konjunktief

hätte sich A sich nicht 1994 eine klarinette gekauft, dann wäre er nicht elf Jahre später mitB in dem kleinen ort C aufgetreten, dann hätte ihn D nach seinem auftritt auch nicht ansprechen können, sie hätten sich nicht ineinander verliebt, würden nicht zusammen leben und hätten sich sieben Jahre später kein haus gekauft, ihr schwager E hätte dort die elektrische anlage nicht neu gemacht und sein stiefsohn F, dem es gerade nach drei abgebrochenen Studiengängen an antrieb und perspektive mangelte, hätte ihm nicht dabei geholfen; das stromkabel-verlegen hätte E dann keinen solchen spaß machen können, dass er mit knapp 28 jahren eine elektriker-ausbilder begonnen hätte, und er hätte dann auch nicht in der parallelklasse der berufsschule seine jetzige freundin kennenlernen können.

WALD

Sommer-Malkurs: Thema Wald

Wir treffen uns zwei Tage lang in einem Waldstück bei Saarbrücken. Das Thema wird zeichnerisch auf unterschiedliche Art und Weise angegangen. Verfall. Wachstum. Licht. Schatten. Kohle. Graphit. Tusche. Farbstift. Naturstudie und freie Interpretation. Der Wald bietet in seiner Vielfalt und seinem Artenreichtum ein breites Spektrum an Motiven und Interpretationsmöglichkeiten. Wir arbeiten und bewegen uns in dem darzustellenden Objekt. Der Kurs ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
In einer Vorbesprechung klären wir, welche Materialien wir benötigen und wo wir uns treffen werden.

Beginn: Donnerstag, 23. Juli 2015
Ende: 26. Juli 2015
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Uhrzeit: Siehe Termine
Dauer: 3 Termine
Bitte Beachten Sie die individuellen Terminangaben:

Vorbesprechung: Do. 23.07.2015, 18:00 Uhr
Altes Rathaus, Raum 13
Sa./So., jeweils 10:00 ? 17:00 Uhr
26./27.07.2015, 2 Termine

(In Kalender speichern)Termine:

Datum Beginn Ende Ort
Do 23. Juli 2015 18:00 18:45 13 Saarbrücken, Am Schlossplatz Altes Rathaus, Raum 13 Anfahrt
Sa 25. Juli 2015 10:00 17:00 13 Saarbrücken, Am Schlossplatz Altes Rathaus, Raum 13 Anfahrt
So 26. Juli 2015 10:00 17:00 13 Saarbrücken, Am Schlossplatz Altes Rathaus, Raum 13 Anfahrt
Leitung:
Klaus Harth
(Diplom Bildende Kunst)
Nummer: 2437
Ort:
Am Schlossplatz, 66119 SaarbrückenAnfahrt
Raum:
Altes Rathaus, Raum 13
Außenstelle: A/Saarbrücken
Gebühr:
45,00 €

ermäßigt: 40,00 €

glück

Die Arbeiten von Amelie von Wulffen habe ich 2005 bei meinem Solo-Ausflug nach Paris, der eigentlich auch noch ein paar Worte wert wäre, eher per Zufall im Centre Pompidou gesehen, weil ich da halt eh mal wieder reingeschlappt bin, knapp 20 Jahre nach meinem Erstbesuch. Paris ist ja einfach zu weit weg. Und das fand ich interessant und habe mir das Katalögchen gekauft. Und im letzten Jahr habe ich in der taz eine Kritik ihres, soll man es Comic-Buch nennen?, jedenfalls ihres Bildergeschichten Bandes „Am kühlen Tisch“ gelesen, die mich neugierig gemacht hat. Und vorgestern habe ich es in der Buchhandlung abgeholt (noch kann man das, sogar in Neunkirchen, und sogar nicht Thalia, noch, wohlgemerkt…), was einen natürlich auch menschlich voran bringt, weil man sieht, gerade auch in den Vorwehen des Neunkircher Stadtfestes, die geballte Kraft des Neunkircher-Menschenthums kongenial versammelt, wenn Du vorher kein Misanthrop warst: hier wirst Du einer. Die in der Buchhandlung sind aber anders. Zurück zum „kühlen Tisch“: ein Trost und eine Freude, also in der Addition ein Glück in der elenden Welt. So ehrlich, direkt und ohne Rücksicht auf Verlust gezeichnet. Und so umwerfend schamlos: Einen Albraum beendet sie mit den Worten:“ICH BIN FETT UND PLEITE. WAS FÜR EIN REALISTISCH ENDENDER ALBTRAUM…“ oder gräbt mit Goya, den sie sich als Freund und Trostpflaster zeichnet ein paar Leichen aus, u.a. Heidegger, der sie um Vergebung bittet („Ach, Amelie, ich weiß nicht, was ich sagen soll“) und dann heute unerkannt als Chef Designer bei Loden Frey arbeitet. Amelie von Wulffen wäre Gott, wenn Gott nicht schon tot wäre. Aber ich als Dokumenta Chef lade sie hiermit ganz offiziell zu meiner Dokumenta ein.

