Brandstifter + Klaus Harth durchbrechen am Samstag 05.12.2020 das Raum-Zeit-Kontinuum, indem sie im Schaufenster der Walpodenakadmie ihren gemeinsamen Aufritt in der ehemaligen Pfaff- Fabrik Kaiserslautern live überspielen und überzeichnen. Ähnlich wie William S. Burroughs, der durch Playback Magie mittels Polaroids und deren Wiedergabe via Tapeaufnahmen unliebsame Menschen und Ort erfolgreich verwünschte, sind B.H. mit neuen Bildern und KlangKoerpern zur Wiedergabe ihres Videos https://youtu.be/lM1wjHClWMs von 2018 keinem geringeren als dem Coronavirus zu Leibe gerückt…

Performance im Rahmen des Walpodencekalenders, täglich Performance im Schaufenster der Walpodenakademie im Advent.

Eine Veranstaltung des Mainzer Kunstvereins Walpodenstraße 21 e.V.

das war mir nicht klar…

ein aportroph′ales w‘erk sofa´sofiele son´derzeichen, dass ic´h gar nicht weiß, was ich weiß…

Danke für den Hinweis!

Das isses, oder? → ´

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text siehe bild

Nach einer knappen Woche den Widrigkeiten abgetrotzes Treffen des LAFTMV und der Freien Szene Saar, kann ich sagen: das war cool. Man hat mir eine Patin zugespielt, die wunderbar ernste facebook-Kommentare schreiben kann, die das übliche Blablatrallala weit hinter sich lassen. Und ansonsten war es schön, Ideen und Erfahrungen zu tauschen, auch wenn natürlich, wie so immer derzeit, vieles nur am Bildschirm stattfinden konnte. Sehr schön war allerdings der Spaziergang am Freitag, wo die beiden angereisten Gästinnen kleine Vorführungen erleben durften. Da durfte ich ja auch kurz mitspielen. Très chic war das. Jana heißt vorne Jana und hinten Sonnenberg. Das hab ich erst gemerkt, als alles schon vorbei war. Daher kommt die Zeichnung mit dem Sonnen- und dem Zuckerberg. Und von der Sonne, die, wie ich jetzt gelernt habe, hinter Mecklenburg-Vorpommern ihren Tageslauf beginnt, ja scheiße, wie sollte dieser Satz jetzt weitergehen und enden?? Das ist wie mit solchen Treffen. Der Anfang ist gemacht. Was draus wird, wird sich finden. Sellerie!

Freiheit, die ich meine

Fahrer des Wagens mit der Nummer NK – VR 555: ich finde das ja ein wenig lächerlich. Da fährst Du im 60er Bereich, von der Autobahn kommend, auf der linken Spur mit mindestens 90 an allen anderen vorbei, um dann 50 Meter vor dem Dir bekannten fest installierten Blitzer scharf runterzubremsen, mit 50 dran vorbeizufahren, um dann direkt wieder zu beschleunigen (ab dort ist offiziell weiterhin 50, von wegen innerorts und so), um dann an der Ampel am Kreisel unten etwas länger zu warten als alle bereits überholten. Was ich daran so lächerlich finde? Wenn Du schon denkst, Freiheit zeige sich dort, wo man sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, dann solltest Du auch so konsequent sein und fröhlich lächelnd mit 90 am Blitzer vorbeirasen.  Freiheit bedeutet nix, wenn man sie nur dort auslebt, wo es nix kostet.  Und stell Dir mal vor, es gebe Ampeln für Spermien! Natürliche Schönheit kommt von innen! Hör zu: Vier ineinander verkringelte Kreise: dahinter sitzt nur selten ein kluger Kopf!

was macht der nur den ganzen Tag

Heute 200 und noch 1 paar Gequetschte Automatenfotos für die Ausstellung im Theodor-Zink-Museum fertig gerahmt. Spannend fand ich, und das hat sich irgendwann so ergeben, dass oben immer das Foto desselben Monats nur 10 Jahre fürher zu sehen ist. Wenn man etwas lange genug macht, dann hat man irgendwann etwas zu ernten. Oder: Wann schlägt Quantität in Qualität um. Und geht das vielleicht auch umgekehrt? Aber das wäre ein anderes Thema. Konsequenz ist auf alle Fälle etwas für Anfänger 🙂

Gestern war auch ein schöner Arbeitstag. Mit dem E-Bike-Rad unter strenger Beachtung der Regel: Gummi gehört immer auf die Fahrbahnoberfläche nach Saarbrücken geradelt (von hier aus so ca. 23 km), dann um 15Uhr40 eine kleine Leseperformance im Rahmen des rÜBERBLICK-Austausches mit den freien Bühnen Mecklenburg-Vorpommerns im Innenhof vom Nauwieser 19. Einen Text aus meinem „Radiozeichner“, wo ich Zeichnungen, die ich interessant fand oder finde verbalisiere und vertone. Toneinspielung hat Julien Blondel per Smartphone übernommen. War sehr schön. Ich habe zwei Arbeiten von Rikuo Ueda beschrieben, die ich vor Jahren mal in der Kunststatio St. Peter in Köln gesehen habe,und das hat sehr schön in die Stimmung des Innenhofes vom Nauwieser 19 gepasst. Anschließend wieder auf´s Rad und retour. Kaum einer hat´s gemerkt und es hat trotzdem stattgefunden und sein Spuren hinterlassen. Manchmal gefällt mir genau das.

