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der weg führt nicht zurück, also werfe ich einen stein vor meine füße und bin mit meinem größten feind unterwegs – wir besuchen geschäfte, in denen ich als kind gerne war, ich zeige ihm alles, alles, alles, in einem geschäft bleibt er unbemerkt zurück, ich gehe barfuß weiter und finde meine schuhe im rinnstein unter einem parkenden auto, fast zufällig

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Aus Roger Willemsens Buch „Gute Tage“, das Berichte über Begegnungen mit bekannten Menschen enthält, findet sich in dem Kapitel über Vivian Westwood folgende Sequenz:
„Was die Öffentlichkeit stattdessen erreicht, ist die Unterstellung, bei Vivian Westwood handele es sich per se um Avantgarde. Sie selbst geht mit dem Begriff wesentlich vorsichtiger um. Es habe nur Sinn von Avantgarde zu sprechen, wenn man die Opposition, die akademische, institutionell getragene Kunst dagegenhalte. Da aber augenblicklich alle Kunst akademisch sei, sich an ihrem kommerziellen Nutzen, ihrem Mark messen lassen müsse, gebe es für den sensibel Begabten heute nur noch zwei Möglichkeiten:
„Entweder er scheitert, weil er in dieser Maschinerie untergeht, oder er entdeckt irgendwas Verkäufliches, einen roten Kreis auf schwarzem Grund, dann einen schwarzen Kreis auf gelbem Grund, schließlich vielleicht einen gelben Kreis auf schwarzem Grund. Danach dreht er durch, schmeißt die Farbe gegen die Wand und verkauft das Resultat. Sie sehen: Wie beschränkt sein Blickwinkel auch sein mag, solange man ihn vermarkten kann, ist er ein Künstler. Es ist alles akademisch.“ „

aus einer Lesung von Stephan Flommersfeld

was ist bloß los mit dem schlager? keine angst! ich werde nicht singen. atemlos ist keine option. Ohne atem geht man unter. Einatmen, ausatmen … die geschichte begann mit klaus, eigentlich zwei kläusen: klaus harth – einem schwedisch sprechenden saarländer, den ich auf einem wochenendkurs für ehemalige geheimagenten kennenlernte. eigentlich war der kontakt untereinander streng verboten. doch es gab keine regelungen bezüglich des augenzwinkerns. schließlich tauchten wir unter und bildeten für kurze Zeit ein sehr erfolgreiches duo … glauben Sie das ja nicht! aber sie wissen ja: jede geschichte enthält einen wahren kern. Und der andere ist klaus kinski. eine stimme, die ich sprengen wollte, in ihre partikel zerlegen und als schnupftabak für superhelden an den mann bringen wollte. Doch das produzierte lauter schlecht gelaunte grüne männer, die wild waren nach erdbeermündern

aus gegebenem Anlass (jetzt aber mal hopp!):

Wer am 10. Juni keinen Geburtstag feiert, nicht auf der Mainzer Museumsnacht unterwegs ist, nicht im sali e tabacchi in Saarbrücken fünfjähriges Bestehen mitfeiert, für den gibt es eigentlich keinen Grund und keine Ausrede (ok, ok, kein Geld…das kann ich leider gut nachvollziehen), sich nicht anzumelden und seinen zeichnerisch-künstlerischen Horizont zu erweitern.

http://www.bosener-muehle.de/kursprogramm/workshops-erwachsene/2-erwachsene/197-toetal-schoen-irgendwie-zeichnerisches-simultanschach

Ballaststoffe

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Alles muss raus: Mein Bilderlager in Wiebelskirchen muss weichen. Hat auch seine Vorteile. Führt aber auch dazu, dass ich in der Vergangenheit wühle und wühlen muss. Derzeit aber psychisch und physisch stabil. Vieles fliegt raus. Vieles bleibt. Sichten, denken, packen, schleppen, autofahren, ausladen, schleppen, denken, ordnen. Malerei ist ein olfaktorisches Problem. Man könnte auch damit aufhören.

kurt

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eben erreicht mich die nachricht, dass Kurt Emser gestern verstorben sei. deshalb herrscht hier erst einmal schweigen.

gesehen

Noch was Schönes: Letzte Woche habe ich übrigens die Tartuffe-Inszenierung im Saarländischen Staatstheater gesehen. Inszenierung: Michael Talke. Seh flott, sehr frech, sehr sehenswert!

