jonathan_meese
DIE KUNST IST IMMER EIN TOTALSTER ANGRIFF AUF JEDES GESCHMÄCKLE! DIE KUNST IST KEINE MICKRIGSTHARMLOSE GESCHMACKSDEKO! DIE KUNST IST KEIN SCHÖNWETTERVEREIN! DIE KUNST IST KEIN VORAUSEILENDER GEHORSAM! DIE KUNST IST KEINERLEI ANGSTDEKO! DIE KUNST IST KEIN DEKOSTAAT! DIE KUNST IST KEINE GEFALLSUCHT! WER ALLEN ZU SCHNELL GEFÄLLT IST OHNMÄCHTIGSTES MITTELMASS! WER SPEZIELL ZU BEGINN VON ALLEN GELOBHUDELT WIRD, HAT DAS GEWÜRZ “DURCHSCHNITT” INTUS! “GEFALLSÜCHTIGE” RIECHEN IMMER NACH STINKANBIEDEREI!

die öffentliche Meinung


Es gibt in dem Stück eine weibliche Figur, die auf den Namen „die öffentliche Meinung“ hört. Orpheus ist eigentlich nicht unglücklich, als er vom Tod Eurydices hört, aber dann taucht sie auf, die öffentliche Meinung und meint, das tue seiner Reputation nicht so gut, wenn das publik wird, er müsse auf alle Fälle zu Jupiter und intervenieren, auf dass er seine Gattin zurückbekommt.
Für mich eine der interessantesten Figuren, gerade auch in unserer Zeit. Deshalb war es für mich klar, dass es eine Person sein muss, die eine populäre Meinung vertritt, sprich, durchaus ein wenig populistisch auftritt, und nach einigem Hin- und Her kam mir unbedingt Sarah Wagenknecht in den Sinn. Und so gab des die ein oder andere Skizze und dann ein Blatt, wo das Gesicht aber wieder verschmiert wurde. Manchmal passiert einem das so aus einem Instinkt heraus. Die Hand weigert sich, das gewollte Gesicht lesbar wiederzugeben, ein innerer Widerspruch bricht sich Bahn und man muss zugeben: die verschmierte und nicht so deutlich wahrnehmbare Figur: that’s it. Als kleine Reminiszenz bleibt bei mir das rosa Kostümchen, bzw. am Ende noch ein rosa Blüschen.

Es gab eine Zeichnung mit Beinen und Schuhen, einem Modeprospekt entnommen, die mir geeignet erschienen und eine aus einem Skizzenblatt ausgeschnittene Form eines Rocks.

All das wurde fotografiert und grob ausgeschnitten und der Hintergrund in einem Bildbearbeitungsprogramm schwarz eingefärbt, da ich die Projektionsdateien für die Aufführung auf schwarze Hintergründe montiere.

Und dann, ebenfalls im Bildbearbeitungsprogramm, wurden facebook-, Bildzeitungs- und Instagram-Logo montiert und die Beine in einer in der Größe variierenden Dreier-Kombi druntermontiert. Fertig meine „Öffentliche Meinung“. Die Rolle wird in der Inszenierung gesungen von Lisa Stroeckens, die das alles wunderbar ergänzt, indem sie Orpheus erstmal mit ihrem Smartphone ablichtet, Selfies macht etc. ppp. Was natürlich super schön zusammengeht.

und so sieht’s dann in der fertigen Bühnenprojektion aus.

Dazu muss man sich nun vorstellen (besser aber: man kommt in die Vorstellung): Hinter der Projektion stehen Sängerin und Sänger und sind beleuchtet, folglich durch den Vorhang hindurch zu sehen und stehen quasi hinter und inmitten meiner Zeichnung.

ojeojeoje, warum werde ich heute nicht müde. sind das die neune Bachblüten-Tropfen? Die Zeitumstellung? Auf alle Fälle heute morgen nach alter Zeit um kurz vor 5 Uhr aufgestanden, also kurz vor 6 uhr Sommerzeit. Bis mittag gearbeitet, gegen 8 mal kurz zur Bäckerei geradelt, des Radelns und der Pause wegen und weitergearbeitet. Zeichnungen für die Projektion der Ralf-Peter-Inszenierung „Orpheus‘ Unterwelt“. So knapp und eng und viel war es noch nie, so dass ich letzten Montag auch einen kompletten Nerven-Crash hatte. Heute abend, unterbrochen von ca. 1 Stunde Mittag und einer Fahrradtour zwischen 17 Uhr bis ca. 18Uhr20 bin ich eben (23Uhr20) so zu 95% durch, könnte man sagen. Morgen geht es um 15 Uhr mit der Probe im TiV weiter. Morgen früh vielleicht noch ein paar Korrekturen. Und um die Druckerei sollte ich mich auch noch ein bisschen kümmern. (Eigentlich hab ich ja frei dort). Auf alle Fälle lag ich nicht schlecht mit meiner Einschätzung des Aufwands für dieses Projekt. So mach ich das auf alle Fälle nicht mehr. Das ist schon mal „ding“