Norma

Heute auf Facebook wieder ein Post eines in Neunkirchen stadtbekannten Gastronomen mit durchaus gastronomischen Verdiensten. Seine gedanklichen Verdienste schätze ich aber nicht so hoch ein… Er hat seine Fangemeinde und die begreift sich, so wie er, als die standhaften und normal denkenden Menschen mit normalen Gedanken. Vor nichts habe ich mein ganzes Leben mehr Angst als vor den normal denkenden Menschen oder denen, die sich dafür halten, bzw. ihre Gedanken als Norm setzen. Eine Neunkircher Wahlhelferin bei der letzten Bundestagswahl hat mir mal erschüttert von den falsch oder merkwürdig ausgefüllten Wahlzetteln berichtet. Einer habe sogar Erststimme SPD und Zweitstimme AfD angekreuzt. Nun, ich hätte da durchaus jemand in Verdacht…

ein tag in freier denkbahn

1.5.21 info aus zweiter hand: jan böhmermann hat recherchiert oder recherchieren lassen: kinder bekommen wichtige medikamente nicht verschrieben, weil die ärzte lieber homöopathie verschreiben und dadurch ihr kontingent bereits ausgeschöpft usw. usf.: stimmt, genauso erlebe ich das auch immer, ich sitze beim arzt und will endlich mal wieder einen stärkere betablocker verschrieben haben, der schickt mich aber mit irgendsoeiner scheiß-homöopathie nachhause, an der er sich eine goldene nase verdient— häh?? leute, was ist los??? wo ist das problem??? das problem ist doch nicht, dass sich 75 Mio Deutsche mit billigster Homöopathie volldröhnen, sondern dass es kaum jemand gibt, der nicht Betablocker, Blutdruckmittel oder mindestens Makumar schluckt. Die Leute sterben im Alter an Medikamentenvergiftung. Das ist die Wahrheit. Ich gehe nicht oft zum Arzt, aber in 57 Jahren Lebensgeschichte hat mir noch nie, in Worten: noch NIE, ein Arzt ein homöopatisches Mittel angeboten, never, einen Blutdrucksenker aber fast immer. Und Betablocker hab ich mit 19 mal geschluckt. Tapfer, brav und unkritisch. Fast zwei Jahre lang, bis ich dann Zivi im Krakenhaus war und etwas kritischer.

ein tag in freier wildbahn

Michael Fetzer, Veronika Olma and me durften gestern die Schaufenster des Radiogeschäftes STEINER in Kaiserslautern bespielen. Ein Haus, seit Jahren leerstehend, kurz vorm Abriss, drinnen Schuttberge wie auf der Baustelle der Pyramiden. Ohne präzise Absprache ergeben die Fenster einen schönen bildnerischen Rhythmus, changieren zzwischen Wille und Unfall, zwischen sensibler Form und Dreck, zwischen hingerotzt und präzisem Denken. So wie ich das gerne mag. Das war fein und hat Spaß gemacht. Mein Fenster heißt: INFORMIEREN – DEFORMIEREN und zeigt einige Sätze aus der Reihe meiner tagessätze. Fast wie eine Wandzeitnung während der chinesischen Kulturrevolution. Ein kleines Glück zwischendurch. Und wäre bei wohlgegelten Kulturentscheidern kaum durchgegangen. Wie schön, dass man sowas trotzdem machen darf. Danke an das Team vom Theodor-Zink-Museum. 🙂

2 Antworten an Armin Rohr

  1. rosa ist eigentlich auch nur ein buntes grau  (der gedanke stammt aus meinen Tagessätzen)
  2. „Kitsch ist die Verneinung der Scheiße.“ (dieser gedanke stammt aus „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ und hat mich schon immer unglaublich überzeugt)

Und natürlich ist es nicht per se kitschig, Blumenbilder zu malen, oder sonstwas, kann es aber durchaus sein, je nachdem, wie man es malt. Und, der Beweis steht noch ein wenig aus, müsste es auch möglich sein, einen Sonnenuntergang so zu malen, dass er nicht kitschig und abgedroschen wirkt. Leistikow konnte das, wenn ich mich recht erinnere. Ja, doch. Alte Nationalgalerie. Grunewaldsee. Zeitgenossen sind mir in dieser Disziplin nicht bekannt.

Die Kommentarfunktion war für mich nicht anwählbar, deshalb auf diesem Weg.