












Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth














Es ist keine Kunst, Performance zu machen, wenn viele Leute zuschauen, samt Presse und Fernsehn und so.
Die wahre Kunst: Performance machen, wo keiner zuschaut.
Das schreibt Sibylle Blaumann, am linken Ufer sitzend und damit hat sie recht. Vielleicht wäre sie mit diesen Gedanken auch eine begabte Tapirimitatorin? Die Welt braucht mehr Tapirimitatoren! Und man sollte diese Bewegung auch im schwäbisch-badisch-württembergischen Raum wiederfinden!

Öl auf Pappe, 12.4.10, 30x40cm

Öl auf Pappe, 9.4.10, 30x24cm

Öl auf Pappe, 6.4. und 12.4.10, 24x30cm

Öl auf Pappe, 30x40cm, 12.4.10







Eine Ausstellung zusammen mit Petra Jung, Vera Kattler, Philipp Strobel und Stephan Flommersfeld. In der 90-Tage-Galerie in Bardenbach (bei Wadern). Im nördlichen Saarland, dort wo nur noch vereinzelt Menschen anzutreffen sind. Erfreulich viele haben zur Eröffnung trotzdem den Weg aus den zivilisierten Bereichen hierher gefunden, trotz umfangreicher Vollsperrungen der A1 Richtung Norden (da war wohl die Saarbrücker Kunstkartell-Mafia mit ihrem stark vernetzten Beziehungswerk am Start). Das war schön. Geplant wurde zur Finissage spontan eine zwölfstündige Tapirimitation von Vera Kattler, parallel dazu liest Klaus Harth die komplette Autobiographie von Erich Honecker und Petra Jung tanzt ein sozialistisches Tanzimitat. Oder so was Vergleichbares. Ebenfalls wurden die ersten Wöllsteiner Tapirimitatorentage geplant, der Termin steht noch nicht fest. Wir suchen noch einen Verlag für unser Buch: Anleitung zum Tapirimitieren. Es gibt noch zuviele Tapitimitatorenamateure. Dies muss geändert werden. -> für vorbereitetende Studien und Beiträge.
PS: Eine Zeitungsnotiz in der Saarbrücker Zeitung vermeldet: Im gerade sich im Dreh befindlichen neuen Saar-Tatort wird (in Marpingen?) eine Performance-Künstlerin ermordet! Yeah! Wieder mal voll aus dem Leben gegriffen! Darauf haben wir schon lange gewartet. Aber interessant, wie dann doch so langsam die Kunsthochschule die Vorstellungsweilten im gesamtgesellschaftlichen Kontext beeinflusst. Interessant finde ich auch, wenn man sich vorstellt, wie man sich jetzt den Prototypen der Performancekünstlerin vorstellt. (Und wieso gibt es in dieser Vorstellungswelt nie Performancekünstler, wieso ist dies ein typischer Frauenberuf? Weil man da so gut Familie und Beruf miteinander vereinbaren kann? Fragen über Fragen. Vielleicht hat ja mal jemand ne Antwort. Vielleicht liest das ja auch mal n verantworlicher Redakteur vom SR. Falls es sowas geben sollte…)
aus einem Interview mit Wolf Haas aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von gestern (es ging um Schreiben und um Sport):
Vielleicht liegt die Haupterkenntnis darin, dass sich die besten Effekte nicht planen lassen, sondern im Moment entstehen. Bei den ganzen Fußballdiskussionen wird immer behauptet, es gäbe eine Richtigkeit und ein System, und in mancher Hinsicht stimmt das ja auch. Aber wenn dann der Messi links abbiegt statt rechts, dann ist das eben doch besser, dann entscheidet nicht die Richtigkeit des Systems, sondern der einzelne geniale Schachzug. Im Sport gibt es den Mythos der Ideallinie. Aber man kann langsam auf der Ideallinie fahren – und schnell daneben.
Was heißt das, auf das Schreiben übertragen?
Dass man nicht zu brav sein darf. Es gibt beim Schreiben Regeln, wie ein Plot zu funktionieren hat, Gesetze der Dramaturgie. Das ist alles hilfreich. Auch ich mache mir vorher ein Konzept, ein System, aber richtig gut wird es nur, wenn ich mich nicht dran halte, wenn ich weiß, jetzt müsste ich links abbiegen, damit die Dramaturgie stimmt, aber es ist viel lustiger, rechts abzubiegen. Ich entscheide mich im Zweifel immer für den Moment, für den Übermut und gegen die Richtigkeit. Dadurch werden die Dinge interessant, auch im Sport.