Naja, auf alle Fälle sind zwei schöne Fliegen-Zeichnungen entstanden, die ich so auch noch nicht gemacht habe. Und wenn sich beim Fotografieren ungewollt das Blitzlicht in Szene setzt, dann kann das auch zu diesem schönen Glanzeffekt steigern, den ich so nicht gezeichnet habe, der mir aber hübsch gefällt.
Buona notte.

heute wieder was gelernt (kritik der kritik)

die menge des in der betrachter*in ausgelösten „kopfkinos“ als kriterium für bildende kunst.
interessant. kopfkino heißt ja noch nicht zwingend, dass das ein guter film ist. so wie authentizität
ja auch kein qualitätskriterium sein kann. boris becker war mit sicherheit immer hochgradig authentisch.
(hier ist der tennisspieler gemeint). irgendwie wird es langsam zeit, dass man sich von dieser welt verabschiedet.
in welcher form auch immer.

heute mittag

am bahnhof: geräusche von krähe, kreissäge und kälte. wiedergefunden in einer verlorenen zeit meiner kinderheit.

notiz

ich hatte als einen wiederholbaren ausstellungstitel bereits benutzt „ich kann mich einfach nicht mehr konzentrieren“. eben beim treppaufsteigen fällt mir ein „tägliches denken“ wäre auch schön. nur mal so als notiz für mich hier.

cdu – dumme kuh

Ich muss zugeben, dass ich mich bei beiden Texten ein wenig erschrocken habe. Das Land, auf das wir wieder stolz sein können. Ich bin stolz, ein … zu sein? Nein, nein, auf das Land, hör‘ doch genau hin. Und endlich wollen wir auch Recht und Ordnung wieder durchsetzen. Stimmt, wir lebten die ganze Zeit in einem der schlimmsten Schurkenstaaten überhaupt, gleich hinter Argentinien, Nord- und Südkorea, Russland und wie sie alle heißen. Endlich endlich kann ich mir demnächst wieder sicher sein, dass mich der Zug pünktlich zur Arbeit bringt, ohne dass ich am Vortag dem Schaffner ein Bakschisch zustecken muss. Der Zug nach Saarbrücken um 18Uhr40 fällt heute leider aus, Grund dafür ist eine plötzliche Erkrankung des Personals. Und die Nebenschlagzeile „Wieder nach vorn“, als wäre es unter 16 Jahren CDU-Herrschaft jemals rückwärts gegangen. Wenn es nicht so schlimm wäre, als dass die Leute es nicht tatsächlich glaubten. Das finde ich eigentlich noch entmutigender als das Ranwanzen der CDU an AfD-Themen, dass dies auf tatsächlich Strömungen in der Gesellschaft hinzuweisen scheint. Hier wird fleißig mitgeschwommen und etwaige Stromschnellen werden leichtfertig in Kauf genommen. Ziehen wir also lieber beim Schwimmen einen Helm an.

Ach ja, die Grünen. Beim Abfotografieren des Plakates las ich – Freud’sche Fehlleistung – SCHUHVERZICHT. Und schon könnte man eine Tirade lostreten im Sinne des wohlfeilen Grünen-Bashings, das ich in der Regel genauso langweilig finde wie Bahn-Bashing. Na klar, Grünes Kernthema: Verbotspartei, jetzt sollen wir also auch keine Schuhe mehr tragen und nur noch freitags Fleisch essen, um die Welt zu retten, und deshalb brauchen wir dann auch auf alle Fälle Wärmepumpen, um keine kalten Füße mehr zu kriegen usw. usf. Ich finde SCHUHVERZICHT durchaus einen  lustigen Verleser. Woher grade die ZUVERSICHT kommen soll, erschlösse sich mir grade gar nicht so super.

