monoton, chromatisch

17-09
Es ist dir jemand vorgezogen worden, bei einem Gastmahl oder einer Begrüßung, oder du bist nicht zu einer Beratung hinzugezogen worden. Ist dies etwas Gutes, dann sollst du dich darüber freuen, dass es jenem zuteil geworden; ist es aber ein Nachteil, dann ärgere dich nicht darüber, dass es dich nicht getroffen hat.
Bedenke doch, dass du nicht dieselbe Behandlung beanspruchen kannst, wenn du nicht dasselbe tust wie sie, um etwas zu erreichen, was nicht in unserer Gewalt steht. Denn wie kann einer, der sich nicht oft in den Vorzimmern der Großen aufhält, das gleiche erreichen wie einer, der dies tut? oder einer, der sich nicht in dem Gefolge eines Mächtigen sehen lässt und ihn nicht lobt, dasselbe erreichen wie einer, der dies tut? Du bist ungerecht und unersättlich, wenn du umsonst das haben willst, ohne den Preis zu zahlen, um den jene Dinge zu kaufen sind. Was kostet zum Beispiel doch der Salat? Einen Obolos, wollen wir einmal annehmen. Wenn nun jemand einen Obolos hinlegt und Salat dafür erhält, du aber nichts zahlst und nichts erhältst, so glaubst du doch nicht, im Nachteil zu sein gegenüber dem, der Salat erhalten hat? Denn wie jener den Salat hat, hast du noch den Obolos, den du nicht ausgegeben hast. Genau derselbe Fall ist auch hier.
Du hast keine Einladung zum Essen erhalten? Du hast auch dem Gastgeber den Preis nicht gezahlt, um den er sein Mahl gibt; um Lob, um Aufmerksamkeiten ist es zu haben. Wenn du glaubst, dass es dir Nutzen bringt, nun so bezahle die Kosten, um die es zu haben ist. Willst du diese nicht tragen und doch jenes haben, dann bist du ebenso unverschämt wie einfältig.
Hast du an Stelle der Einladung nichts zum Ersatz? Du hast jetzt das Bewusstsein, den nicht gelobt zu haben, den du nicht hast loben wollen, und hast dich nicht an seiner Tür herumdrücken brauchen.

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