WANDZEITUNG

Diese Nachricht erreicht mich heute, das wollte ich dann so mal weitergeben 🙂
Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass der Kursbetrieb der vhs wieder aufgenommen wird.

Daher geht der Kurs AH2404, Malen/Zeichnen/Montagskurs, ab dem 25.05.2020, wöchentlich, um 19:00 Uhr in der Vorstadtstraße 29-31 (Kunstpalais) weiter. (Termine: 25.05., 8.6., 15.6., 22.6., 29.6., 6.7. und 13.7. (Kunstpalais))

Daher geht der Kurs AH2405, Samstagsmalklasse, ab dem 27.06.2020 um 14:00 Uhr in der Vorstadtstraße 29-31 (Kunstpalais) weiter. (Termine: 27.06., 18.7., 29.8. und 26.9.2020 (Kunstpalais))

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.vhs-saarbruecken.de.

werbung in himmlischer Sache

Dieses Himmelbild ist ein altes und gemaltes. Es gibt aber eine schöne Aktion von Hannah Mevis, die man gerne unterstützen darf. Deshalb hier der LINK.  Ich hab gestern schon drei Fotos geschickt.

theoreticallilly

Nichts langweilt mich mehr als Verschwörungstheorien und ihre Exegeten:

Die Erde ist eine Scheibe, oder kennt von euch jemand jemanden, der schonmal eine gebogene Straße vor seiner Haustütr gesehen hat?

anspieltipps

Derzeit laufen die Berliner Festspiele im Internetz. Noch eine ganze Weile kann man sich die Hamlet-Inszenierung

des Schaupielhauses Bochum ansehen. Ich finde auch, wie die Süddeutsche Zeitung, dass man diesen Hamlet gesehen haben sollte.

 

Heute noch bis 19Uhr59 CHINCHILLA ARSCHLOCH WAS WAS

Aus der Bockenheimer Warter Frankfurt. Helge Haug. Rimini Protokoll.

Und morgen dann morgen noch den Vacuum Cleaner.

Und heute abend aus der Schaubühne Berlin Hedda Gabler mit u.a. Katharina Schüttler. Hab ich vor 8 Jahren life an der Schaubühne gesehen. Läuft wohl immer noch. Auch nicht schlecht.

zur Beruhigung

Vielleicht kann es ein Trost sein: nicht alles läuft immer gut! Man könnte sich ja vorstellen: da sitzt der dann den ganzen Tag da in seiner Bude und produziert fleissig vor sich hin. Ein Aquarell nach dem anderen Aquarell. So wie früher: ein Vogelbild nach dem anderen Vogelbild. Eine Zeichnung nach der anderen Zeichnung. Keine Fragen, keine Krisen. Nix. Einfach nur: Tun. Und so ist das eben nicht. Bildchen malen ist eben nicht nur Bildchen malen. Sondern: Tun und in Frage stellen. Und wenn man mal das Glück hat, so wie derzeit, auftragsmäßig an einem Bildkonzept/Entwurf für ein bestimmtes Vorhaben zu arbeiten, dann kommt man an dem ein oder anderen Punkt auch mal nicht weiter. Und hockt einen Abend deprimiert und still starrend in eben besagter Bude. Träumt von was anderem und wacht morgens wieder auf. My personal Sisyphos schleppt an zu langem Arm eine zu große Hand hinter sich her und rollt keinen Stein einen blöden Berg hinauf. Heute ist Feiertag (Tag der Arbeit. sic!). Alle ruhen sich aus. Ich versuche es ein wenig mit Staubsaugen. Der Mensch ist ein Saugetier. Und vielleicht komme ich dann auch ein wenig mit meinem Bildkonzept weiter.

PS: Gestern abend auf DVD -> Familie Brasch. Angucken!

männättwörck

was macht der eigentlich so den ganzen tag? sowas z.b. noch nicht spruchreif. aber ättwörck.

vermummungsgebot im saarland

diese Maske brachte vorgestern Doris Ducke-Sellen ins Haus. Ist mir wie aus dem Mund geschnitten oder wie sagt man da? Einkaufen war ich mit dem Ding noch nicht, sieht aber mit dunkler Sonnenbrille, so wie ich sie auf dem Fahrad zu tragen pflege, sehr pericoloso aus.

Übrigens war ich eben drei 1/4 Stunden mit dem Rad unterwegs: Wemmetsweiler – Heiligenwald – Landsweiler – Neunkirchen – Wiebelskirchen – Stennweiler – Wemmetsweiler. Vor allem, um in Neunkirchen Fotomaterial zu knipsen als Vorlagen für meine Neunkircher Gegenden.

