l und s (plus wemmetsweiler hängung)

Das Wochenende war begleitet vom Hängen alter Bildbestände um neuen Domizil. Das Treppenhaus wurde am Freitagabend in meiner Abwesenheit bestückt. Hier finden sich Arbeiten von Vera Kattler, Julia Baur, Lisa Borscheid, Kerstin Follmann, Ute Thiel, (und mir), neben dem übrig gebliebenen Stilleben eines ehemaligen VHS-Kursteilnehmers, der sein Bild nie abgeholt hat…(Abb. oben: findet sich im vorderen Raum oben: zwei Portraits aus meiner Hand (L. und S.).

minipresse – vorschau

Ich glaube, im letzten Text zur Minipresse hatte ich mich ein wenig wiederholt. Hier jetzt ein Abbild aus der laufenden Produktion…

jandl

Weitere Vorbereitungen für die Minipressen-Messe in Mainz: Denke mir, dass zu den „normalen“ Heften auch ganz gut Hefte mit eingebundenen Originalzeichnungen passen würden. Das wäre dann so eine Art  ostasistisches Rollbild auf westeuropäisch. Und da auf einer Minipressenmesse voraussichtlichauch der eine oder die andere Literaturinteressierte herumstreunen werden (und nicht nur bibliophil angehauchte Menschlichkeiten), und ich in meine Büchers auch immer gerne das ein oder andere Schriftstellerportrait implementiert habe: was läge näher? Die Kurve krieg ich noch und dann kann’s aufgehen à Mayence!

HERR HARTH: WÜTEND UND UNCOOL (oder wie es der junge Max Goldt mal so schön treffend formuliert hat: UNGEDUSCHT, GEDUZT UND AUSGEBUHT):

Das was oben noch abgebildet ist, hab ich mittlerweile auch gefressen. Das schüttet dann irgendwelche Neurotransmitter aus (oder was anderes, was weiß ich) und dämpft die Wut. Heute bekomme ich nämlich eine Einladung zur Landeskunstausstellung. Nicht eine zur Teilnahme, der Zug war ja längst abgefahren, sondern eine zum Besuch der sehenswerten Ausstellungsräume und Eröffnungen. 78 Namen auf der Liste (hab sie nicht gezählt, aber irgendwo hab ich in der Presse diese Zahl aufgeschnappt). Viele viele altbekannte Gesichter.  Nungut, man hat da keinen Anspruch darauf, dabei zu sein. Und wenn einer allein nach seinem großfürstlichen Gutdünken entscheiden darf, ist das natürlich alles sehr sehr subjektive Auswahl. (Dr.) Sabine Graf sagt auch immer, dass ja jeder wüsste, dass das ja nur ihre eigene Meinung sei, nicht mehr und nicht weniger, was da in der Zeitung unter ihrem Namen veröffentlicht wird. Und jeder weiß ja, dass die Landeskunstausstellung nur so eine kleine unbedeutende Präsentationsform ist, die kaum jemand wahrnehmen wird. Dass der Kurator der Meinung ist, dass die eigene Kunst so unbedeutend und langweilig ist, dass sie in diesen erlesenen Kreis nicht hingehört, ist das eine. Da findet das Hirn genügend Tricks, irgendwie damit klarzukommen. Vielleicht stimmt es ja auch: Langweilig und uninteressant und ich sollte endlich aufhören, andere Leute damit zu belästigen…

Dass sie einem aber dann noch die Einladung ins Haus schicken: Siehst Du, wärest Du so wie diese, dann wärest Du auch dabei!
Lasst das! Verhöhnt nicht die Menschen, die Ihr nur als Claqueure wollt! Wenn Ihr jemand nicht wollt, dann wollt ihn wenigstens 100% nicht. Alles andere ist als Verletzung wahrnehmbar (s. Abb. oben).

Man verzeihe mir diesen sehr uncoolen Wutausbruch. Ich hatte es ja noch „gut“. Seit 1993 durfte ich immer mal wieder eine Kleinigkeit im Rahmen dieser Veranstaltung vor die Nasen der Öffentlichkeit hängen. Ich kenne aber andereseits auch einige künstlerisch tätige Menschen, die seit Jahren in dieser Hinsicht ignoriert werden und die ein solch öffentliches Bohei durchaus auch mal verdient hätten, stärkt ja auch ein wenig das Ego und treibt die Arbeit voran, fördert die Gesundheit und vermeidet Antideprssiva; und ich finde andereseits auch Namen in dieser Liste, deren Arbeiten ich seit Jahren als auf der Stelle tretend finde und denen eine Pause durchaus mal gut täte. Nungut. Hätte ich mal die Chance, Kurator zu spielen, sähe datt janze Ding vielleicht tatsächlich mal anders aus. Würde nochmehr Unbill produzieren, weil noch andere fehlen würden. Fuck off Kuratorentum! Kuratorentum = Feudalismus. Danke für die Aufmerksamkeit.