Aber schlimm, wirklich schlimm, wird es hier. Bei der AfD. Dieses Plakat war der eigentliche Grund meiner kleinen fotografischen Radtour eben. Das finde ich so still und leise dermaßen was von top-perfide: „Ihr hattet 70 Jahre Zeit“. Ihr habt versagt. Und deshalb muss jetzt etwas Neues kommen, was mit Euren Ideen nichts zu tun hat. Perfide. Ehrlich. Beängstigend. Heil Neuwahl!

vorgetragener nachtrag

leztens hab ich mich ein wenig hinreißen lassen in der beurteilung der sinnhaftigkeit von zeitgenössischer malerei. jetzt muss ich mich ein wenig korrigieren. natürlich heißt das nicht, dass es keine aktuelle malerei mehr gibt, die nicht durchaus interessant sein kann,  und dass hie und da ein einsames pinselhäschen in seiner ecke sitzt und ernstlich an der welt verzweifelt und sie verstehen will. so muss ich nach dem besuch der mannheimer kunsthalle folgendes ergänzen: vielleicht muss ich für mein empfinden anselm kiefer nennen. das ist durchaus mehr als zeitvertreib.

(und ich habe zwei bilder von ambera wellmann gesehen, einer kanandischen malerin, die mir bisher gänzlich unbekannt war, und das war auch mehr als interessant. also bitte&danke.)

noch einer (weil ich noch nie so falsch war auf dieser welt)

Hier ein Text aus instagram. Die saarländische Galerie in Berlin betextet eine Ausstellung von Darja Linder.
Und dieses herausragende Beispiel zeitgenössicher Kunsthistoriker:innen-Poesie goes like this:

Darja Linders @darjalinder figurative Malereien und Installationen sind gespickt mit visuellen Codes, die sich auf die Erfahrungswelt ihrer Generation beziehen – von Dating Apps über Fernsehserien bis hin zu Internetphänomenen. Die farbintensive und schrille Ästhetik ihrer Arbeiten spielt mit der spätkapitalistischen Sehnsucht nach Übersättigung und Überfluss. Sie wirkt jedoch als bunt schillernde Oberfläche, unter der sich häufig schmerzhafte Themen verbergen.

Es werden Fragen aufgeworfen zu Klasse, Geschlecht oder Migration. Linder beobachtet die Zusammenhänge zwischen politischen (Macht-)Strukturen und individuellen Begierden. Sie untersucht in ihren Werken, wie tief individuelle und kollektive Erfahrungen in unsere Identitäten hineinreichen.

->  Spätkapitalismus ist immer super. Damit spielen ist auch immer super. Und dass der Spätkapitalismus, wer oder was das immer ist, davon abgesehen, ob wir uns wirklich in einer spätkapitalistischen Phase bewegen (wer sagt das, wer weiß das, wer hat das nachgemessen?), geprägt ist von dieser im Text behaupteten Sehnsucht: stimmt das denn? Oder ist das einfach mal eine wohlfeile Behauptung, die sich einfach immer mal gut macht? Und unter der schillernden Oberfläche verbergen sich die schmerzhaften Themen. Ja, möglich, aber warum sieht man sie nicht, diese schmerzhaften Themen? Warum werden sie nicht thematisiert? Zarte Schale, rauer Kern? Hier wird doch arg lustig geworthülst. Und lustig vor sich hin behauptet. Aber Hauptsache auch die Oberfläche der Wörter glänzt und untendrunter kann man die ernsthaftesten Themen vermuten. Und zum letzten Absatz: geht es auch ein wenig bescheidener: Unter den Zusammenhängen zwischen Klasse, Geschlecht, Migration, politischen Machtstrukturen geht kaum noch was. Und Begierden und individuelle und kollektive Erfahrungen werden untersucht und und und und blablablupp. Hier wird nix untersucht. Und schon gar nicht systematisch und konsequent. Hier werden bunte Bilder hergestellt und das ganze ein wenig gesellschaftskritisch verbrämt. Ich gehe hier als Betrachterin nicht anders raus, als ich reingehe. Als Betrachter übrigens auch nicht.

Peter Weibel hat in einem Vortrag in Saarbrücken, 1999 war das, wenn ich mich recht erinnere, mal die steile These aufgestellt, die Malerei habe als ernstzunehmendes künstlerisches Medium so um 1930 herum aufgehört, wesentliche Dinge zum Diskurs beizutragen. Ich finde diese Ansicht sehr interessant und bedenkenswert. Und es gab in den letzten Jahren für mich fast nur das Werk von Miriam Cahn, bei dem ich noch eine gewisse Relevanz gespürt habe. Alles andere scheint mir eher Zeitvertreib.

