch, ob ich nun Maria bin oder der Engel und ob ich erschrecken soll oder jemand anders. Aber ich denke, er weiß, dass ich die richtige Antwort finden werde. …

Eintrag Nr. 1999

VERANSTALTUNGSTIPPs:   am Freitag eröffnet die Künstlergemeinschaft Kaiserslautern ihre Ausstellung “o.T./o.N. Nr. 2”

67655 Kaiserslautern
Karl-Marx-Str. 35

18 Uhr.

http://www.kuenstlerwerkgemeinschaft.de/aktuelles/

wenn mit dem Postweg alles geklappt hat, dann gibt es dort auch Sachen von mir…

 

Ansonsten bin ich am Samstag von 14 Uhr bis 18 Uhr in Mainz zu finden, in folgender Veranstaltung:

Kunst              ist im Verein am Schönsten
Freitag                28.11., 20 Uhr, Walpodenakademie, Neubrunnenstraße 8,                55116 Mainz
Gruppenausstellung              bis 21.12. mit               Brandstifter,               DeePee,               Dolores                    Hackenberg,               Klaus                  Harth,               Joachim                  Holz,               Manfred                  Keitel,Hannelore                    König,               Anne                    Kuprat,               Christian                  Packmann, August                  Priebe,               Tanja                  Roolfs,               Barbara                  Rößler,               Tom                  Röth,               Johannes                  Schebler, Ralf                  Thorn,                Violetta                  Vollrath, Bianca                  Wagner,               Holger                  Wilmesmeier;
www.Kunstzwerg.net       

 

und am Sonntag in Düsseldorf, Dorotheenstraße 59 in der Galerie plan.d zur Finissage unserer Ausstellung EPHEMER.

Eintrag Nr. 1998

Draußen liegt heute morgen ein wenig Schnee. Und die Menschen tun so, als hätten sie noch nie welchen gesehen. Und es ist interessant, welche Verbindungen das menschliche Hirn knüpft: Ich springe aus dem Zug und sehe einen Notarztwagen mit Blaulicht und erinnere mich zwischen Schnee und Blaulicht an den Beginn meines Zivildienstes, ebenfalls mit Schnee an einem Dezembertag 1984. Und dann ist es klar: Es war der 3.12.84 und das ist auf den heutigen Tag genau 30 Jahre her. So what.

düdorf

 

 

 

 

noch bis zum 7.12. ist in der Produzentengalerie plan.de in Düsseldorf die Ausstellung EPHEMER zu besichtigen. Dorotheenstraße 59. Stephan Flommersfeld, Ute Thiel, Martin Wilhelm, Susann Gassen und meiner einer zeigen dort einige Arbeiten. Freitag haben wir aufgebaut, Samstag auch noch ein bisschen, Samstagabend haben wir dann etwas zu unseren Arbeiten gesagt und Musik gemacht (Film folgt vielleicht) und gestern gab es dann noch ein Frühstück und dann fuhr ich, Anton Bruckners 8. Symphonie hörend (ein CD-Geschenk von Jyrg Munter), die A61 runter nachhause.

ephemer

 

Eröffnung jetzt am Samstag, 15.11.2014 in Düsseldorf, Dorotheenstraße 59. Zur Eröffnung gibt’s auch eine Lesung mit Stephans „Märchen“ mit musikalischer Verkleidung. 20 Uhr.

Günter Rohrbach Filmpreis in Neunkirchen

Heute abend in Neunkirchen die Preisverleihung zum 4. Günter Rohrbach Filmpreis. Filme zum Thema Arbeitswelt und Gesellschaft stehen wie jedes Jahr zur Disposition. Die Vorjury hatte aus 45 Filmen zu wählen und acht Filme zur Wahl gestellt, die Hauptjury hat dann auf vier Filme eingedampft hat, die diese Woche in Neunkirchen zu sehen waren. Bis auf WESTEN (Mittwoch war die Eröffnung der Ausstellung von Sita Ngoumou in Homburg) haben wir sie alle gesehen. Und sie waren durch die Bank bewegend und auf ihre jeweilige Art sehr gut gemacht. Den Preis erhalten Petra Volpe und ihre beiden Produzenten für TRAUMLAND. Einen Film, der sein Thema wirklich sehr sensibel behandelt, schön dass auch die Kamerafrau einen Extra-Preis bekommen hat, die Art und Weise wie er fotografiert ist, trägt sehr zu seiner Wirkung bei. Sehr verdienter Preis. Sehr berührend, sensibel und klischeefrei erzählt. (Verdient vor allem aber auch wenn man erfährt, dass es wohl ganz schwierig war, diesen Film überhaupt zu produzieren, weil Förderanträge abgelehnt wurden usw. usf.).

Unser Favorit war allerdings dann doch ZEIT DER KANNIBALEN. Sehr derb, sehr gnadenlos und ein konsequenter Schluss. (Wobei natürlich auch der Schluss in TRAUMLAND sehr gnadenlos ist.)

Aber TRAUMLAND geht natürlich auch voll in Ordnung.

Die Darstellerpreise des Oberbürgermeisters gehen an Corinna Harfouch für ihre Rolle in DER FALL BRUCKNER und Jördis Triebel in WESTEN.

 

Veranstaltungstippppppp

Kunst ist im Verein am Schönsten
Freitag 28.11., 20 Uhr, Walpodenakademie, Neubrunnenstraße 8, 55116 Mainz
Gruppenausstellung bis 21.12. mitBrandstifter, DeePee, Dolores Hackenberg, Klaus Harth, Joachim Holz, Manfred Keitel,Hannelore König,Anne Kuprat, Christian Packmann, August Priebe, Tanja Roolfs, Barbara Rößler, Tom Röth, Johannes Schebler, Ralf Thorn, Violetta Vollrath, Bianca Wagner, Holger Wilmesmeier;
www.Kunstzwerg.net