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sie findet wieder statt: die landeskunstausstellung. ach nee, so heißt das ja nicht mehr, sondern saarart 11. die letzte hieß schon saarart 10. was ich für etikettenschwindel halte, wenn man von dem schön unprätentiösen landeskunstausstellung weggeht, dann sollte man es auch ehrlicherweise saarart 1 und saarart 2 nennen. aber egal.

jetzt sind das hier natürlich wieder sehr uncoole gedanken, denn hier schreibt jemand, der zum 2. mal nicht dabei sein darf. es verletzt mich nicht so sehr wie vor 4 jahren, andere menschen verstehen scheint`s besser, um was es mir geht und lassen mich mitspielen. die frage ist natürlich, ob man hier auch mitspielen wollen sollte.

künstlerisches tun war für mich auch immer ein akt der radikalen selbstbehauptung. anpassung oder wagnis.
was ich glaube, insbesondere jetzt auch im hype um diese saarart 2, zu beobachten, ist folgendes:
soviel tamtam war bisher noch nie:
facebook-präsentation, fast täglich ein fetter artikel in der saarbrücker zeitung, sogar auf der titelseite des blattes ein foto einiger in der sonne ausruhender artistik-studenten nach gelungenem aufbau ihres raumes im pinguisson-bau. interessant an diesem foto: das werk im vordergrund ist unscharf, die ruhenden studenten im hintergrund fokussiert. auf der TITELSEITE! dorthin schafft es bei der saarbrücker sz noch nicht mal die documenta.

spontaner gedanke 1 zu dem, was mir bisher als öffentliche abbildungen dieser ausstellung entgegengehüpft ist:

kunst ist nur dann kunst, wenn sie nach kunst aussieht.

spontaner gedanke 2: wieso schafft es keiner der bisherigen kuratoren, alwin alles oder kurt emser zu zeigen? wieso?? oder auch luwig schmidtpeter, dessen raum in der freibruger ausstellung ich ungemein frisch und interessant fand?

spontaner gedanke 3: wir sind jetzt dort angekommen, wo derzeit die politik mit der kunst hin will: event-charakter. brandings. viele besucher.

spontaner gedanke 4: durch die struktur, die man dem ganzen unterlegt, fördert man nicht die außergewöhnliche position, nicht das eigenwillige, sondern das, was nach kunst aussieht.
ich kann mich nicht erwehren, an einen satz horst janssens zu denken, der ja am schluss leider auch sehr ins manirierte und gefällige abgerutscht ist, der aber mal formuliert hat: „…deshalb ist ja auch so leicht ein gewerbe draus zu machen.“

spontaner gedanke 5: eigentlich riecht es nach einer gewerbe-schau.

was nicht heißt, dass sich nicht das ein oder andere interessante und anregende werk finden lässt. ich hoffe es doch zumindest. leslie huppert kriegt eine einzelshow im gesamtkontext.

alwin alles bleibt im dunklen. (immerhin wurde er von der saarbrücker zeitung in diesem jahr mal mit einem schönen artikel gewürdigt.)
und kurt emser hätte ich eine teilnahme so unendlich gewünscht, weil es bei ihm wirklich um etwas geht in seinen bildern. das ist aber irgendwie nicht erwünscht. das wäre mir tausendmal lieber als jeglicher graffiti-kunstgewerbe-scheiß.

ok, ok, bin schon weg.

Wir bilden uns ein Wir bilden aus.

Saisoneröffnung in der Walpodenakademie!

Was es Neues gibt, was wir planen und was wir überhaupt so machen…. Das Wochenende der offenen Akademie mit Impressionen aus achtzehn Jahren partizipativer und interdisziplinärer Kunst- und Kulturarbeit sowie aktuellen Projekten, Statements und Aktionen.
Samstag 22. April 18-22 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Vorleseabend: Bringt Eure (kurzen) Texte mit und lest vor!
Sonntag 23. April 14-18 Uhr: Kaffee Kuchen Kunst


Mainzer Kunstverein Walpodenstraße 21 e.V.
Walpodenakademie
www.kunstzwerg.net

MALEN UND ZEICHNEN IM WILDNISCAMP

Wald-Lisa-BorscheidOffene Waldlandschaft (Lisa Borscheid)

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Wald-Skizze von 1991 (Klaus Harth)

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Klaus Harth im Wald (späte 60er).

Wir geben keine Ruhe!

