vor weihnachten ist nach weihnachten, teil 2

Anpassung oder Wagnis.  Wehren sich meine Ästhetiken oder nehmen sie teil? An was auch immer. Lass ich mich fressen oder werde ich gefressen?  Mich würde es interessieren, mir die Anzeigen-Ästhetiken anzuverwandeln. Zeichnerisch zu verfremden, zuzuspitzen, die einem eher künstlerischen Ansatz auszuliefern. Den Marktscheiß rauszupusten. Sie rückzuführen in einen rechtfertigbaren Ausdruck. Auf ein menschliches Maß. Was auch immer.

Man hat ja sonst nix zu tun.

 

vielleicht auch doch?

Die untere Abbildung zeigt eine Arbeit von Alicja Kwade gegen eine Anzeige von DOUGLAS. Das obere Foto Carneb Winant mit Grace Weaver. Eine Doppelseite ohne Werbung, wo sich zwei künstlerische Positionen auf interessante Art und Weise kommentieren. Links eine Art Collage aus dokumentarischen Fotos, gesammelt und gefunden und montiert, rechts „Madonna lactans“ von Grace Wieaver. Die Fotos eröffnen einen Raum von Körper-Sprachen, Geschlechter-Identitäten, Körper-Rhythmen, der sich betreten, erkennen, aber nicht entschlüseln lässt. Dem gegenüber steht die „Madonna lactans“ in ihrer fast kindlichen Ästhetik. In sich selbst eine inhaltliche Spannung entfaltend aus traditionellem christlichen Bildthema und der gewählten Umsetzung. Beide zusammen finde ich eine sehr gelungene Kombination, die angespielten Themen nochmal steigernd.

Alicja Kwade könnte in ihrer Rundästhetik auch als Verbreitung der Duftnoten gelesen werden. Ich mag ihr Uhren-Objekt in Mannheim. Das Blatt hier heißt übrigens „Form light to dark in 3 months (91 days/2184 hours)“. Es könnte dann auch: die Verbreitung der Düfte in 3 Stunden heißen. Ok, ok. Ich bin schon still.

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