

Skizzenbuch und permanenter Ausstellungsraum von Klaus Harth






Wer am 10. Juni keinen Geburtstag feiert, nicht auf der Mainzer Museumsnacht unterwegs ist, nicht im sali e tabacchi in Saarbrücken fünfjähriges Bestehen mitfeiert, für den gibt es eigentlich keinen Grund und keine Ausrede (ok, ok, kein Geld…das kann ich leider gut nachvollziehen), sich nicht anzumelden und seinen zeichnerisch-künstlerischen Horizont zu erweitern.
http://www.bosener-muehle.de/kursprogramm/workshops-erwachsene/2-erwachsene/197-toetal-schoen-irgendwie-zeichnerisches-simultanschach

Alles muss raus: Mein Bilderlager in Wiebelskirchen muss weichen. Hat auch seine Vorteile. Führt aber auch dazu, dass ich in der Vergangenheit wühle und wühlen muss. Derzeit aber psychisch und physisch stabil. Vieles fliegt raus. Vieles bleibt. Sichten, denken, packen, schleppen, autofahren, ausladen, schleppen, denken, ordnen. Malerei ist ein olfaktorisches Problem. Man könnte auch damit aufhören.

Eine Zeichnung des Zeichners beim Zeichnen aus der Vorstellung DER FALL SOLA vom 29.4. von Christine Hein. Eine Szene relativ zu Anfang des Stücks. Diese Zeichnung erreichte mich vorgestern und gestern dann die Erlaubnis, sie hier zeigen zu dürfen! Sowas gefällt mir natürlich und war mir eine wahre Freude. Übrigens: die nächste Aufführung hier in der Gegend ist am 23. Juni im Lesesaal der Stadtbibliothek Trier.

eben erreicht mich die nachricht, dass Kurt Emser gestern verstorben sei. deshalb herrscht hier erst einmal schweigen.

Ich muss aufräumen. Platz machen. Dazu muss ich auch in alten Sachen wühlen. Manches kommt weg, manches meldet seine Ansprüche direkt aus der Vergangenheit. So auch dieses Portrait von John Irving vom 7. September 1990. Kurz bevor ich nach Mainz zum Kunststudium entfleuchtete. A masterpeace of Kreuzschraffur. Wenn es jemand haben will, darf er (oder sie) mir gerne ein Gebot unter klaus_harth@web.de zukommen lassen. Größe: A4, Feder in Tusche und Graphit.



scheinverhaeltnisse-film from Klaus Harth on Vimeo.
in diesem ersten Filmchen schienen mir dann doch zuwenige der gezeichneten Beispiele. Deshalb nun dies:
scheinverhaeltnisse-2 from Klaus Harth on Vimeo.


für 20 Jahre Galerie (und ganz nebenbei bemerkt: 20 Jahre Vogel-Serie Ende Mai) gibt es als meinen Beitrag dort 20 neue Vogelbilder als Ensemble in Rot und Weiß!
Noch was Schönes: Letzte Woche habe ich übrigens die Tartuffe-Inszenierung im Saarländischen Staatstheater gesehen. Inszenierung: Michael Talke. Seh flott, sehr frech, sehr sehenswert!
sie findet wieder statt: die landeskunstausstellung. ach nee, so heißt das ja nicht mehr, sondern saarart 11. die letzte hieß schon saarart 10. was ich für etikettenschwindel halte, wenn man von dem schön unprätentiösen landeskunstausstellung weggeht, dann sollte man es auch ehrlicherweise saarart 1 und saarart 2 nennen. aber egal.
jetzt sind das hier natürlich wieder sehr uncoole gedanken, denn hier schreibt jemand, der zum 2. mal nicht dabei sein darf. es verletzt mich nicht so sehr wie vor 4 jahren, andere menschen verstehen scheint`s besser, um was es mir geht und lassen mich mitspielen. die frage ist natürlich, ob man hier auch mitspielen wollen sollte.
künstlerisches tun war für mich auch immer ein akt der radikalen selbstbehauptung. anpassung oder wagnis.
was ich glaube, insbesondere jetzt auch im hype um diese saarart 2, zu beobachten, ist folgendes:
soviel tamtam war bisher noch nie:
facebook-präsentation, fast täglich ein fetter artikel in der saarbrücker zeitung, sogar auf der titelseite des blattes ein foto einiger in der sonne ausruhender artistik-studenten nach gelungenem aufbau ihres raumes im pinguisson-bau. interessant an diesem foto: das werk im vordergrund ist unscharf, die ruhenden studenten im hintergrund fokussiert. auf der TITELSEITE! dorthin schafft es bei der saarbrücker sz noch nicht mal die documenta.
spontaner gedanke 1 zu dem, was mir bisher als öffentliche abbildungen dieser ausstellung entgegengehüpft ist:
kunst ist nur dann kunst, wenn sie nach kunst aussieht.
spontaner gedanke 2: wieso schafft es keiner der bisherigen kuratoren, alwin alles oder kurt emser zu zeigen? wieso?? oder auch luwig schmidtpeter, dessen raum in der freibruger ausstellung ich ungemein frisch und interessant fand?
spontaner gedanke 3: wir sind jetzt dort angekommen, wo derzeit die politik mit der kunst hin will: event-charakter. brandings. viele besucher.
spontaner gedanke 4: durch die struktur, die man dem ganzen unterlegt, fördert man nicht die außergewöhnliche position, nicht das eigenwillige, sondern das, was nach kunst aussieht.
ich kann mich nicht erwehren, an einen satz horst janssens zu denken, der ja am schluss leider auch sehr ins manirierte und gefällige abgerutscht ist, der aber mal formuliert hat: „…deshalb ist ja auch so leicht ein gewerbe draus zu machen.“
spontaner gedanke 5: eigentlich riecht es nach einer gewerbe-schau.
was nicht heißt, dass sich nicht das ein oder andere interessante und anregende werk finden lässt. ich hoffe es doch zumindest. leslie huppert kriegt eine einzelshow im gesamtkontext.
alwin alles bleibt im dunklen. (immerhin wurde er von der saarbrücker zeitung in diesem jahr mal mit einem schönen artikel gewürdigt.)
und kurt emser hätte ich eine teilnahme so unendlich gewünscht, weil es bei ihm wirklich um etwas geht in seinen bildern. das ist aber irgendwie nicht erwünscht. das wäre mir tausendmal lieber als jeglicher graffiti-kunstgewerbe-scheiß.
ok, ok, bin schon weg.
Die beiden Saarbrücker Aufführungen sind nun auch gelaufen, 28. und 29.4. in der Alten Feuerwache. Die Zeichnungen hier sind teils aus Hamburg (alle Folienzeichnungen aus der Kirche in Groß-Flottbek), der ganz oben stehende Wortüberqueller aus einer Probe in der Freien Akademie. Alle anderen stammen jetzt direkt aus Saarbrücken.



















DER FALL SOLA, heute und morgen abend in der ALten Feuerwache in Saarbrücken. Auf der Bühne sitzen, coole Musik hören und dem Klang vom Worten lauschen. So ungefähr jedenfalls.