Es ist nämlich wieder so weit:

Die Initiatorin Stefanie Mohra schreibt Sätze, denen ich nichts Entscheidendes mehr hinzuzufügen vermag:

Mal-und Zeichenkurs im Urwaldcamp
Sonntag, 07. Mai, 10.30-17.00

Liebe Natur-und Kunstliebende,
auch in diesem Jahr wird es zwei Mal-und Zeichenkurse im Urwald an der Scheune Neuhaus mit Klaus Harth geben!
Der Urwald bietet dazu die inspirierenden Eindrücke und Strukturen: große Formen, kleine Formen, Wachstum und Verfall. Unser Standort ist das Urwaldcamp, das uns bei jedem Wetter die Möglichkeit bietet, draußen zu arbeiten.
Klaus bietet ein sehr individuell begleitetes Arbeiten sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene an. Es kann mit den unterschiedlichsten Materialien nach Wahl gearbeitet werden. Eine kleine Auswahl an Material bieten wir Euch kostenlos an.
Außerdem wird es wieder einen kleinen Imbiss und Kaffee und Tee vom offenen Feuer geben.

Die Kursgebühr beträgt für Erwachsene 45 Euro, für Jugendliche 30 Euro und wird am besten vor Ort bezahlt.
Treffpunkt ist am Forsthaus Neuhaus.
Anmeldung: Stefanie Mohra, Tel 0681 399788, la.mora@web.de

 

Kommt also! Familienfeste werden abgesagt, Schwiegeväter nachhause geschickt: Keine Zeit, wir müssen nämlich in den Wald! Schön ist es dort. Und manchmal essen wir auch frischen Tannentoast!

Veranstaltungstipp

Liebe Freunde, Bekannte und Interessierte!
Ich möchte kurz auf eine Veranstaltung hinweisen, bei der ich das Vergnügen habe, als Live-Zeichner mitwirken zu dürfen. Die Premiere fand am 24.3. in der Freien Akademie der Künste in Hamburg statt, die zweite Aufführung am 26.3. in der Kirche Groß-Flottbek in Hamburg.
Die beiden einzigen Saarbrücker Termine sind am 28. und 29. April.
Ich finde ja, dass alleine schon die musikalischen Darbietungen den Besuch lohnen. Eine herzerwärmende italienische Miniatur, eine spanische Straßen-Combo, ein Nachempfinden finnischer Radiomoderatoren und vom Chor vorgetragene polnische Zischlaute erwärmen auch mein Herz. Nicht zuletzt wird auch an der Version einer sprachlich gefassten Version der europäischen Hymne gearbeitet. Man erfährt eine Menge über Wörter, die auf Luther zurückgehen und erlebt den Disput zwischen Luther und den Papisten um das Wörtchen „allein“. Allein: das ist noch nicht alles.
Und: Nicht nur ich allein würde mich über einen Besuch natürlich sehr freuen!
Mit herzlichen Grüßen
Klaus Harth

Zitatewitsch:

 

Und sie ist vor allem dies, ein Lehrstück, dass die modische Ächtung der sogenannten Markt- und Betriebskunst auch nichts anderes ist als alte Kuratorenherrlichkeit. Man will den Machern bestimmt nicht den Ernst ihres Unternehmens abstreiten, aber irgendwie zerfließt das hehre Engagement in lauter gutmütiger Folklore.

Und wenn man zur Begründung des performativen Apriori so schöne Schulsätze vorgesetzt bekommt wie „Athen, Geburtsort der Tragödie“, dann ist das ein bisschen, als würde uns erzählt, an jeder Straßenecke werde hier Sirtaki getanzt.

raum und räumen

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Schaffe Platz. Und finde dabei Lebensreste, verdaut und unverdaut. Ein verdauter Rest ist dieses Foto meines Beitrages zur Ausstellung „40 in 4“, damals organisiert von Dr. Friedhelm Mennekes in vier Mainzer Kirchen. Ich durfte mir diesen Platz in St. Quintin aussuchen und habe das damals „Am Anfang war das Wort“ genannt. Wahrscheinlich würde ich es heute nicht mehr so nennen, aber meine beiden bearbeiteten Plakatteile finde ich immer noch sehr vertretbar.

Anspieltipp

Ich muss gestehen, dass ich  Robbie Cornelissen  nicht gekant habe. Das ist ein ziemliches Ding. In der Hamburger Ausstellung Zeichnungsräume II  habe ich zwei Filme von ihm gesehen, die ich sehr interessant fand. Deshalb hier der Link zu seiner website.

SOLA

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Immer noch müde, aber wieder zurück im Saarland. Oben zu sehen: Aufnahmen vom Aufbau der Bühnen- und Raumsituationen in der Freien Akademie Hamburg und der Kirche Groß-Flottbek.