bd

Bei der Comic-Adaption der letzten Lebensmonate von Stephan Zweig von Guillaume Sorel (Zeichnungen) und Laurent Seksik hat mich am meisten interessiert, wie jetzt Lotte Zweig wirklich ausgesehen hat. Letztens habe ich mir ja den Film von Maria Schrader wieder angeschaut (hierzu gab es dann ja ein paar Skizzen zum Epilog, den ich von der Bildanlage einfach einen genialen Wurf finde), und hier spielt dann Aenne Schwarz Lotte Zweig. Aber ich habe noch nie nachverfolgt, was ich mir wirklich für ein Bild von ihr machen könnte. Hab ich dann also jetzt im Ansatz nachgeholt. Das Vierer-Blatt zeigt Aenne Schwarz rechts oben und die Interpretation von G. Sorel links unten. Ansonsten zwei Interpretationen von mir nach gefundenen Fotos. Bei der Comic- Version finde ich interessant, dass sie sie „schmissiger“ gemacht haben, die Frisur dramatischer. Aber die Kopfform verändert. Die Lippen für meinen Eindruck in den meisten Zeichnungen zu voll. Kopfform verändert heißt: Ich sehe hier eher einen grundovalen Kopf. Bei Sorel wird das zur Stirn hin sehr breit und zum Kinn hin sehr spitz – mir erscheint der Kopf oben und unten gleichmäßig runder. Nungut. Trotzdem kommt es in vielen Panels dann doch eine gewisse Nähe.

3x

dieses Blatt gehört zu den letzte Woche entstandenen Portrait_Studien vom Comic-Zeichnerinnen. Hier: Tiffany Cooper, von der ich mir das Büchlein über Karl Lagerfeld mit nachhause genommen habe. Lustig. Nett. Mehr? Keine Ahnung. Etwas glatter in der Gesamtanlage als Birgit Weyhe, na klar, form follows function. Aber durchaus vergnüglich. Interessant, dass die ersten Fotos, die ich von Tifany Cooper finde ein ganz anderes Gesicht zeigen, als ich es mir nach den Selbst-Stilisierungen im Comic vorgestellt hätte. Kantiger. Die meisten zeigen sie aber auch mit dunklem Haar. Im Comic zeichnet sie sich blond. Und man findet dann auch ganz ganz wenige blonde Varianten. Und das kommt dann auch schon ein wenig näher. Interessanterweise blickt mich in meiner großen gezeichneten Version jemand Bekanntes an. Im Foto geht es mir nicht ganz so.

bd


Das Wochenende damit verbracht, mir drei Comic-Bücher, die ja heute lieber Graphik-Novel heißen, anzuschauen. Eines davon war RUDE GIRL von Birgit Weyhe, das mir sehr gut gefallen hat. Die Neunkircher Stadtbibliothek hat seit einiger Zeit eine nette kleine Auswahl an solchen BDs. (Die französische Bezeichnung bandes dessinées gefällt mir irgendwie besser: gezeichnete Bücher. Das klingt erstmal ein wenig unprätentiöser). Manchmal stöbere ich ein wenig in dem Regal, aber die meisten stelle ich sofort wieder weg: Sie sind mir zu konventionell gezeichnet. Aber es gibt dann immer wieder welche, die einem in den Fingern bleiben, weil es irgendetwas gibt, was einen hält: Zuerst meist wirklich der Zeichenstil. Bei Birgit Weyhe war das so: Hier wird frech drauflosgezeichnet. Und blättert man die Seiten durch, finden sich auch immer wieder kleine optische Stolpersteine, Lösungen, die anders sind, als man es hätte vielleicht erwarten können.
Bei RUDE GIRL kommt erschwerend hinzu, dass hier auch die Geschichte differenziert und anders ist. Spannend finde ich immer auch ein wenig, wenn sich die Zeichnerinnen selbst ins Bild setzen (hier der Fall). Und dann bin ich immer neugierig, wie die dann auf Fotos aussehen. Hier ein erstes Blatt mit einer Zeichnung nach einem Selbst von Birgit Weyhe aus RUDE GIRL und einer kleinen einfach gehaltenen Annäherung nach einem Foto.