rundbilddunkel
Öl und Lack auf Malpappe, Durchmesser 30cm, 5.8.10

Werner Spies spricht:

„…, der sich ein Leben lang mit Dingen beschäftigt, dass er sich nicht einbildet, eine definitive Antwort oder sogar eine definitive Beschreibung für das gefunden zu haben, was er vor sich hat. Es ist anthropologisch und soziologisch in jeder Hinsicht für mich die interessanteste Feststellung, dass im Laufe von Jahrzehnten meiner Beschäftigung mit Menschen, Phänomenen und Problemen jedes Mal eine kleine oder größere Modifikation und vielleicht sogar eine Mutation sein können. Es hat nichts mit Spieltrieb zu tun, wenn ich heute über jemanden wie Kiefer anders schreibe als vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass wir heute Kunst und Phänomene anders beurteilen können als noch vor Jahrzehnten. Es ist nicht nur legitim, sondern die Grundlage unseres dialektischen Verhaltens, dass wir ständig in Frage stellen können, was wir einmal als gültiges oder definitives Urteil formuliert haben. …“
(in KUNSTFORUM Nr. 203, S. 389)

lanschaftneblig
Öl auf Lwd., 80x80cm, 25.7.10

Zustand der Geschichten

Beobachtungen von Zuständen? Geschichten über Zustände?
-> Weder noch. Keine Geschichten. Keine Geschichten heisst auch keine Geschichten über Zustände, was immer das auch sein mag. Auch keine Beobachtung von Zuständen. Beschreibung wäre besser. Zustandsbeschreibungen. Zustandschilderungen von mir aus. Aber keine Geschichten.
Man baut einen kleinen Fehler in ein Bild ein und schon entzündet sich der geschichts- und erklärlüsterne Teil des Betrachterhirns an diesem Fehler und spinnt sich seine Geschichte zusammen.
Die Dinge sind aber auch ohne Erklärung. Einfach, klar, unerklärlich, unerträglich, banal, böse, nett. Geschichten helfen natürlich, damit klarzukommen. Literatur konstruiert sich einen Sinn.
Wenn dieser Sinn aber nichts anderes ist als ein jeweiliges Konstrukt, bleibt eigentlich nur noch die BEschreibung von Zuständen.

storyteller

„Sie erzählen in ihren Arbeiten keine Geschichten. Sie beschreiben eher Zustände.“ Da hat er, glaube ich, immer noch recht.

Mittwoch

21-07_lisa

22-07-frei

cage

21-07mitgruen

21-07-10_1
aus einer Folge von 6 Zeichnungen, morgens und abends am 21.7.10, Kugelschreiber und Tuschen auf Papier, je 32x46cm

letztens

schatten
…wie die Saarbrücker Zeitung letztens poetisierte: Wenn die Sonne scheint, sind die Menschen froh!