Müde aber satt

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wohlgenährtes Publikum! Ein herzlicher Dank geht an Stefanie Mohra und Ekkehard Paulus. Warum? Weil die beiden die tapferen Helferlein waren, ohne die ich noch heute morgen an der Ausstellung im Alten Rathhaus rumgeschraubt hätte. Was ist das nun für eine Ausstellung? Also: Teilnehmerinnen und -teilnehmer meiner gesammelten VHS-Kurse aus dem letzten Semester zeigen überwiegend dort entstandene Arbeiten. Ich denke, es ist uns gelungen, trotz aller Ungerechtigkeiten und vielleicht nicht immer von außen nachvollziehbarer Entscheidungen eine recht interessante Ausstellung an die Wand zu bringen. Schreiten Sie hin und überzeugen Sie sich selbst! Ich für meinen Teil war erstaunt, dass doch mehr Arbeiten ihren Platz in der Ausstellung gefunden haben, als ich morgens beim Beginn der Arbeit noch dachte…Und ich kann sagen, dass ich, der ich die einzelnen Entwicklungen teilweise über die Jahre hin verfolge, jetzt doch in all der Fülle und Differenziertheit und im Aufeinenaderbezogensein der Bilder und Blätter, begeistert bin über die Dinge, die es da zu sehen gibt und über die Sprünge und Entwicklungen, die da stattgefunden haben. Wie sagt der Lateiner: Gehet hin und guckt! Ein paar Fotos folgen demnächst. Ort des Geschehens: Altes Rathhaus in Saarbrücken, oben am Schlossplatz. Mir hat’s auf jedenfall Spaß gemacht. (Und muss immer mehr an den alten Beuys-Spruch denken: Ich ernähre mich durch Kraftvergeudung).

MY WIFE IS A LITTLE KRÄNK

DAMIT KEINER NACHHER KOMMT UND SAGT: HAB ICH NICHT GEWUSST:

HIER SIND SIE, DIE TERMINFRISCHEN TERMINE FÜR DIE DREI PRÄSENTATIONEN/AUFFÜHRUNGEN VON MY WIFE IS A LITTLE KRÄNK:

Premiere: 23.11., 20 Uhr

weitere Vorstellungen: 29. und 30.11.2013 um 20 Uhr

im Saal des Ministeriums für Bildung und Kultur Saarland, Eingang Keplerstraße 21, 66117 Saarbrüken

nachdenkliche Ecke:

Wenn man etwas immer falsch gemacht hat und es dann einmal richtig macht, dann ist das schlussendlich auch verkehrt.

 

(kann man das so sagen? stimmt dieser Satz? Regt sich Widerspruch?)

 

kunst im allgemeinen und speziellen

Armin Rohr hatte auf facebook folgenden Artikel aus der ZEIT verlinkt. Das ist interessant, aber ja nicht unbedingt was Neues. Da Sonntag ist, und man sich sonntags gerne mal über Dinge aufregt (man hat ja meistens Zeit, obwohl ich eigentlich grade heute nicht…), konnte ich nicht umhin einen kleinen Kommentar abulegen. Hier erstmal der link zur ZEIT:

http://www.zeit.de/2013/40/gegenwartskunst-konservativ-ausstellung-kiel/seite-2

Mein Kommentar (ungekürzt und unverändert):

Die Kunst beginnt dort, wo der Geschmack aufhört. Und mich erinnert das immer ein bisschen an das, was man über das 19. Jahrhundert liest: Ein erfolgreicher ausgeprägter Akademismus mit Malerfürsten, die einen Haufen Geld für ihre Werke erhalten und vom gepflegten Bürgertum bewundert und hofiert werden, dagegen die aufbrechende Avantgarde, die sich ästhetisch dagegenstellt. Unser Akademismus sieht halt heute so aus wie das Avantgardistische früher oder tut zumindest so. Nur hat halt keiner einen wirklichen Plan. Und alle wollen da mitmachen. Wenn man in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, muss man sich halt nicht darüber wundern, dass man in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Grünen haben als Partei da ja ein vergleichbares Problem. Kunst ist ein Dagegen und nicht ein Mit. Aber das wird noch eine ganze Weile so weitergehen. Man sollte nicht müde werden, es auszurufen: Kunstrankings, das Guiness-Buch der Rekorde, Wettbewerbe, Stipendien sollten abgeschafft werden. Kunsthochschulen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, die Anpassung zu fördern, den Künstler als Wirtschaftsfaktor zu begreifen, sind ein Ausdruck all dieser Problematik. Und schön ist ja auch, wie einer der ZEIT-Artikel-Kommenatoren darauf hinweist, wie die ZEIT selbst Teil des Problems ist. Was für links finden sich im Anschluß?

Sei Dein eigener Kunstbetrieb!

Christoph Rammacher eröffnet am 3.10.2013 seine neuen Räumlichkeiten in der Mainzer Straße 31 in Saarbrücken. In regelmäßigen Abständen sollen dort immer wieder donnerstags, in den sog. Donnerstagszimmern, Veranstaltungen veranstaltet werden. Ich bin am Donnerstag auf jedenfall dort anzutreffen und kann einen Besuch nur empfehlen. Jeder Versuch, sich vom offiziellen Kunstbetrieb freizuschaufeln, sei er auch noch so winzig, kann nur begrüßt werden. Anpassung oder Wagnis. Vergesst TAG DER BILDENDEN KUNST, besucht DONNERSTAGSZIMMER!

