für elke erb
haferweh
sonnenmilch
lasterferner LKW
straßenpfund
butterpfand
wolkenstück
autopfarrer
wiesenrand
predigtweich
leicht erhitzt
und abgebrannt
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth
für elke erb
haferweh
sonnenmilch
lasterferner LKW
straßenpfund
butterpfand
wolkenstück
autopfarrer
wiesenrand
predigtweich
leicht erhitzt
und abgebrannt
in dieser reihenfolge (von drinnen nach draussen):
ich (mein vorsichtiges ich)
das fenster
die fliege
ein fliegengitter
ein falke
der unhintergründige himmel
vom kopf bis zu den füßen
eine wespe hält in der luft kurz inne,
direkt neben meinem kopf,
fliegt weiter,
sie ist bei weitem nicht so alt wie ich,
trotzdem fliegt sie seit jahrtausenden
in derselben spur,
hält neben köpfen inne,
während ich hier liege
und sehen muss wie und wo ich bleibe

glück und unglück:
ein stück transparentpapier zum pausen lebensnaher vorlagen
dinge, in die man sich verstrickt,
bevor es keinen ausgang gibt:
ich kann nicht, also bin ich
gro teske go!
selbstverständlich hat der mond uns nichts zu sagen
ungelogen klebt der dreck am tor
keine leiter wird es jemals wagen
keiner zieht uns jetzt am ohr
empor
go! go! go!
to go? go? go? (?)




(tarkovski als zebra)


parkplatz unterhalb des friedhofs
1 junge frau
hinten bei den glascontainern
ausklopfen der fußmatten
wegwerfen von altglas
sommerlich
aus dem autoradio
1 coverversion von „imagine“
ich brauche lange, bis ich es erkenne
ja: alles könnte auch ganz anders sein!



26.5.22 18Uhr35 bis 18uhr41
gestern gehe ich irgendwohin und die menschen kennen mich. Wir sagen du zueinander. Andere sagen auch du zueinander, liegen sich aber auch in den armen und erhoffen sich förderung. Mir ist das zuwider. Wer plaudert plaudert. Wer fördert fördert. Es fördert also einiges zu tage, was ich lieber nicht gewusst hätte, aber sowieso schon gewusst habe. Blöd jetzt. Ich bin kein menschenfreund, bin aber zu den menschen freundlich*. Keiner weiß, was sie denken, keiner weiß, was ich denke. Alle wollen das kleinere buch haben, in dem sie ihre gedanken notieren. Ich notiere immer meine gedanken. Ständig pausenlos. Ohne zu wissen was daraus wird. Ja das tue ich auch! Siehe hier: mein buch trage ich sogar hier in der hand. Mein buch ist aber kleiner! Alle wollen etwas kleineres sein. Alle sehen etwas in mir. Der sieht das in mir. Die sieht jenes in mir. Nur ich sehe nichts in mir. Manches sieht man auch besser nicht. Manches fragt man besser nicht. Ohren zu im straßenverkehr! Eine liste machen: zehn fragen, die sie besser nicht gestellt hätten.
(*langsam frage ich mich aber: wie lange noch?)
ann cotten!
knapp an dem, was greifbar ist, vorbeigreifen,
vorbeistreifen,
entlanggreifen,
wegstreiten
oberhalb und unterhalb
der flächen
und des flachen
flachsen
sich darüber verstecken
und verstehen,
was es heißt,
fortan stehen zu bleiben
statt hinzuschauen
wegzuducken
statt wegzugucken
fortschreiben
was fortschreiten heißen könnte
(ist das das, was man einen deckel nennt?)
(oder eine decke, die man nach oben
greifend
nicht begreift?)
alle drei in Rostock „verbrauchten“ Scheiben, 2x in der Probe, 1x in der Aufführung:

eine der beiden Rostocker Probenscheiben gegen den Wemmetsweiler Himmel und solo:


Die Aufführungsscheibe: Einige Wochen danach war ich ein wenig überrascht, als wie feinzisieliert das Linienmaterial sich dann doch entpuppt hat. Während der Aufführung gucke ich eigentlich nicht auf die Glasplatte, sondern nur zur Bühne hoch.

Anbei noch ein Foto von Julien Blondel aus der Probe, dass man sich das in etwa vorstellen kann:




