
Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth

Im Corona-Jahr beteiligen sich Klaus Harth, Albert Herbig und Jürgen Rinck, die sich u.a. aus gemeinschaftlichen Aktionen mit dem Mainzer Kunstverein Walpodenstraße kennen, mit einer gemeinsamen Aktion vor der Saarbrücker Galerie [SALI E TABACCHI] am Parking Day 2020 in Saarbrücken.
Der Titel der Aktion verwies dabei auf „Die zwei Mysterien“ von René Magritte aus dem Jahre 1966.
Die Frage des Umgangs mit dem gemeinsamen öffentlichen Raum wurde in Form von Collagen, Zeichnungen, Fotografien und Texten aufgegriffen
Seit jeher dreht sich Jürgen Rincks Arbeit um das Thema Radfahren: Langsamkeit, Hinschauen, Achtsamkeit und die sich damit automaitsch einstellende Sorgfalt. Literarisch und bildnerisch.
Unter dem Titel „100 Jahre Langsamkeit“ präsentiert dieser Band erstmals einen Querschnitt durch dieses mäandernde Werk in gedruckter Form. Ebenso findet sich hier Albert Herbigs Collage-Serie „Ceci n´est pas une voiture“ komplett dokumentiert. Dazu kommt eine Auswahl aus der „gegend“-Serie von Klaus Harth. Sowie als kleine Intermezzi Stempelbilder aus der gemeinsamen Produktion am Parking Day und während der sich daran anschließenden Ausstellung.
Wem die Ausstellung gefallen hat, dem gefällt auch dieses Buch.

Tu es einfach zu den anderen. Aber dafür musst Du es natürlich erstmal kaufen. Unter der ISBN 9783752685701 ist es wohlfeil unter den im Buchhandel üblichen Verfahren zu erwerben. Oder bei mir direkt. Noch hab ich ein paar exemplarische Exemplare. mail to: klaus_harth@web.de oder in den Kommentar schreiben! 🙂
EINLADUNG
Mo 26.04.2021 I 19.00 Uhr
Buchvorstellung
Kurt Emser – Wider die Schönfärberei

Moderation: Nicole Baronsky-Ottmann, Kunsthistorikerin und -journalistin
Mit Jörg W. Gronius, Klaus Harth, Antje Hecker, Albert Herbig, Dr. Mazurkiewicz-Wonn
Musik und Performance: Stefan Scheib/Julien Blondel/Johannes Schmitz/Klaus Harth
Der 2017 verstorbene Kurt Emser war ein kritischer Geist und betrachtete die Auswüchse des kapitalistischen Wirtschaftslebens mit großer Skepsis. Entsprechend waren ihm die Gewinner des Systems — die Typen, die einem das Leben absaugen — zutiefst suspekt, während er viel Sympathie mit den Verlierern desselben hegte. So verwundert es wenig, dass diese Haltung auf vielfältige Weise auch in den Arbeiten Kurt Emsers zu Ausdruck kam: Arbeiten, in den er Obdachlosen ein Denkmal setze, Arbeiten, in denen er die Verpackungen der glitzernden Warenwelt übermalte und Arbeiten, in denen er die Reichen und Schönen dieser Welt auf die Bühne holte. Vier Jahre nach seinem Tod präsentieren die Herausgeber Klaus Harth, Antje Hecker, Albert Herbig eine umfangreiche Monografie über das Leben und Werk Kurt Emsers.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Heinrich Böll Stiftung Saar, die Stiftung ME SAAR sowie die SaarlandSporttoto GmbH.
Das Buch trägt den wunderschönen Zweitnamen ISBN 978 3 75 264150 9 und kann im wohlsortierten Buchhandel bestellt werden. Wir haben natürlich am Präsentationsabend ein bis fünf Exemplare vorrätig, die man direkt vor Ort bei uns erwerben kann.









die neuen Handstempel, die – hoffentlich – zum Einsatz kommen beim Hüttenfestival der Freien Szene Saar Ende Juni in der Erzhalle in Völklingen. 🙂
Si tacuisses, philosophus mansisses. Im Zeitalter des sozialen Medienzeugs: nirgends mehr Philosophen. Nur noch: viele.


Ein schöner Arbeitstag: Proben-Check mit Daniela Daub. Auf dem Weg zu einem kleinen Bühnenprogramm mit Texten, Projektionen und musikalischen Beilagen.


Wem tut die Homöopathie eigentlich was Böses? Die Frage muss man sich ja schon einmal stellen dürfen. Von allen Seiten wird scharf geschossen. Merkwürdig. Wo es sich doch angeblich nur um Humbug und Scharlatanerie handelt. Die taz textete „Hokus Pokus Globuli“, die FASZ verteilt auch immer mal wieder eine mehr oder weniger deutliche Spitze. Und gestern dann auch nochmal im Tatort aus Wien schwerste Geschütze. Häh? Wer fühlt sich hier bedroht und schlägt so heftig um sich? Non capisco perchè.
Kurz zu meinem Hintergrund: Vor ziemlich genau 15 Jahren bin ich zum erstenmal mit klassischer Homöopathie in Berührung gekommen. Als diesem Phänomen absolut neutral entgegenstehender Mensch. Ich kannte das Wort. Sonst nix. Ich habe damals eine Homöopathin in Ausbildung kennengelernt, die mir das ein oder andere erzählt hat. Klang interessant. Und mir mein Konstitutionsmittel verabreicht hat. Mit dem Ergebnis, dass ich einen Tag später einen dicken, fetten Eiterpickel auf der linken Wange hatte. Den Tag darauf einen dicken, fetten Eiterpickel auf der rechten Wange.
Nun muss man wissen, dass ich bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr etwa mit dicken, fetten Eiterpickeln übersät war, nicht nur auf den Wangen. In meiner Hilf-, Ratlosigkeit und Verzweiflung erklärte ich mich damals bereit, ein neu auf den Markt kommendes Medikament zu testen. Roaccutan. Möglicherweise leberschädigend (sic!), deshalb wurde das regelmäßig überwacht. Es hat geholfen und ich war`s zufrieden. Allerdings habe ich das Leid um diese Zeit und diesen Hautzustand nie vergessen.
Und kaum schlucke ich mein Konstitutionsmittel, wird, so sprach die Homöopathin, die von dem Medikament nur unterdrückte Krankheit angetippt und kommt wieder zur Erscheinung. Und zwar stante pede. Es war ihr ausdrücklich peinlich, mir diese Pickel ins Gesicht gezaubert zu haben. Sie wusste nix von meiner pubertären Leidensgeschichte. (Und bis zu diesem Konstitutionsmittel-Moment waren die Pickel auch nie wieder ans Tageslicht getreten.)
Mit dem Placebo-Effekt braucht mir keiner zu kommen, der ja oft im Zusammenhang mit der Homöopathie bemüht wird. Placebo-Effekt setzt auf Heilung durch Glaube an die Wirksamkeit eines Mittels. Wer dran glaubt, wird geheilt. Auch die Schulmedizin setzt durchaus auf solche Effekte. Soweit, so gut. Und vielleicht trifft das manchmal sogar zu.
Aber lässt es sich denn damit so einfach abtun?
Gibt es denn auch einen negativen Placebo-Effekt? Dass etwas passiert, was ich mir gar nicht wünsche?
Dass es auch passiert, ohne dass ich weiß, dass es passieren soll?
Dass ich in psychische Nöte stürze, weil ich irrtümlich das Medikament von jemand nehme, den es stabilisieren sollte?
Das will mir nicht so ganz einleuchten.
In der klassischen Homöopathie gibt es den Begriff der Arzneimittelprüfung. Das heißt: Man nimmt ein Präparat, dass eigentlich gar nicht für einen gedacht ist, und bekommt in der Regel die Symptome eines Leidens, für das das Präparat gedacht ist. Auch dieses habe ich an eigenem Leibe erlebt, unbeabsichtigt und unwissentlich. So werden übrigens im homöopathischen Verfahren generell die Wirksamkeiten der Präparate getestet. Und wer einmal eine Materia medica von innen gesehen hat, wie dort aberhunderte Arzneien in detailliertester Wirkung getestet wurden und beschrieben werden, kann eigentlich kaum noch von, ja von was eigentlich, sprechen? Humbug? Scharlatanerie? Unwissenschaftlichkeit?
Ich staune auch immer wieder über all die Menschen, für die es von vorneherin Humbug sein muss. Aus eigener Erfahrung? Oder weil die Wissenschaft, wie immer betont wird, keinerlei Wirkung belegen kann? (Oder will?)
Oder dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Weil ich es mir nicht vorstellen kann?
(Da hätten wir in den Köpfen vieler im aktuellen Covid19-Scheiß ja weitere hübsche Beispiele.)
Da komme ich in ein merkwüdig philosophisches Dilemma: Ich spüre am eigenen Leib, ohne dass ich es eigentlich will, quasi gegen meinen Willen, ohne dass es mich eigentlich interessiert, entsprechende Wirkung und alle schreien: gibt es gar nicht! Aber es ist keine Fehlinterpretation von Welt wie bei den aktuell ach so beliebten Fake-News: ich kann es an meim Körper beobachten. Hmmm.
Und nochmal: hmm. Eigene Wahrnehmung und Wirklichkeit. Ein echtes philosophisches Problem.
In der klassischen Schulmedizin gab und gibt es immer nur state of the art. Das liegt in der Natur der Wissenschaft. Der aktuelle Stand der Erkenntnis isr der aktuelle Stand der Erkenntnis. Und das ist auch gut so. Und alle betonen immer wieder, dass es ein Merkmal der Wissenschaft sei, dass sie sich weiterentwickle und aus ihrem Nichtwissen und ihren Irrtümern lerne. Ihre Ekenntnisse immer wieder überprüfe und weiterentwickle. Und es wäre schön, wenn sich alle immer darüber bewusst wären. Dann wäre man in vielem vielleicht ein wenig bescheidener.
Homöopathie ist ein Ansatz, der sich dem Individuum und seiner ganz speziellen Konstitution verpflichtet fühlt. Auch hier wieder ein Verweis darauf, wie speziell die Wirkungen verschiedener Präparate in einer Materia medica ausdifferenziert sind. Habe ich Bluthochdruck, bekomme ich von der Schulmedizin denselben Betablocker wie mein Nachbar. Denselben Blutverdünner wie meine Mutter. Und nicht zuletzt eine sich in ihrer Wirkung oft aufhebenden und widersprechende Medikamentierung, speziell im Alter, wenn ich für jedes Gebrechen ein eigenes Medikament verpasst bekomme. Auch das kann man ja immer wieder erleben: dieser Spezialist verschreibt – nur so als Beispiel – Cortison, was aber der Wasseransammlung, die an anderer Stelle im Körper ein Problem stellt, kontraproduktiv zu Gute kommt. Und auch das Blutdruckmittel führt vielleicht zu Schlaflosigkeit und innerer Unruhe. Aber wurscht. Nimm dies. Was anderes haben wir nicht. (Wer in Deutschland nimmt keinen Betablocker?).
Das was als wissenschaftlicher Beleg gilt: eine Reihe von wiederholbaren Versuchen gleicher Versuchsanordnung mit wiederholbaren Ergebnissen, widerspricht eigentlich der grundlegenden Idee des homöopathischen Ansatzes, in so fern ich das richtig verstanden habe. Man gibt halt nich 20 wahllosen Probanden dasselbe Mittel und kann ähnliche Reaktionen belegen. Die Eiterpickel in dieser Größe bekomme allerdings nur ich mit meinem Konstitutionsmittel und meiner Vorgeschichte. Im Gegensatz haut Roaccutan jedem Pickelgeplagten die Chemiekeule um die Ohren und die Pickel von der Haut.
Oft erscheint mir die ablehnende Haltung vieler Schulmediziner als eine bornierte Haltung der eigenen Disziplin gegenüber. Und die Haltung vieler Nichtmediziner ebenso. Wer sagt nicht, dass man plötzlich die Wirkweisen der homöopathischen Mittel versteht? Und wissenschaftlich belegen kann? So wie man irgendwann auch kapiert hat, was Viren sind und was man dagegen tun kann. Und manchen Phänomenen vor dieser Erkenntnis hilflos gegenüber stand. Um es mit Karl-Ove Knausgaard zu sagen: „Es gab auch schon weiße Blutkörperchen im Mittelalter“.
Es geht – für mich – auch nicht darum, die beiden Ansätze gegeneinander auszuspielen. Es gibt Bereiche, in denen die klassische Schulmedizin die besseren Verfahren hat, mit einer entsprechenden Krankheit umzugehen. Alles, was mit Chirurgie zu tun hat, Versetzen in künstlische Komata etc. Aber es gibt auch Bereiche, in denen der homöopathische Ansatz das klügere Verfahren sein kann. Arnica vor OPs ist sehr hilfreich und die Niederländer haben es angeblich sogar im Rettungswagen mit dabei.
Auch damit habe ich übrigens sehr gute Erfahrungen gemacht, schon bevor ich meine Homöopathin getroffen habe.
Ich bin, so wird vielleicht deutlich, mit Sicherheit kein Dogmatiker. Ich war beim Hausarzt aber noch nie beim Heilpraktiker (ich habe ja meine Homöopathin zuhause). Aber ich verstehe aus eigener Erfahrung die Abneigung, und die derzeit zunehmende Abneigung des homöopathischen Verfahrens, gar nicht. Null. Zero. Nicht. Und ich verstehe schon gar nicht den aktuell zu beobachtenden Trend, Homöopathie öffentlich zu diskreditieren und zum Feind zu stempeln.
Zum Feind von was?
PS: Mein ganzes Zeichnen und Tun ist nur dazu da, zu verstehen, was da draußen vorgeht. Wie das alles funktioniert und was die Meschen wollen und was ich eigentlich will. In diesem Sinne war auch dieser Text jetzt einmal wichtig, als Versuch, zu verstehen, was da grade vorgeht. Weil grade so viel vorgeht, das mich zusehends verwirrt und sich einer klaren Beurteilung entzieht. In diesem Sinne.
Fotos: Stephan Flommersfeld: Garten der Lüste ca 120x 80 cm
Klaus Harth: Aquarell aus „Gegend“(die Unvergänglichkeit ist unzulänglich) A3





















Was war ich froh, es doch noch irgendwie auf den letzten Drücker geschafft zu haben: ein paar Kärtchen zu zeichnen und sie an ein paar Adressen zu adressieren. Und obwohl auf dem Briefkasten in Heiligenwald Leerung 15Uhr30 stand und ich erst um 16Uhr09 dort war, hat es noch geklappert. Heiligenwald ist Eiligenwald! Obwohl ich ansonsten immer gesagt habe: nie wieder Heiligenwald! (was aber nur mit meiner entfernteren Vergangenheit zu tun hattete.) Heute morgen erreicht mich dann noch eine Mail mit der Abbildung des Ankunfszustandes einer der Karten: so schön harmonisch wurde der Stempel auf die Bildseite eingefügt, dass es eine erste kleine Freude für dieses Jahr war: schöner hätte ich das selbst auch nicht hinbekommen!
















heute: 7Uhr50 – 14Uhr30 Arbeit in der Druckerei. Gestern ebendort von 7Uhr53 bis 18Uhr30. Danach nach Trier: Aufbau meines Parts der Ausstellung TransPosition 2. Eröffnung am 5.4. um 19 Uhr in der TUFA. Zusammen mit Ulrich Behr, Anne Haring, Leslie Huppert, Petra Jung, Vera Kattler, Susanne Schmidt, Ludwig Schmidtpeter und Claudia Vogel. Eben retour (nach kurzem Essen im Lokal neben der TUFA) gegens 22Uhr15




heute z.B. Aufbau der Ausstellung FLOMMERSFELD, die am 7.4. um 17 Uhr in der Galerie SALI E TABACCHI in der Feldmannstraße 144 eröffnet werden wird. Es wird da wohl auch eine kleine performative Einlage von Stephan Flommersfeld und mir geben. Ansonsten viele aktuelle und alte Arbeiten, so weit es der überschaubare Raum so hergibt und einen Film aus dem Haus Flommersfeld in Wöllstein, u.a. mit Fotos von Dirk Gebhardt, der versucht, den Flommersfeld`schen Kosmos nochmals in anderem Licht zu zeigen. Ich freue mich über alle Besucher. Stephan Flommersfeld ist im Saarland zwar nicht so bekannt, wenn er auch 2012 im Kunstverein Sulzbach in der Ausstellung FALSCHE VERSPRECHUNGEN mit Julia Baur, Christoph Rammacher und mir zu sehen war. Wir kennen uns seit mindestens 1991 oder so und arbeiten seit spätestens 1995 in vielen Projekten zusammen.
Die Fotos hier stammen übrigens von Albert Herbig.
Faster Moviecat Kill Kill
22. Merz Mainz Walpodenakademie