ich war in der wohnung eines freundes. er war munter und voller energie. das war überraschend. er plante und machte, war voller tatendrang und suchte bilder aus. irgendwann wurde er müde. schlief ein. mitten in seinem eigenen satz. ich entdeckte in der wohnung überall hausschuhe. so ein bisschen wie adiletten. darin säuberlich drapiert jeweils ein paar socken. ich dachte: wahrscheinlich vergisst er jedesmal, wo er seine hausschuhe abgestellt hat und kauft sich dann ein neues paar, um es wieder zu vergessen, um sich wieder ein neues paar zu kaufen usw. usf. was für ein drama. und es scheint ihm überhaupt nicht aufzufallen, weil ja alles voller schuhe steht …
er wird wach und ich erzähle ihm diesen gedanken. er blickt sich um, bemerkt all diese schuhe und ist sichtlich verlegen. er begreift und es ist ihm peinlich. er ergreift meinen arm. es ist ihm einfach noch nie aufgefallen. hausschuhe als gedanken, die er immer wieder vergisst, wiederholt und neu irgendwo abstellt. was haben schuhe mit denken zu tun? kann man seinen kopf mit immer wieder denselben hausschuhen vollstellen? vorstellung und vollstellung?