1. metallisches klopfen: ein mann beim radwechsel. eine frau, der es gelingt, ihm helfend zwischen den füßen umherzuspringen. Auf einem schemel sitzt er vor dem abmontierten reifen. sie trägt dunkelblaue, eng anliegende und und vor allem glänzende stretchhosen. Es soll nach schönen und verlockenden beinen aussehen. Und es sieht nach schönen und verlockenden beinen aus. wie es unter den stretchhosen aussieht und ob der radwechsel gelingt: keiner weiß es. alles ist auf die vermehrung der eigenen art ausgerichtet. Man hätte zum radwechsel auch in die werkstatt gehen können. Tod, wo ist dein stachel? Ein blick in den rückspiegel. Ein blick nach vorne rechts. Die vermehrung der eigenen art ist die vermehrung von neubaugebieten. Sie ist die vermehrung von garagen und alten männern, die in diesen garagen nach dem rechten sehen. Ein empfangener stachel ist ein weitergegebener stachel. Ein kind! Ein kind! Schon wieder ein kind! Es ist ostern und die art vermehrt sich. Das ist das neu geborene leben! Das ist das wiedergeborene leben. Die geburt als hoffnung. Es muss kinder geben, damit die hoffnung nicht stirbt. Es muss garagen geben, damit die hoffnung nicht stirbt. Es muss überhaupt etwas geben, damit es überhaupt etwas gibt. Aber jeglicher blick in jegliche garage zeigt: seit menschengedenken werden kinder geboren und seit menschengedenken wird nichts besser. Die methode ist falsch. Im verhältnis zum tyrannen ist die garage ein relativ junges phänomen.

O S T E R R R E N

so viel in das Theaterprojekt untergetaucht in den letzten Wochen, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es ist, ohne Auftrag zu zeichnen … Hier also eine nachgetragene Osterzeichnung (eigentlich eher so was wie Karfreitag, aber ohne Freitag kein Ostermontag). In diesem Sinne.

Zitatewitsch

Lese ich eben auf facebook. Ein Kommentar von Joann Sfar.

 

Jeunes artistes, si vous gardez en tête que le dessin est une écriture, vous survivrez à toutes les révolutions technologiques. Ne lâchez pas le crayon et le papier. Choisissez les outils les plus simples: une plume noire pour le trait et faites tout à la main. Plus que jamais le public est avide de voix humaine votre trait c’est votre voix. Quarante ans a subir du sample et de l’autotune et je n’ai jamais autant aimé Brassens. Avoir peur des inventions technologiques c’est un aveu de faiblesse, je crois. Nous ne sommes pas en compétition avec les machines. Au contraire elles renforcent notre singularité…à condition qu’on ait quelque chose à dire. Travaillez votre voix et votre trait. Le „ce qu’on te reproche, cultive-le“ de Cocteau.

Was man Dir vorwirft: kultiviere es!