KURSE

ACHTUNG ACHTUNG: Bei www.harthbasel.de gibt es immer noch ein technisches Problem: Ich kann derzeit auf der Seite keine Änderungen vornhemen. Deshalb hier kurz die Änderungen zum angebotenen Kurs:

GARTEN, LANDSCHAFT, GEGEND.

Die angegebenen Termine am 12. September entfallen.

Es findet am 13.9. der ABENDKURS von 20 -23 Uhr statt (Treffpunkt Steinstraße 13)

Am 14.9. findet ebenfalls ein ABENDKURS statt von 20-23 Uhr.

Ebenso kann bei entsprechender Nachfrage am 14.9. ein Nachmittagskurs stattfinden (14-18 Uhr).

Fragen und Anmeldungen bitte unter 0176 – 51424536.

Was wird gemacht: Wir treffen uns in Wemmetsweiler und entscheiden spontan je nach Wetterlage und in Absprache miteinander, wo gemalt oder gezeichnet wird. Wir haben hier einen Garten, der sich ausreichend zur Motivfindung anbietet.  Bei schlechtem Wetter können wir den Blick durch die geschlossene Scheibe werfen und das Themenspektrum um das Thema Wetter erweitern. Wie funktionieren Pflanzen im Bild, wie transportiere ich die Idee von Garten und Landschaft? Vereinfachung von Formen, Studium von Details, das Verhältnis zwischen Andeutung und Ausführung bestimmter Details im Bild sind Fragen, denen wir uns widmen werden. Die Abendveranstaltungen bei zunehmender Dunkelheit haben mit Sicherheit ebenfalls ihren ganz besonderen Reiz.

3-stündige Abendveranstaltungen einzeln je 40,- EUR. Beide zusammen für 65,- EUR.

Der Nachmittagskurs zu 4 Stunden zu 53,- EUR.

Alles zusammen für die ganz Hartnäckigen:  80,- EUR.

 

SÜPERMARKET

Véronique Verdets sensationeller Stadtladen neben ehemaliger Stadtschenke, jetzt BAR CENTRAL, Nauwieserdings 40 in Saarbrücken. Besuchen möglich täglich 13 bis 18 Uhr: Die sensationellen überdruckten Kunstpostkarten von Dirk Rausch zu 4,- EUR/Stück, „das Schweigen der Schnecken“ von Véronique Verdet, kleine Fotos von André Mailänder zum erschwinglichen Preis, die letzten habbaren Vogel-Plakate von mir, die hölzernen Vögel von Vio Trinkaus und und und. Wer weiß normalerweise schon, wohin mit dem Geld? Das kann man an der Kasse bar zentral im hinteren Raum tauschen gegen wunderbare produits! Hierher! Dierher! Mierher! Noch bis Ende des Monats besuchbar. Sonntags Ruhetag.

offenes denken und peter weibls geschlossener kopf

http://buchalovsfreunde.wordpress.com/2013/08/16/countdown/#comment-66

In einem Projekt wollen Susanne Haun und Jürgen Küster der Modernität oder Zeitgenössigkeit (man merkt schon der Substantivierung das Absurde des Wortes an) des Holzschnittes auf die Spur kommen. Folgende erste Gedanken dazu:

Gestern ging mir ein Satz durch den Kopf: „Man verteilt die Farbe einfach so, dass das Denken sichtbar wird.“ Kann es moderne und weniger moderne, mehr oder weniger zeitgemässe Techniken geben? Ich habe in Saarbrücken mal einem Vortrag von Peter Weibl beigewohnt, der ziemlch nuschelnd und nervös vortragend, dann doch die ein oder andere These verständlich machen konnte. Kernthese: Die Malerei als zeitgemässe Kunstform sei spätestens seit den 30ern des vergangenen Jahrhunderts tot. Sie wiederhole sich und habe nichts Neues zum Erkenntnisgweinn des Menschen mehr beizutragen. Die zeitgemässe Kunst sei die elektronische Kunst, am meisten interessiere es ihn, mittels elektronischer Signale Bilder im Kopf des Menschen zu evozieren, die man so wahrnehme, als würde man sie wirklich sehen (weil das Auge ja auch nix anderes mache, als Reize zu erzeugen, die das Gehirn als Bilder interpretiere – wir umgehen also das Auge und verbinden solche Reize direkt mit den entsprechenden Stellen im Gehirn.) So Peter Weibl. Was ist also modern, was ist zeitgemäß, was ist dem Erkenntnisgewinn des Menschen dienlich. Jetzt erinnere ich mich nicht mehr genau, welcher Bildhauer es war, der in einem Interview mal gesagt hat: Manchmal muss man auch zu Fuß nach Koblenz gehen. D.h. manchmal muss man auch mit dem Bleistift zeichnen, um die entsprechenden Erfahrungen zu machen, auch wenn man ein Auto hat oder mit der Bahn fahren könnte. Wo du nicht zu Fuß gewesen bist, da bist Du nicht wirklich gewesen. Wovon Du keine Zeichnung gemacht hast, das hast Du nicht wirklich gesehen. Und jetzt kommt Ihr mit Eurem Holzschnitt! Bin gespannt!