 

Zeichnen und Musik

Was hat Zeichnen mit Musik zu tun?
Linien und zeichnerische Gesten sind als Ausrucksmittel Tönen und Meldiefolgen unmittelbar verwandt. Deshalb bietet es sich an, Musik zu „benutzen“, um das eigene Zeichnen zu verfeinern und zu differenzieren. Krach sieht anders aus als Bach.
Wer sich auf dieses Experiment einlässt, lernt viel über neue Ausdrucksmöglichkeiten. Auch kann es ein erster Zugang zu abstrakten Ausdrucksformen sein.
Ein verstärktes Ausdrücken über differenzierteres Verwenden von Linien kommt aber auch den gegenständlichen Zeichnerinnen und Zeichner zu gute.

Wir hören und zeichnen u.a. zu John Cage, Keith Jarrett, Nick Mason, David Bowie, Charles Ives.

Wir brauchen: Großes und kleines Papier. Zeichenmaterialien unterschiedlichster Art: Kohle, Graphit, Tusche, gerne auch farbiges Material wie Kreiden, farbige Tuschen und was es sonst noch alles gibt.

Anmeldungen sind hier möglich:
https://www.bosener-muehle.de/kurse/courses/50-zeichnen-und-musik


Klavier für Jean Dubuffet, Graphit und Ölfarbe, 1991


ein „Totentanz“ aus Viktor Ulmanns „Kaiser von Atlantis“, Klavierstück, umgesetzt als Aquarell auf schwarzem Papier


zu Pearl Jams „It’s evolution“, umgesetzt mit Tusche auf Papier, 2023

DER KAISER VON ATLANTIS

 

 

FESTIVALZEIT IST SCHÖNE ZEIT. Denn man kann dort Dinge nachholen und wiedersehen, oder erstmals sehen, die einfach nochmals auftauchen. So zum Beispiel Ralf Peters Inszenierung der Oper DER KAISER VON ATLANTIS von Viktor Ulmann. Bilder, ein kleiner Beitrag vom SR und weitere Infos können sofort und eindeutig gefunden werden, wenn auf dieses Bild geklickt wird

-> 
foto: wonderland

retour

Auf unserer Reise ins Valle Onsernone und anschließend einem kleinen Nachklapp in die Nähe von Lahr im Schwarzwald gab es auch einen kleinen Ausflug nach Basel ins Kunstmuseum (-> Abteilung „Gegenwart“ unten am Rhein) in die Ausstellung WHEN WE SEE US.
Auch wenn Basel sich bemüht hat, sich nach knapp 20 Jahren nicht mehr erkennbar zu zeigen, was mit Sicherheit noch einige Gedanken über Erinnerung und die in ihr verankerten Gewissheiten nach sich ziehen wird (den Weg vom Badischen Bahnhof in die Stadt hatte ich wesentlich kürzer und auch anders in Erinnerung, und auch den Badischen Bahnhof selbst…), war dies doch ein interessanter Ausflug. In der Ausstellung war, neben anderen, insbesondere Roméo Mivekannin für uns eine Entdeckung. Anbei deshalb dieses kleine Interview mit ihm.

Anspieltipp

Da waren wir gestern: In der Städtischen Galerie in Karlsruhe zur Ausstellung von Leni Hoffmann.

Eine Ausstellung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Hier denkt jemand beim Arbeiten und arbeitet jemand beim Denken, so wie man es sich immer wünscht und wie es eigentlich auch immer sein sollte. Eine Ausstellung, aus der man anders rausgeht, als man reingegangen ist. Etwas, was nachwirken wird. Humor, Ernst, Reflexion. Geile Ideen und Umsetzungen. Das wird nachwirken. Allein schon die gedübelten und überspachtelten Bohrlöcher überall, die mitsprechen und Teil der Veranstaltung sind. Und wahrscheinlich wird es so sein, wie sie es sich wohl wünscht (und in einem Interviewfilm für Wilhelm-Hack-Museum auch ausspricht): Irgendwann wird man diese Räume wieder betreten, in anderem Kontext, ihre Interventionen und Arbeiten werden physisch nicht mehr anwesend sein, aber man wird sie in der Erinnerung wieder mitbringen.  „Domodossola“ -> ein kleines Holztäfelchen in Kipplack-Ausführung mit einer kleinen Kugel aufmontiert = da lass ich jegliche Abstraktion für stehen, die ich in den letzten Jahren irgendwo gesehen habe.

