Aus Roger Willemsens Buch „Gute Tage“, das Berichte über Begegnungen mit bekannten Menschen enthält, findet sich in dem Kapitel über Vivian Westwood folgende Sequenz:
„Was die Öffentlichkeit stattdessen erreicht, ist die Unterstellung, bei Vivian Westwood handele es sich per se um Avantgarde. Sie selbst geht mit dem Begriff wesentlich vorsichtiger um. Es habe nur Sinn von Avantgarde zu sprechen, wenn man die Opposition, die akademische, institutionell getragene Kunst dagegenhalte. Da aber augenblicklich alle Kunst akademisch sei, sich an ihrem kommerziellen Nutzen, ihrem Mark messen lassen müsse, gebe es für den sensibel Begabten heute nur noch zwei Möglichkeiten:
„Entweder er scheitert, weil er in dieser Maschinerie untergeht, oder er entdeckt irgendwas Verkäufliches, einen roten Kreis auf schwarzem Grund, dann einen schwarzen Kreis auf gelbem Grund, schließlich vielleicht einen gelben Kreis auf schwarzem Grund. Danach dreht er durch, schmeißt die Farbe gegen die Wand und verkauft das Resultat. Sie sehen: Wie beschränkt sein Blickwinkel auch sein mag, solange man ihn vermarkten kann, ist er ein Künstler. Es ist alles akademisch.“ „