blick nach links

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Das Foto dieser beiden ist mir am Wochenende ins Auge gefallen. Was machen die? Die machen Werbung für AIDA-Kreuzfahrten. Was hat das zu bedeuten? Das Weib lehnt sich an den Mann, zeigt aber im Lächeln immerhin einen gewissen Biss. Der Mann lächelt in die Welt, sitzt voran, das Haar zerzaust, so wie man sich sonstwo modisch-delikate Löcher in die Jeans schneidet. Der Bart gepflegt, damit gesellschaftsfähig sein auch weiterhin prima bleibt. Haar und Bart grau, muss sein, denn man hat ja schon ein erfolgreiches Leben hinter sich. Das sagen auch die lebensgeprüften Falten im Gesicht. Dies ist jetzt und nicht früher. Aber früher war auf alle Fälle da. Interessanterweise ist das Gesicht des Männchens sonnengegerbt. Das Gesicht der Frau dagegen hellhäutig mit einem leichten Touch ins Rötliche. Früher machte man mit solchen Gesichtern allerhöchstens Werbung für selbstdrehende Zigaretten der Fa. Halfzwaare, heute sind es schon  Kreuzfahrten. Morgen wahrscheinlich Bestattungsunternehmen.

Rinneradio

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stimmt, ist gar kein Radio, sondern ein Tisch…aber die Combo, die die Begleitmusik geliefert hat, die heißt so!

so sieht`s draußen aus

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gestern und heute im Kunstzetrum Bosener Mühle -> Kurs: Elementares Zeichnen und Skizzieren. Erster Tag gestern mit ziemlich guten Ergebnissen gegen Schluss. Heute um 7 Uhr durch die um den Bostal-See stattfindene Deutschland-Rallye sanft geweckt. Draußen fahren sie wohl irgendwelche Trainingsläufe. Morgens um 7 ist die Welt noch in WOrdnung. Das war auch früher schon nicht so.

aus meiner Vergangenheit

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von 1988: meine damalige Interpretation des Cranach`schen Jungbrunnens. Plaka-Farben auf Baumwolle, möglicherweise mein erster Versuch überhaupt, auf einen solchen Maluntergrund zu arbeiten, beim Räumen der Wiebelskircher Räume gefunden, fast vergessen, sofort erinnert, und jetzt hängt`s im Bad unten. 1988. 29 Jahre her.

gesichter aus den siebzigern, teil 2

Bei meinen Aufräum-Arbeiten entdecke ich auch anderes Material aus meiner Vergangenheit. Nicht nur alte Zeichnungen und Bilder, sondern z.B. auch eine Klassenzeitung, die die katholischen Schüler der 5d2 damals erstellt hatten.
In dieser Klassenzeitung wurden die beiden katholischen Religionslehrer interviewt, zu ihren Lieblingsspeisen und ihrem Freizeitverhalten, was man halt so fragen soll, wenn man grade mal zehn Jahre alt ist.
Es findet sich dort auch ein Interview mit unserem Klassenlehrer, den, ich denke nicht nur ich, sondern viele von uns, als ein ziemliches Arschloch in Erinnnerung haben. Er hat die Schüler im Sportunterricht getreten (sogenannter „Elfmeter“) und im Matheunterricht für die geringsten Verfehlungen (Geodreieck vergessen) mit Strafarbeiten belohnt. Wenn man grade mal knapp 1,45m groß und 10 Jahre alt ist, dann ist so jemand natürlich groß, alt und furchteinflößend. Jetzt gucke ich in diese Klassenzeitung und sehe: dieser Lehrer war damals gerade mal 34 Jahre alt. Von meinem selbst inzwischen erreichten Lebensalter aus gesehen ein Kickifax. Wie kann man mit 34 schon so ein Arschloch sein. Kann man natürlich, gar keine so schwierige Übung, dürfte es heute auch noch geben.
Was mir aber im Nachhinein auch noch auffällt: Das abgedruckte Interview mit ihm. Ich sehe dort Korrekturen in meiner Schrift, und ich erinnere mich tatsächlich, dass der Klassenlehrer mit dem, was da stand, nicht einverstanden war, und uns, der versammelten Klasse, seine Korrekturen in den Bleistift diktierte.
Nichts Gravierendes, nein, aber warum muss jemand seine Lieblingsspeisen und Sprachkenntnisse korrigieren (er isst keine chinesischen und indische Gerichte, er spricht kein Spanisch und Englisch). Nein, er spielt nicht Gitarre, Klavier und Klarinette, sondern nur Blockflöte.
Später war er dann in einer Bürgerinitiative intitiativ gegen ein Kohlekraftwerk, BUND-Mitglied (ich hoffe, das stimmt alles und ich muss das nachher nicht noch mit dem Bleistift hier am Bildschirm übermalen). Es ging das Gerücht, dass man ihn irgendwann aus dem Unterricht entfernt und irgendwo am Ministerium beschäftigt hat, wo er dann den Ministeriumskollegen einen Elfmeter treten konnte.
Wenn ich mich an diesen Morgen der Textkorrektur erinnere, dann erinnere mich an einen Akt großer Humorlosigkeit, was einem als Kind ja nicht auffällt, weil man einfach nur Angst hat.

gesichter aus den siebzigern

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Bei meinen Aufräum-Arbeiten entdecke ich auch anderes Material aus meiner Vergangenheit. Nicht nur alte Zeichnungen und Bilder, sondern z.B. auch eine Klassenzeitung, die die katholischen Schüler der 5d2 damals erstellt hatten. Von uns Protestanten gab es zwar keine Einzelinterviews, immerhin aber ein Foto, zusammen mit unserem damaligen Religionslehrer, der einen ungewöhnlich zusammengerissenen und gebürsteten Eindruck machte. Von ihm habe ich noch kein nachtragendes Portrait erstellt. Wohl aber von einigen anderen Gesichtern. Von mir selbst damals auch.