Ich habe mich echt gefragt, ob ich die Stadt wirklich je so leise erlebt habe. So wenig Autos. Ich bin an der AOK vorbeigeradelt, weil es da einen sensationell platzierten Baum gibt: Stille. Stell Dir vor, es ist Papst und niemand geht hin. So in etwa. Neunkirchen ohne Papst. Incredibile.

am sonntag im garten

am sonntag halbwegs friedfertig stimmung im garten. einige skizzen nach wachsendem gemüse. gesessen und gelesen. muss an solchen stellen immer ein wenig an die illustration von walter trier zu erich kästners fliegendem klassenzimmer denken: wo der autor sommers auf der wiese sitzt und eine kuh sich nähert. habe immer den autor sitzend im sommer vorm inneren auge, seit ich das buch als kind mehrfach inhaliert habe (darf man das sagen in zeiten, wo eine atemwegsarkrankung alles lahmlegt – und auch ich mich eines merkwürdigen hustenreizes heute kaum erwehren kann?). allerdings denke ich nie an die kuh. und stelle mir das bild in erinnerung auch ganz anders vor. der saar-tatort abends, den ich mir ausnahmsweise auch mal angetan habe, war zwar auch anders, aber auch nicht mehr als das. man hat es mal mit ernst probiert. es reicht aber eben nicht, die kommissare auszutauschen, wenn der drehbuchautor bleiben darf. bisschen bei den haaren beigezogene story. und wenn die alte dame wirklich schon in den 40er jahren als zwangsarbeiterin schlimmes erleben durfte, dann dürfte sie jetzt flott mal 90 jahre alt sein – – – so sah sie aber nicht aus und war für dieses alter denn aber mal ebenso flott am zerschlagen des jugendlich dynamischen enkels. mittags dann auch im vierten versuch roger willemsens „knacks“ abgebrochen. ich breche selten bücher vor der letzten seite ab. fing teilweise gar nicht soooo schlecht an. aber irgendwann wusste ich eigentlich überhaupt nicht, was er mir da so wichtiges sagen wollte. nur, dass er es besonders schlau tun will. wollte er ja aber auch eigentlich immer. ich hab mir echt mühe gegeben und dachte, es ginge irgendwie um irgendwas…wenn ich dann aber das gefühl habe, ich gebe mir mühe, der autor sich aber nicht, dann brauche ich zwar etwas überwindung, aber dann war`s das dann auch. man wird älter und die zeit knapper. ein jahr im parlament habe ich übrigens gar nicht ungern gelesen. da war er am weitesten von einem formulierungsgewixe entfernt. mich macht der fucking virus übrigens nicht locker und entspannt, wie man merkt. auch wenn ich mal im garten sitze (oder dort sogar arbeite) und mehr fahrrad fahre 🙂

hier kann man ruhig mal mitmachen, obwohl ansonsten vor allzu viel mitmachen gewarnt werden sollte. ach übrigenS: von friedrich dürrenmatt gab es mal ein buch zu dem thema: DER MITMACHER – ein Komplex. By the way.

INVITO MAIL ART
QUARANTENA

In diesem Moment, in dem ”L’ora é confusa e noi come perduti la viviamo” (P. P. Pasolini) “Die Zeit verworren ist und wir sie wie Verlorene erleben” ist es mehr denn je nötig, uns an Schönheit zu nähren und uns mit Kunst zu “infizieren”. Wir brauchen die Wärme eines Gegenüber, des sich Vorstellens der Gefühle eines anderen und wir glauben, dass die mail art uns etwas von dieser unterbrochenen Körperlichkeit geben kann. Diese schwierige Lage vereint uns im Schmerz und wir schlagen vor, dass sie uns auch in der Kunst verbindet. Aus Brescia, aus der Lombardei (Italien), aus den von der Pandemie betroffenen Gebieten laden wir Euch ein, uns ein künstlerisches Zeichen zu senden.

Die Kunstwerke bitte im Postkartenformat
(10cm х15сm) an diese Adresse senden:
Giovanni Arici – Via dei Santi 59
25014 Castenedolo – Brescia – Italia

Schlotterdeich

In der ZEIT vom 8.4.2020 ein Interview mit Peter Sloterdijk. Folgender Auszug. Including my new Lieblingswort.

Sloterdijk: Wir erleben ein großes medientheoretisches Seminar. Man erkennt, im Ausnahmezustand entsteht Monothematismus. Dann sieht man erst richtig, wie moderne Gesellschaften in ihren Stimmungen von Tag zu Tag gewoben sind. Dank der Medien leben wir in Erregungsräumen, die durch wechselnde Themen gesteuert werden. Themen sind Erregungsvorschläge, die von der Öffentlichkeit angenommen werden oder nicht. Dabei schießen die Medienmacher immer etwas Übertreibung zu. Denken Sie an die AfD-Aufregung im Lande: Sie ist ein Luxusthema für unterbeschäftigte Übertreiber. Denken Sie an die Me-Too-Welle: Sie hatte einen ernsten Kern, um den lagerten sich sofort die Übertreibungsunternehmen an. Denken Sie vor allem an den Terrorismus. Über den wurde zumeist im Modus der Halbernsthaftigkeit berichtet, man durfte und musste immer zusätzlich übertreiben. Ein Mann wird getötet, 82 Millionen sollen sich bedroht fühlen, die freiheitliche Demokratie wankt.