ANMERKUNG

Es sollte an dieser Stelle einfach auch einmal gesagt werden: Es kann auch Glück bedeuten, wenn man als Dozent abends aus dem Malkurs schreitet und das Gefühl hat, alle haben richtig gute Sachen gemacht. So ging mir das am Montagabend und so ging mir das gestern abend. Und auf den Samstagskurs (von 14 Uhr bis 18 Uhr 30) freue ich mich sowieso. Das ist nochmal ein ganz eigenes Ding für sich.

nur Skulptur


Eine schöne Ausstellung in der Mannheimer Kunsthalle. Sowas gefällt mir. Ein Miteinander und Gegenüber unterschiedlichster skulturaler Ansätze. Für mich gipfelnd in zwei großen Regalen, die  vollgestellt sind mit unkommentierten Exemplaren aus der Sammlung. So geht das auch. Hätte eigentlich große Lust, dort nochmal hinzufahren und einen Tag damit zu verbringen, mir meinen eigenen Ausstellungkatalog zu zeichnen. War ja auch mal so ne Idee…

jandl


Mit Stephan Flommersfeld werde ich auf der diesjährigen Minipressenmesse in Mainz (Ende Mai/Anfang Juni) einen gemeinsamen Stand betreiben. U.a. wird es kleine Hefte zu verschiedenen Themen geben, Tagessätze, Hefte mit Zeichnungen, Hefte mit Bad Portraits usw. usf. Und auch, so habe ich mir das ausgedunken, Hefte mit jeweils einer eingebunden Originalzeichnung, quasi die europäische Form der Bildrolle, ein Heft, das man ins Regal stellen, aber auch an die Wand nageln kann.Z.Bsp. Portraits von Ernst Jandl, Thelonius Monk, Lina Wertmüller, Dieter Roth und anderen Helden. Der Winter dauert lang. Mir gruselt’s vor der nächsten Heizrechnung, Ihr Menschen draußen im Lande: bestellt schonmal jetzt (auch eigene Helden sind möglich)!

Schichtfehler


Jürgen hat heute das Buch dazu erstellt, während unsere Unterlagen per Post nach Berlin unterwegs sind. Der Beginn einer Weltkarriere? Würde auch langsam mal Zeit!

Lina Wertmüller

Gestern Zeichnen und Italienisch-Lernen miteinander zu verknüpfen versucht: Interviews mit Lina Wertmüller auf Youtube rausgesucht und gleichzeitig versucht, sie zeichnerisch zu erfassen. Eines von zwei Ergebnissen, die ich soweit in Ordnung fand…

lorscheider – harth

Links ein in Lisas Mappen wieder aufgetauchtes Blatt ihres Großonkels Paul Lorscheider, der zu seiner Zeit als Bildhauer Grabsteine für den Friedhof in Schiffweiler gemacht hat. Von ihm gibt es eine kleine aber feine Sammlung von Vorstudien für Grabsteine, ein geschnitztes Kruzifix, aber auch Skizzenbücher aus der Gefangenschaft im 1. Weltkrieg und diesen Hahn, hinter dem sich Dürer kaum zu verstecken braucht (sorum und nicht andersrum). Daneben mein Schleifscheibenvogel (Nr. 1307 der Serie), den man sich ja auch als Postkarte nachhause holen kann…

bad-portraits

Die Mainzer Minipressen-Messe kann kommen! U.a. mit den kleinen Heftchen mit „Bad-Portraits“ aus einer „Nach-dem-Frühstück“-Sitzung von Lisa Borscheid, Stephan Flommersfeld und meiner Winzigkeit. Jeweils 8-Seiten mit 6-Zeichnungen, schön gedrucktem Titelbild, lieblos zusammengetackert. Wer es nicht abwarten kann, darf natürlich jetzt schon welche bestellen. Das Heft zu einem klaren 5er (EUR). Ab 20,- EUR versandkostenfrei. Versteht sich.