monochrom, wortreich garkeinwasser

19-09
Den Willen der Natur kann man an den Dingen erkennen, über die keine Meinungsverschiedenheit unter uns herrscht.
Wenn zum Beispiel der Diener eines anderen ein Trinkglas zerbricht, so sagst du gleich zu dessen Entschuldigung: das kann vorkommen. Merke dir also: Wenn bei dir zuhause etwas zerschlagen wird, so musst du dich ebenso verhalten wie damals, als es bei dem anderen geschah. Diese Regel kannst du auch auf wichtigere Vorkommnisse übertragen.
Stirbt zum Beispiel ein Kind oder das Weib eines anderen, dann gibt es gewiss keinen, der nicht sagt: das ist Menschenlos. Wenn aber jemandem sein eigenes Kind stirbt, dann klagt er sogleich: Weh mir, ich Unglücklicher!
Wir sollten aber bedenken, was wir empfinden, wenn wir bei einem andern von solch einem Fall hören.

So wenig wie ein Ziel aufgestellt wird, damit man es verfehle, so wenig hat das Übel von Natur einen Platz in der Welt.

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