ein tag in wöllstein für düsseldorf

Heute Vorbesprechung zu einer Ausstellung in der Düsseldorfer Produzentengalerie plan d Ende des Jahres. Zusammen mit Ute Thiel, Susann Gassen, Martin Wilhelm und Stephan Flommersfeld. Bei dieser zweiten Vorbesprechung waren wir zu dritt und haben am Schluß schön Fisch und Salat gegessen (und die ein oder andere Pellkartoffel).

Für mich einer der Kernsätze des Tages: „Man muss die Dinge nicht in Bezug bringen, sie sind in Bezug.“

Außerdem drehten sich die Gespräche immer wieder um das als solches begriffene Gegensatzpaar: INSZENIERUNG versus TREFFEN, zur Verdeutlichung als Verben: inszenieren gegen „einen bestimmten Punkt treffen“.

Die Ausstellung wird den Titel „ephemer“ tragen.

 

Oberstes Foto von Stephan.

Darunter das „Milchmädchen“, Idee und Konzeption des Fotos und selbst auf dem Bild : Ute Thiel.

Darunter zwei Zeichnungen auf dem Bahnhof Bad Kreuznach aus dem Skizzenbuch.

 

das wäre Ihr Tag gewesen:

Seit langem mal wieder ein guter Tag: begann mit Verspannungskopfschmerzen, die sich bis gegen 16 Uhr hingezogen haben, und die mich doch bei dem ein oder anderen recht behindert haben. Mittags Fisch und Gemüse zubereitet und verspeist, ausgedehnter Mittagsschlaf, anschließend Kopfweh wenigstens weg. In einem recht schönen Buch gelesen, nett geplaudert und mich dann maßlos über die telefonische Reaktion eines A……..s von Handwerker geärgert, den ich beim besten Willen nicht empfehlen kann, mit dem wir aber leider einen Vertrag haben und wir am liebsten gerne ohne Stornogebühr da wieder rauskämen. Bisschen gemalt, leider weniger als ich eigentlich wolte, weil ich mich so geärgert habe, auf’s Fahrrad und was wegstrampeln, nach wenigen Kilometern Platten gehabt und Fahrrad zurückschieben müssen, und das mit meiner angeschlagenen Achillessehne. Auf dem Weg meinen alten italienischen Nachbarn auf dem Friedhof getroffen, der mir ungefährt 1 Stunden lang Sachen erzählt hat. War aber ganz unterhaltsam und hat mich von meiner Wut abgelenkt. Und vielleicht geh ich jetzt runter in den Keller und stelle fest, dass mein Fahrradreparaturwerkzeug irgendwie und irgendwo verschollen ist. …

jetzt vormerken:

Musée d’Art Moderne, Luxembourg:

17/08/2014, 11h-17h durchgängig
My wife is a little kränk
Präsentation & work in progress

Spartenübergreifendes Ausstellungs- und Performanceprojekt des Künstlerkollektivs „my wife“ (Wort, Bild, Musik)
Monika Bagdonaite, Viola
Katharina Bihler, Text/Stimme
Julien Blondel, Violoncello
Klaus Harth, Zeichnungen/Malerei/Film
Stefan Scheib, Kontrabass/Hörkunst
Nach dem Prinzip der „stillen Post“ hat das Künstlerkollektiv „my wife“ bereits im vergangenen Jahr Folgen von aufeinander reagierenden Werken aus allen möglichen künstlerischen Disziplinen erstellt: Texte, Zeichnungen, Klangstücke, Filme u.a. Im Mudam werden die Ergebnisse dieses Prozess’ gezeigt und live in einer von Spontaneität geprägten, performancehaften Actio-Reactio auch interaktiv mit dem Publikum weitergesponnen.

selbst gezeichneter Ausstellungskatalog

Gestern auf den letzten Drücker noch in Köln gewesen in der Pierre Huyghe-Ausstellung im Museum Ludwig. Und es war interessant: Ich war schon seit langem in keiner Ausstellung mehr, wo ich in der ersten Viertelstunde erstmal überhaupt keinen Zugang gefunden habe, wo sich die Dinge nicht irgendwo geöffnet und einen Ansatz des begreifenden Betrachtens ermöglicht haben. Doch so allmählich, spätestens ab einem Werk, das sich um eine Kristallhöhle in Südamerika drehte, Crystal Cave, bzw. dann insbesondere dem Film A Journey That Wasn’t, erschließen sich Formen und Ansätze auch anderer Arbeiten. Ich habe bewusst versucht, auf das Lesen des Beiheftes in der Ausstellung zu verzichten und habe mir die Hintergründe erst zuhause angelesen, um herauszubekommen, was sich alleine formal erschließt. Bei Einigem bleibt man ohne erklärenden Text dann doch etwas ratlos zurück, andere Dinge entfalten ihren Charme durchaus von alleine, und bei anderem öffnet einem der Kontext die Augen. Und man kommt dadurch geistig in Bewegung und verlässt die Ausstellung anders, als man sie betreten hat. Auslöser für den Besuch war übrigens ein Fernsehbericht im WDR, wo insbesondere auch der Name Announcer gezeigt wurde: Jeder Besucher wird von einem Museumsangestellten nach seinem Namen gefragt, der daraufhin laut in den Ausstellungsraum gerufen wird. Eine einfache Geste, die aber sofort deine Wahrnehmung von dir in diesem Raum verändert. Und wenn man sich dann selbst wieder in den Ausstellungsräumen bewegt und immer wieder in unregelmäßigen Abständen die gerufenen Namen hört, wird auch daraus wieder eine interessante Musik.

welt

Der Fehler beginnt schon dort, wo man morgens mit dem Auto seine Brötchen holt. Binsendings. Und heute morgen dann ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung, überschrieben mit „Beim perfekten Urlaub müssen Preis und Leistung stimmen“. Eigentlich ist diese Überschrift bereits ein Gedicht. Unglaublich, was da drin steckt an falschen Lebenserwartungen. Im Text geht es dann wie folgt: „…So gehören zu den ermittelten Top Ten für ‚Das perfekte Urlaubsglück‘ auch eine schöne Natur, Gastfreundschaft und freundliches Personal, Atmosphäre und Gemütlichkeit, Harmonie, leckeres Essen, Ruhe und Erholung, warmes Wetter und viel Sonne, ein gesundes Klima und eine unkomplizierte Anreise.“ Die Welt als Wille und Vorstellung. Vielleicht sollte man für einen solchen Urlaub den Schopenhauer-Preis kreieren?? (siehe Sisyphos-Preis?)