ZEIT: Sie meinen, die Medien verfehlen ihre Aufgabe, maßvoll zu informieren?

Sloterdijk: Aus der Sicht der Medien ist etwas, das passiert, nie schlimm genug. Man weiß ja nie, was wie schlimm ist. Das entspricht im Übrigen der klassischen Rhetoriklehre. Quintilian sagte: Bei Gegenständen, deren Bedeutung und Dimension nicht sicher bestimmt werden können, ist es besser, zu weit zu gehen als nicht weit genug.

ZEIT: Und jetzt übertreiben wir bei Corona?

Sloterdijk: Bei Corona erleben wir zum ersten Mal, dass die Anfangsübertreibungen durch die Geschehnisse eingeholt werden. Das ist ganz neu. Zuerst dachte man, die Medien schreiben die Dinge hoch, weil es ihr Job ist, zu übertreiben. Aber nein, heute ist eine nüchterne Beschreibung der Verhältnisse in italienischen, französischen, spanischen Krankenhäusern schlimm genug, um Nachrichtenwert zu haben; tendenziell ist es sogar zu schlimm für realistische Berichte. Wir zählen Leichen, für Übertreibungen ist kein Platz mehr. Die Medien würden jetzt lieber die Probleme verkleinern, statt zu dramatisieren. Die Zahlen steigen, die Bilder halten sich zurück. Sehr ungewohnt.

 

Und jetzt zu meinem new Lieblingswort: Themen sind Erregungsvorschläge! C`est ca, je crois. Wenn ich klug gewesen wäre, hätte ich gerne bei Schlotterdeich studiert. Aber so blieb nur die verborgene Karriere als Kritzelonkel.

stunde der stunden

Da faseln doch alle in der Corona-Krise, ALbert Camus sei der Autor der Stunde, bloß weil er sowas wie „Die Pest“ geschrieben hat.

Nonsense, completely nonsense: Beckett ist auferstanden!

Zitatewitsch

Judith Polgár antwortet im ZEIT-Interview auf die Frage, was für sie Schönheit im Schach sei, mit der für mich schönen Antwort: „Schön ist das Unerwartete. Das, was nicht den Mustern entspricht und trotzdem funktioniert.“

 

Mi piace.

aus gegebenem Anlass:

Leute passt auf: Wer sich ernstlich auf den sogenannten „gesunden Menschenverstand“ beruft, der hat bei mir ein ernstliches Problem, zukünftig noch ernst genommen zu werden.

Der „gesunde Menschenverstand“ ist ein sich in die Tasche lügen. Der „gesunde Menschenverstand“ meint nichts anderes als die eigene Meinung. Nichts sonst. Und er impliziert, und dies ganz leise, ohne dass es ausgsprochen oder vielleicht auch nur bewusst gedacht wird, dass es wohl auch ein Gegenteil geben muss: Und das wäre dann vielleicht so etwas wie der „kranke Menschenverstand“, zumindest aber der ungesunde. Die eigene Meinung wird als das Normale installiert, alles andere, das also, was man nicht versteht oder begreifen kann, als das, was folglich auch nicht das Normale sein kann. Ich bin das Gesunde, die anderen kann ich nicht verstehen. Und gell: das kannst Du auch nicht?!

Der „gesunde Menschenverstand“ heischt nach Gemeinsamkeit.

Er will Bestätigung der eigenen Beschränktheit.

Folglich lässt sich alles und jedes als „gesunder Menschenverstand“ deklarieren.

Dass Windräder der falsche Weg sind, sagt einem doch der gesunde Menschenverstand. Dass man doch besser mit dem Auto zur Arbeit kommt, als stundenlang im Zug zu sitzen: gesunder Menschenverstand. Dass man doch die Kinder mit dem Auto zur Schule bringen muss, da sie zu Fuß gehend durch den vielen Verkehr doch viel zu stark gefährdet sind. Dass man die Wirtschaft nicht zugunsten der Umwelt schädigen kann. Dass es doch ein Unsinn ist, Verbrecher durchzufüttern, statt wie früher kurzen Prozess zu machen.

Fuck off, gesunder Menschenverstand.

Ich wäre ja über einen ganz normalen, süßen, kleinen, gesundheitlich neutralen Menschenverstand schon ganz froh.

Völlig gesundheitsneutral.

 

7 bücher (2)

am 19.1.2000 gekauft. im ZWEITAUSENDEINS (jetzt am Ende des Stl Johanner Marktes Nähe Mainzer Straße). hat mich lange beschäftigt. auf dem schaukelstuhl auf dem balkon in der türkismühler straße 20 gelesen. grün vor der nase. fenster im rücken.