Öl auf Pappe, 9.4.10


beide Öl auf Pappe, 9.4.10

Öl auf Pappe, 24x30cm, 6.4.10

Graphit auf Papier, 7.4.10, abends

Tusche auf Foto, 6.4.10
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Eröffnung um 16 Uhr, Am Fels 1 in Bardenbach. zusammen mit Petra Jung, Vera Kattler und Stephan Flommersfeld und Philipp Strobel.
aus dem Einladungstext:
„Ebelin“ nennt Petra Jung ihre aus Wattestäbchen gefertigten Objekte. Sie verwendet dieses Material, weil es sie an Kokons erinnert. Kokons symbolisieren für Jung Verpuppung, Verwandlung und Weiterentwicklung. Kokonartige Objekte tauchen auch immer wieder in ihrer Malerei auf, die geprägt ist von Zartheit, Leichtigkeit, aber auch von der Flüchtigkeit des Augenblicks erzählt.
Fühle ich mich beobachtet? Beobachte ich selbst? Fühle ich mich gar ertappt? Vera Kattler beschäftigt sich in ihrer Malerei mit Tieraugen, die mal verspielt, mal weise, mal bedrohlich scheinen. Dabei spielt der Betrachter selbst eine wesentliche Rolle, denn seine Reaktion auf die Blicke verrät ihm viel über sich selbst. Über das Motiv „Auge“ findet Kattler zu Formulierungen, die sich auch auf abstrakter Ebene lesen lassen.
Philipp Strobel erfindet in seinen Objekten die Geometrie der Pflanze. Trotz kubischer Anordnung der Vierkantstahlstreben entsteht der Eindruck einer nach oben wachsenden Form. Die knotigen Verdickungen erwecken den Eindruck organischer Wachstumsprozesse.

Graphit, Tusche, Tuschereste, Papier, 21×30,6, 6.4.10

Öl auf Malpappe, oval, 30x40cm, 3.4.10




Tuschen, bedrucktes Papier, 2.4.10, 20,5×29,7cm

Öl auf Karton, 24x30cm, 31.3.10
Einige dieser Zeichnungen beruhen auf Vorlagen aus einem alten Vorlagenbuch, die bereits tatsächlich früher (2002 – 2005) als Grundlagen für die ein oder ander Formulierung herhalten mussten. Das Wiederaufgreifen ist interessant. Zumal ich jetzt auch wieder einen funktionstüchtigen Plattenspieler habe und auch Musik von früher wieder neu hören kann. Parallel.








Alles Grüne muss man sich hier weiß vorstellen. (Und alles Graue grün?)
Heft Nr. 38 der Berliner Gartenzeitschrift Balkon und Garten steht unter dem Thema SCHWARZ UND WEISS. Es gibt darin Beiträge von: Ursula Achten Sibylle Blaumann Lisa Borscheid Sara Bouschard Harri Brill Gerd Brunzema Erika + Helmut Buttke Elisabeth Eberle Eva Engler Dirk Gebhardt Catrin Schmid-El Gendi Simone Gülde Klaus Harth Christine Kahlau Wolf Klein Kai von Kröcher Calin Kruse Leslie Kuo Jörn Lauterbach Andreas Praetsch Elly Prestegaard Gianna Schade Jo Spittler Zuzanna Skiba Johanna L. Wange Katja Windau und Rita Zepf. Der Beitrag von Cornelia Weber ist leider nur auf dem blog zu finden, aber immerhin. Das Heft erscheint in 150 Exemplaren (nummeriert) und ist für fünf Euro zu haben. Fünf Euro und man hat was für’s Leben. Liebevoll fadengeheftet. Mit leicht grün schimmerndem Streifen im Falz. Und wird vielleicht sogar zum Abo verführt! Und überhaupt die Idee, die hinter Balkon und Garten steckt! Danke an Anke Wulffen.

Tuschen auf bedrucktes Papier, 21×15, 30.3.10