Einzig nervt das Aufsichtspersonal in diesem Haus (und nicht nur uns, wie man am ausliegenden Kommentarbuch sehen kann): Verfolgung fast bis auf’s Klo. Kommt man in einen Raum, bewegt sich auch schon sofort jemand auf Dich zu. Ich bin jetzt psychisch halbwegs stabil, aber eigentlich müsste man in unseren zartfühlenden Zeiten verpflichtet sein, eine entsprechende Triggerwarnung auszuhängen: „Achtung, hier werden Ihnen die Aufseher*innen auf die Pelle rücken! Traumatisierte Personen kann das verstören!“ Stasi war gestern.

so zwischendurch

Gestern abend habe ich – par hasard – in den Münchner Kammerspielen ein Heftchen mit einem Text von A.L. Kennedy mitgenommen. Ich hatte meine Lesebrille nicht vor den Augen, es war also der allerschönste Zufall. Es geht um Hass in der Gesellschaft.
Und ich stolpere upunktapunkt über einen Satz, den ich sofort auch mit unserer Candice-Breitz-Debatte in Saarbrücken verknüpfe (wenn es denn überhaupt eine Debatte war):
„… Bevor der gemeinsame Diskurs vergiftet ist, bevor die Medien, bevor die Gerichte und Gesetze und Parlamente und alle demokratischen Mechanismen beschädigt sind, muss zuerst die Kunst versagen. Wir müssen beschädigt werden. Ich stehe hier also als Teil einer Gruppe, die versagt und Sie im Stich gelassen hat. Gleichzeitig bin ich auch Teil einer Gruppe, die immer noch helfen kann, mir selbst helfen, und helfen kann.“

Mir scheint das so erfrischend anders als dieses „für die Freiheit der Kunst!“. Damit hatte ich immer schon so meine Probleme. Die Freiheit der Menschen wäre mir lieber. „Die Kunst“, „die Literatur“, das scheinen mir so unpräzise Wischiwaschi-Begriffe. Freiheit des Denkens. Damit kann ich was anfangen. Kunst als Bollwerk zwischen Hass und friedlicher Gesellschaft. Yes. Kunst als Teil des Hasses. Hhmm…

Wir müssen zuerst beschädigt werden…

Ich gebe zu, ich habe diesen Satz noch nicht ganz durchdrungen.
Aber er arbeitet in mir mehr als der Kampf für die Freiheit der Kunst. Letzteres ist Platitüde.

JAHRBUCH 2023

DRUCKFRISCH: das neue Jahrbuch!
JETZT MIT WENIGER FEHLERN!
Was soll ich denn damit?
Tu’s zu den andern!
Nachdem im letzten Jahrbuch der Fehlerteufel nur so
gewütet hat, sollte in diesem Jahr alles besser werden.
Die Meinungen der Menschen werden aber auch immer
merkwürdiger, unkontrollierter & knabenhafter.
Kann man das sagen: „Sie haben da aber eine sehr knabenhafte Meinung?“
Wie auch immer: 2023 war ein interessantes Jahr.
Und so wurde auch hoffentlich dieses Jahrbuch ein interessantes Jahrbuch.
In diesem Jahrbuch gibt es keine Bildtitel.
Nur die Bilder. Ohne Erläuterung. Ohne Kommentare.
Sans toit ni loi.
Watt is drin?
Zeichnungen zu Ralf Peters Inszenierungen von Viktor
Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ und Gustav Mahlers
„Das Lied von der Erde“. Zeichnungen zu Navid Kermanis
„Ungläubiges Staunen“. Blätter aus „gegend (vk)“.
Und natürlich: Zeichnungen von unterwegs.
Nächstes Jahr gibt es vielleicht nur noch die
Skizzenbücher. Ungeschönt und ungekürzt.
Gekonnt, aber nicht gewollt. Die Skizze als Kunstform.
Das wäre auch mal eine Idee.

Bestellbar bei mir,
oder hier: https://buchshop.bod.de/jahrbuch-2023-klaus-harth-9783758321382
(da finden sich auch noch andere Jahrbücher und vergleichbares Machwerk)

oder im regulären Buchhandel:
ISBN 9783758321382

Das Büchlein kostet übrigens präzise überschaubare 16,- €

59

heute zum ersten mal seit des ersten corona-lockdowns wieder im hallenbad in neunkirchen. zwischenzeitlich im freibad, in diesem sommer sogar ganz oft. aber die vor corona regelmäßigen hallenbad-besuche wurden heute wieder offiziell aufgenommen. war schön. 59 bahnen (25m) quasi aus dem fast nichts in knapp 40 minuten. immer so viele bahnen, wie ich alt bin. ab märz dann eine mehr. soll ja auch kein sport sein.