Es hat mich gestern beschäftigt. Und heute morgen lese ich eine Antwort auf einen Einwurf von mir auf facebook. Gestern war der Tenor: „Ich weiß gar nicht mehr, wen ich wählen soll, zwischen der Nachfolgepartei der Nazis und den Kriegstreiber-Parteien gibt es ja keine wirkliche Wahl.“ Ich muss sagen, dass ich über diese Aussage zutiefst erschüttert war.
Mir geht es anders. Die AfD zeigt hat mich umso mehr sicher gemacht, wen ich wählen kann und wen nicht. Und ich sehe hier auch keine Kriegstreiberei. Deshalb hier kurz meine Antwort aus facebook von heute morgen:
Es gibt in meinen Augen eigentlich vor allem zwei Kriegstreiber. Der eine sitzt in Washington und der andere in Moskau. Auch keiner von denen zieht selbst in den Krieg. Das machen die nie, kein Hitler, keiner von den Hamas-Bossen etc. ppp. Auch die ganzen Napoleons standen halbwegs sicher am Rande des Geschehens, auch wenn die anderen sterben mussten. Ich denke, das was vielen bei uns im Land derzeit aufstößt bei den ganzen Militärausgaben, sind zu allererst diese Ausgaben natürlich. Aber ich sehe das auch im Zusammenhang damit, dass wir bisher ganz gut damit und davon gelebt haben, dass wir uns darauf verlassen konnten, dass im Falle eines Falles, die USA ihren Kopf und ihre Leute für uns hingehalten hätte. Da haben wir aber jetzt den kriegstreiberischen Wackelkandidaten (und vermutlich auch seine Nachfolger, falls Vance und Co. ihm nachfolgen sollten, die ich auch nicht für wirklich besser halte), der das nicht mehr will. Das heißt: was tun? Sich darauf vorbereiten, dass man sich vielleicht tatsächlich irgendwann verteidigen muss? Oder es lassen? Falls man es lässt und es zum Ernstfall kommen sollte, wird das Geschrei noch größer sein. So ähnlich wie mit den ungeliebten Corona-Maßnahmen. Ich stelle mir immer noch vor, wie es gewesen wäre, die Regierung hätte die Maßnahmen damals nicht so rigoros beschlossen und die Leute wären bei uns weggestorben wie die Atzeln wie das in Norditalien am Anfang der Fall war. Was wäre das ein Aufschrei gewesen. Es sind klassische Lose-lose-Situationen. Was du machst ist falsch. Und natürlich wirst du Fehler machen, denn die Situation ist neu und unüberschaubar. Ob es uns oder mir gefällt: ein Verteidigungsminister, der seine Aufgabe ernst nimmt, muss eigentlich so reagieren und handeln, sonst handelt er verantwortungslos. Was wäre die Alternative? Ich bin auch in der Zeit aufgewachsen von atomarer Hochrüstung, NATO-Doppelbeschluss etc. ppp. Das hat mich damals auch sehr bewegt und beschäftigt. Aber es gab 1982 den Falkland-Krieg, anfang der 90er die Balkankriege und alles das, was nach dem September 2001 folgte. Das was damals begonnen hat und für mich unverständlich war: Dass beim Falkland-Krieg ein mitteleuropäisches zivilisiertes Land einen Krieg führt, war plötzlich Tatsache. Die Machtverhältnisse haben sich extrem verändert. Und ich wundere mich (ich hatte gestern ein vergleichbares Gespräch), dass unsere Leute, die sich ihrer Verantwortung stellen, als Kriegstreiber empfunden werden, während es immer noch Leute gibt, die behaupten, Putin habe sich doch nur verteidigt. Bei allem, was hier bei uns in die Bundeswehr gesteckt wird (was man jahrelang genauso wie Straßenbau, Eisenbahnnetz, Schulen, Infrastruktur verabsäumt hat), sehe ich bei uns keine Kriegstreiberei. Eher mal ein Wahrnehmen einer Situation einer möglichen Bedrohung, vor der man jahrelang die Augen verschlossen hat. Wollte man nicht sehen, hat man nicht gesehen. Will man immer noch nicht sehen. Wie gesagt: mir gefällt das auch nicht. Aber es ist keine deutsche Kriegstreiberei aus Lust an der Kriegstreiberei, sondern eine ungeliebte Reaktion auf eine Scheiß-Weltlage. Und ein Arschloch in Moskau. LG