Gestern in meinem Lieblingsmuseum KOLUMBA in Köln: Im letzten Raum (Raum 21) finden sich nur drei konzentriert aufeinander bezogene Werke: Das Künstlerbuch „Ein Jahrhundert der verletzten Männer“ von Bernhard Cella von 2022, „Die gefiederte Schlange“ von Paul Thek, 1969, und ein Ecce homo, lebensgroß aus Lindenholz aus Köln, 1460 – 1500. Für solche Kombinationen liebe ich dieses Museum. Aber noch besser: Mit uns zur selben Zeit angekommen: Ein junger Mann mit Kleinkind. Die ganze Zeit schon fällt er mir auf, wie er seinem Kind wie einem lebenden Hasen die Bilder erklärt. Nun komme ich in die Nähe eben dieses Raums 21 und eben dieser Mann steht, das Kind im Umwickeltuch vor die Brust haltend, Auge in Auge vor dem hölzernen Christus. Leider konnte ich nicht schnell genug das Skizzenbuch zücken, um diese Begegnung festzuhalten. Es hätte wahrscheinlich auch gestört. Ein Moment der Stille und der angehaltenen Zeit. Der geschundene Lindenholzchristus und eine männliche Madonna mit Kind aus Fleisch und Blut. Ebenso bewegungslos wie sein Gegenüber. Auge in Auge. Form in Form. Ebenso lebendig.