PS: Und übrigens: Karthago sollte zerstört werden!

PPS: Kunsthistoriker sollten keine Kuratoren sein.

PPPS: Kunsthistoriker sind die natürlichen Feinde der Künstler.

PPPPS: Kuratorentum ist eh ein Ding von gestern (bisschen Feudalherrentum), was man daran sieht, dass es jetzt auch an Hochschulen geleert wird.

zwischendurch


Besser als der Trailer: ein gut gemachter vielschichtiger Film zum Thema, ja, was ist eigentlich das Thema? Ausgehend von der eigenen Depression geht ein erkrankter Arzt diversen Fragen nach, die mit Gen-Engeneering, Krankheit und persönlichem Selbstverständnis zusammenhängen. Und Tony Cragg kommt auch drin vor. Und für mich natürlich wieder eine schöne Fußnote des alltäglich fließenden Daseins (und bisher von mir ungewusst), einer der „Päpste“ der Genomforschung hört auf den Namen George McDonald Church. Wenn man das erfinden würde, würde doch jeder sagen: vielleicht etwas platt. Naja, Thomas Mann nennt auch eine junge todkranke Patientin im Zauberberg die kleine Gerngroß…

elend und symmetrion

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Beim unteren Blatt (ca. 79 x 102) haben sich dann klammheimlich Saul-Steinberg-Erinnerungen eingeschlichen, was ich am Anfang irritierend, dann aber doch auch wieder in Ordnung fand. Warum auch nicht? Immerhin beinhalten diese Blätter generell Überlegungen zu bildnerischen Formen und Erzähltechniken, Verknüpfung von fotografischen Elementen untereinander und mit zeichnerisch/malerischen Kommentaren (oder manchmal sind auch die Fotos Kommentare zu den zeichnerischen Dingen), Abbild vom Abbild, letzteres ein altes Thema, hier wird das Abbild vom Abbild aber auch teilweise selbst wieder Element des Dargestellten selbst. Und Saul Steinberg war einer der zentralen Punkte der Auseinandersetzung in meinem ersten Semester vor 20.000 Jahren, warum sollte das als körperliche Erinnerung verloren gehen??

denk

Gestern abend in der Aufführung des Schauspielclubs des Saarl. Staatstheaters. Felicia Zeller: „deutsches hysterisches museum“. Premiere in der Inszenierung des Schaupielclubs.
Wie immer bei Laienspielgruppen: Man hat Lust am Spielen, aber nur die wenigsten können es. Das hat im letzten Jahr besser geklappt, in diesem Jahr zeigen sich die Wahrnehmung des Stückes beeinflussende Mängel. Es gibt einige wenige, die ihrer Rolle eine Gestalt geben, ihr Leben einhauchen, wo man das Gefühl hat, hier geht es um etwas. Andere kämpfen leider sehr mit ihrem Text, und man fragt sich, was sollte mir dieser Dialog, diese Szene hier jetzt eigentlich mitteilen. Das fragt man sich übrigens bei dem ganzen Stück. Soviel verschenktes Potential, kein einziger Gedanke wird vertieft, alles nur angeschnitten und sprachlich gibt das auch nur in den allerwenigsten Fällen etwas her. Eine Menge unzusammenhängender Szenen, die einem ernsten Thema, das man durchaus auch hätte klamaukhaft auf die Spitze treiben können, was das Stück aber nicht tut, so dass alles ziemlich wischiwaschi bleibt. Was in der Erinnerung bleibt, sind zwei bis drei doch berührend gespielte Einzelszenen und ein einziger Regieeinfall: wie Claudius (hieß er so?) und Klaus nach jeder ihrer Szenen zusammen auf dem Skatebord wieder zu ihren Sitzplätzen fahren, verquer stehend und die Arme wie ein Engel ausbreitend.

Letztes Jahr war ich zweimal hintereinander in der Aufführung des Schauspielclubs, weil es so mitreißend war. Nächstes Jahr bitte wieder ein besseres Stück!