a la recherche

Wenigstens können wir in unserer Nachbarschaft sicher sein.

Nein! Am allerwenigsten können wir in unserer Nachbarschaft sicher sein. Erinnert Euch an den Jugoslawienkrieg. Von einem Tag auf den anderen haben sich gerade Nachbarn auf schlimmste Art massakriert und als Feinde bekämpft. Wo hab ich das Zitat letztens gelesen? Die Schlimmsten Taten werden begangen von denen, die glauben, das Richtige zu tun.

Vielleicht sollte man als gedankliche Notiz auch auf Paul Lynchs Buch „Das Lied des Propheten“ hinweisen, das das alles für mich auf wunderbarste Weise zusammenfasst.

(heute fehlen mir scheint’s ansonsten die Worte irgendwie…)

Doch noch eine Erinnerung: Gestern zufällig über ein Hannah Arendt Interview gestolpert, deutsches Fernsehen, wie es schien, 60er Jahre, schwarzweiß, allerdings ohne weitere Quellenangabe, wo sie schildert, dass mit das Schlimmste nach der Machtergreifung gewesen sei, wie langsam peut à peut die Bekannten und Freunde die Seiten wechselten.

Ergänzung einen Tag später: Das Interview ist von 1964 mit Günter Gaus aus seiner Sendung „Zur Person“. Und Hannah Arendt spricht auch nicht von Freunden, die die Seiten wechselten, sondern von welchen, die sich gleichschalteten. Überhaupt sehr sehenswert, so als kleiner Anspieltipp. Wie man damals noch miteinander gesprochen hat im Öffentlich Rechtlichen Fernseher. Gibt es sowas heute überhaupt noch irgendwo irgendwie? Irgendwas, was wirklich in die Tiefe geht und nicht dieses Polit-Talkshow-Blablablupp? Neben der Einführung der Fernbedienung und des Privatfernsehns halte ich übrigens auch die Einführung dieser Politik-Talk-Shows (Sabine Christiansen war die Ursünde) für den Anfang vom Ende. Eine s-beliebige Sendung „Der internationale Frühschoppen“ gegen irgendwas wie „Christiansen, Will und wie sie alle heißen“. Um das grad mal zu erwähnen, weil die Gelegenheit und ding. Aber ich kann da kaum mitsprechen, weil ich guck mir den ganzen Schmonzes ja gar nicht erst an. Ich les‘ weiterhin lieber „gleichgeschaltete Qualitätsmedien“. 

Und dazu passt eine kleine Erzählung von Stephan Hermlin „Wie ich einen Freund verlor“, die ich heute mittag im Allmanach zum 60jährigen Wagenbach-Verlags-Jubiläum gelesen habe.

Nichts ist sicher und nichts ist selbstverständlich.

Der reale Kontrollverlust wird vermeintlich durch alternative Wahrheiten aufgelöst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert