Gestern und heute 2,5 Tonnen Holz verräumt. Irgendwie nicht vorstellbar. Von Schüttholzmeter-Unordnung in gestapelte Form gebracht. In Unordnung eine Form bringen. Früher dachte ich, das sei eigentlich auch die Arbeit als Zeichner, Maler, Musiker etc. Denke ich das immer noch? Dinge ordnen, in Form bringen. Sich informieren heißt ja auch nichts anderes, als seine Gedanken zu ordnen auf eine außer einem selbst liegende Methode, die man annimmt, um sie in eine andere Form zu bringen als gewohnt. Ist es nicht? Körperlich bin ich durch die zweieinhalb Tonnen ein wenig, aber wirklich nur ein wenig, außer Form gebracht. Müdigkeit in den Knochen, wo ansonsten vor allem meine Augen müde sind. Die Arbeit mit Holz ist an genehm. Ab morgen steht dort, wo heute das Holz in einem Netz unordentlich aufgeschüttet war, ein 7 Kubikmeter Container für Entrümpelungs-Müll. Arbeit mit brüderlich hinterlassener Hinterlassenschaft macht weniger Freude. Wahrscheinlich. Damit beschäftige ich mich ab morgen und Freitag und Samstag und vielleicht auch noch Montag. Dazwischen pinsele ich Aquarelle. Nach fast 14 Tagen, an denen ich überhaupt nicht zum Malen gekommen bin, kaum zum Skizzieren kostet es fast schon wieder so was wie Überwindung. Befreit mich aber sofort. Weltvergessen nur auf die Pinselbewegungen und Farbkleckse konzentriert sein. Musik hören dazu. Eine alte Platte von Tom Waits. Wurzeln sind wichtig. Am Sonntag Abend sogar ein wenig Fahrrad gefahren. Nicht um irgendwo hinzukommen, sondern um Fahrrad zu fahren. Am Wald gewesen, wo es letzens gebrannt hat. Vorne am Weg die Schneise, die die Feuerwehr geschlagen hat. Alles vertraut und anders. Ein Waldstück, wo wir nicht so oft waren. Der Weg vorne in dunkler Erinnerung. Erinnerung verloren. Nicht wieder auszugraben. Wie die dunkle Erinnerung an einen Abstecher während einer Reise. Erinnerung an enge Straße mit kleinem Dorf, dessen Häuser überwiegend als Ferienhäuser genutzt werden. Will ich tot sein? Heute abend grad nicht. Bin auch ein wenig weniger müde als sonst. Verbranntes Holz. Ich habe bei einer Ausschreibung gewonnen. Das dritte Mal in meinem Leben, wo ich was gewonnen habe. Es hat mich gefreut, auch wenn ich diese Arbeit jetzt auch noch an der Backe habe. Trotzdem: Wettbewerbe gehören abgeschafft. Preise gehören abgeschafft. Generell. Überhaupt. Konsequent. Jurys gehören abgeschafft. Die Studiengänge Kuratieren gehören abgeschafft. Und Kunsthistoriker*innen sind die natürlichen Feinde des Künstlers. Aber das ist ein ganz anderes Thema. 😉 Die Mysterien finden am Hauptbahnhof statt. Oder im Badesee.
Wir fällen schon mal vorsichtshalber die Bäume, bevor sie dem nächsten Waldbrand zum Opfer fallen.